Brot, übrigem oder altem

Nach einer Party frage ich mich oft: was mache ich mit dem ganzen übrigen Brot? Da ich schon einige Parties mit vielen übrigen Baguettestangen hinter mir habe, bin ich auf folgende Möglichkeiten gekommen:

  1. einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen und ggfs. noch aufbacken (zum Einfrieren sollte das Brot maximal einen Tag alt sein, bei Vollkornbrot vielleicht zwei Tage)
  2. Arme Ritter / Arme Ritter light
  3. Gazpacho
  4. trocknen und später weiterverarbeiten

2. Arme Ritter (in USA auch als French Toast bekannt)

Du brauchst dazu ein paar Scheiben helles Brot, das noch nicht völlig vertrocknet ist. Stell eine Pfanne mit einer Mischung aus Butter und Sonnenblumenöl bereit und erhitze das Fett langsam. Parallel dazu verquirlst du in einer Schüssel 1 Ei und gibst dann etwas Milch dazu. Noch mal verrühren und eine Scheibe Brot in die Flüssigkeit eintauchen. Gleich wieder herausnehmen und die nächste Scheibe eintauchen. Die eingetauchten Scheiben brätst du dann in der Pfanne mit dem heißen Fett an. Nach einer Weile wenden, die andere Seite braten, herausnehmen und zum Schluss mit Zucker, Zimt, Ahornsirup o.ä. servieren. So kenne und liebe ich die Armen Ritter, aka French Toast..

Arme Ritter light

Für diese Version verwendest du ebenfalls ein Ei, verquirlst es aber mit 1 Glas Wasser (anstatt Milch). Du hast dann so eine sehr flüssige, leichte Tunke, die super dafür geeignet ist, auch schon durchgetrocknetes Brot wieder aufzuweichen. Du gibst also ein Stück Brot nach dem anderen in die Ei-Tunke, lässt es vielleicht 10 Sekunden drin, sammelst die getunkten Stücke auf einem Brett oder Teller und brätst sie dann in Olivenöl oder Ähnlichem von beiden Seiten an, bei mittelstarker Hitze. Die Brotscheiben sollten außen ein bisschen Farbe haben und leicht knusprig sein. Innen sind sie meistens noch herrlich saftig und fluffig – himmlisch.

Wenn du diese Scheiben noch ein ganz kleines bisschen cooler und leckerer machen willst, leg einfach auf die fast fertig gebratenen Brotscheiben ein bisschen Käse, lass ihn schmelzen, und pack eine andere Schreibe darauf. Es hindert dich natürlich auch niemand daran, zwischen die Scheiben noch andere leckere Sachen wie Schinken, Tomaten, Gurken, Oliven, Salat zu legen. Schon hast du einen Arme-Ritter-Burger! Yay!

Ach ja, mir fällt dabei gerade ein, dass meine Oma ihren Kater hauptsächlich mit in Milch eingeweichtem Brot gefüttert hat. Ab und zu bekam er etwas gekochtes Fleisch. Und der Kater wurde über 20 Jahre alt, das unverwüstliche Vieh. (Bevor ihr eure Lieblinge mit Brot verwöhnt, damit sie euch lange erhalten bleiben, checkt mal lieber irgend so eine wissenschaftliche Seite zum Thema, denn der Kater meiner Oma ist nicht wirklich repräsentativ).

3. Gazpacho

Auch sehr geil mit altem Brot: Gazpacho, eine kalte andalusische Gemüsesuppe! Vergibt ihr mir, wenn ihr Gazpacho googeln müsst, wenn ihr ein genaues Rezept haben möchtet? Ich hab nämlich schon wieder keine exakten Angaben. Ich würde sagen: schmeißt einfach ein paar Scheiben Brot, etwas Wasser, Olivenöl, normalen Essig (keinen dicken wie Balsamico), reife Tomaten, Gurke, Zwiebel, evtl. etwas Paprika und Knoblauch zusammen, lasst es ziehen, bis das Brot weich ist, und püriert alles zu einer Suppe. Kalt bzw. gekühlt schmeckt sie am besten.

4. Brot trocknen

Getrocknetes Brot kannst du super zu Brösel / Paniermehl, Croutons und zu  Aufläufen verarbeiten.

Nun hatte ich letztens von einer Party 3,5 Stangen Baguette übrig. Normalerweise gefriere ich übriges Brot ein, aber für so viel Brot war mein Tiefkühlfach viel zu klein. Was also tun?

Ich hatte noch keine spezielle Verwendungsidee, also schnitt ich diese ganzen Stangen erst einmal in dünne Scheiben (0,5-1 cm), um sie zu trocknen. Wenn du vorher schon weißt, dass du Croutons oder Paniermehl machen willst, kannst du das Brot auch gleich in Würfel schneiden und trocknen. Ich breitete die ganzen Brotscheiben erstmal zum Trocknen im ganzen Wohnzimmer aus (kannst sie natürlich auch auf die Wäscheleine hängen, hah!). Wenn du getrocknetes Brot länger aufheben möchtest, muss es wirklich richtig durchtrocknen, damit es später nicht schimmelt. Deshalb sind dünne Scheiben wichtig, und man sollte sie auch einmal am Tag wenden (genau, das ist richtig Arbeit).

Was habe ich also mit dem trockenen Brot angestellt?

In den ersten drei bis vier Tagen des Trocknens habe ich die Brotscheiben wunderbar mit etwas Öl und Knoblauch in der Pfanne geröstet (Vorsicht, sie brennen sehr schnell an, also nicht nebenher Facebook checken oder so). So hast du dann leckeres Knobibrot, das du mit Tomatenmark, Frischkäse, Bruscetta bestreichen oder mit Käse belegen kannst.

Ich habe auch einen leckeren Auflauf gemacht. Da legte ich eine Form mit Baguettescheiben aus, beträufelte sie mit Tropfen vom Olivenöl, belgete die Scheiben mit Zwiebeln, Blumenkohl und Knoblauch, legte wieder eine Schicht Brot darauf, usw., bis ich am Ende alles mit Tomatensoße übergoss. War lecker, man. Sehr berühmt ist auch der Auflauf Kirschmichel, das gab’s öfters, als ich noch klein war – einfach mal googeln, weil ich dafür kein eigenes Rezept habe.

So nach 7 Tagen hab ich dann mal gedacht, dass die Brotscheiben jetzt trocken genug sind – sie sollen ja auch keinen Staub ansetzen – und habe sie eingedost. Die Scheiben lassen sich wegen ihrer Dünnheit gut zerbrechen, um Croutons zu machen. Wenn du Brösel willst, probier mal, ob das dein Mixer packt (weiß ich ehrlich nicht) oder füll die Scheiben in einen Plastikbeutel, leg ihn auf ein Holzbrett und hau ein paar Mal mit dem Hammer drauf (und da wiederum aufpassen, wenn du eine empfindliche Arbeitsplatte aus Granit oder Marmor hast – in diesem Fall würdest du vielleicht lieber auf dem Esstisch arbeiten). Kochen ist irgendwie voller Gefahren, ne? Aber macht so Spaß. Und wenn man dann auch noch die Brotreste im Wert von 4,50 Euro nicht wegschmeißen muss sondern sich noch tage- und wochenlang daran erfreuen kann…

2 Gedanken zu „Brot, übrigem oder altem

    • Hallo Caramellita,

      das hört sich ja leckerst an!! So gut, dass ich fast versucht bin, frische Brötchen zu kaufen und trocknen zu lassen 🙂

      Freue mich auf weiteren Austausch, liebe Grüße
      fraulinde

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