Alleinstellungsmerkmal


Heute mal wieder etwas Philosophischeres. Achtung, Logik!

Ich glaube, unsere Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, dass Frauen Kinder bekommen. Das Alleinstellungsmerkmal von Frauen ist die Fähigkeit, Kinder zu bekommen. Aber ganz von vorne!

Fakt ist: Es werden Kinder geboren. Und von wem? Natürlich von Frauen. Frauen bringen Kinder zur Welt. Ok.

Es ist die Aufgabe von Frauen, Kinder auf die Welt zu bringen, weil das sonst niemand kann. Männer können das nicht, junge Mädchen und alte Frauen auch nicht. Also bringen Frauen zwischen, sagen wir: 13 und 42 Kinder zur Welt.

Aber nur, weil diese Fähigkeit, Kinder zu bekommen, auf Frauen zwischen 13 und 42 beschränkt ist, heißt das nicht, dass jede Frau zwischen 13 und 42 Kinder bekommen wird.

Soweit alles logisch? Gähnt ihr schon?

Daraus folgt, dass es immer Frauen geben wird, die keine Kinder bekommen. Weil sie keinen Bock auf Hosenscheißer haben, weil sie mit Frauen zusammen sind, weil sie unfruchtbar sind, weil sie Behinderungen haben, weil sie keine/n Partner/in haben… Was auch immer die Gründe sein mögen: manche Frauen sind kinderlos.

Und gleichzeitig gibt es so viele Angebote, um Frauen, die Kinder bekommen, zu unterstützen. Es gibt Teilzeitarbeitsplätze, Kinderbetreuung, teilweise noch eine Jobgarantie nach der Elternzeit, Schwangeren kann man schlecht kündigen, Programme, die Wissenschaftlerinnen mit Kind fördern… Wunderbar, toll, super, und manches kommt ja auch Vätern zugute, die sich für Elternzeit oder einen Teilzeitjob entscheiden.

Mein Eindruck ist, dass oft angenommen wird, dass den Frauen durch das Kinderkriegen ein Nachteil entstehen könnte: dass ihnen mit Kindern die Karriere erschwert wird, dass sie Beruf und Erziehung vereinbaren müssen, und deshalb gibt es Programme wie Förderung von Wissenschaftlerinnen mit Kind. Und ich sehe auch, dass eine Frau mit Kind, ob allein erziehend oder nicht, mehr Verantwortung zu tragen hat als ich für mich alleine.

Gleichzeitig finde ich, dass es für (werdende) Mütter so viele Angebote gibt, dass der „Nachteil“ des Kinderkriegens durch diese ganzen Angebote schon fast wieder zu einem Vorteil wird. Kinderkriegen wird belohnt! Mit Mutterschutz, Elternzeit, Kündigungsschutz, Jobgarantie, Förderprogrammen.

Klar treffen diese Vorteile nicht auf alle Mütter zu.

Aber wer garantiert nie in den Genuss dieser Vorteile kommt, sind Frauen OHNE Kinder. Also ich zum Beispiel. Wenn ich eine Doktorarbeit planen würde (worüber ich letztes Jahr nachdachte), wären mir mit Kind ganz tolle Stipendienprogramme offen gestanden. Tja, schade.

Wo sind die Stipendien für alleinstehende Lesben ohne Kinder? Wo ist mein Kündigungsschutz, meine attraktive Teilzeitstelle?

Ich würde ja vielleicht gerne etwas zur Vermehrung der Bevölkerung tun und meine super Gene weitergeben, aber meine herzallerliebste Krankenkasse zahlt mir keine künstliche Befruchtung, und schon gar nicht die Fahrt nach Holland und auch nicht die Partnerinnenvermittlung.

Und gleichzeitig kriegen die Personalentscheider beim Blick auf meinen Jahrgang wahrscheinlich Bauchstechen: aua, die sucht sich jetzt noch eine Stelle und wird, sobald sie einen unbefristeten Vertrag hat, schwanger.

Einerseits stehe ich unter Generalverdacht, habe aber auf der anderen Seite keine Vorteile. Ist doch scheiße! Ungerecht! Klar könnten manche sagen: ohne Kinder hast du es sowieso schon einfacher.

Wirklich?

Ja, ich weiß von Müttern, wie anstrengend Kinder sind, aber gleichzeitig bekommen sie Anerkennung für ihre Leistung.

Ich wünsche mir einfach auch ein bisschen Anerkennung für meine Art zu leben. Ich stelle der Gesellschaft vielleicht keinen zukünftigen Rentenkasseneinzahler für Verfügung, aber vielleicht einen tollen Roman oder eine interessante Veranstaltung, schöne Fotos, einen Blog 🙂

Es gibt Bewunderung für Frauen, die Karriere machen, und auch für Frauen, die Kinder und Karriere miteinander vereinbaren, und teilweise auch Bewunderung für Vollzeit-Mütter. Aber finde, es haben auch die Menschen Bewunderung verdient, die weder Kinder haben, noch Karriere machen, sondern sich ehrenamtlich engagieren, eigene künstlerische Projekte verfolgen, Freundschaften und Beziehungen pflegen und schauen, dass es ihren Nächsten gut geht.

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Absage, wertschätzende


Die hier kam von einer Personalberatungsfirma (nennt man die so?) – eine Firma, die Führungskräfte für andere Firmen aussucht, wenn die Firma sich selbst nicht drum kümmern oder anonym bleiben will.

Persönlich – Vertraulich
Fraulinde
Fraulindestraße 44
44444 Fraulindestadt

Sehr geehrte fraulinde,

ich möchte mich heute nochmals für Ihre Bewerbung herzlich bedanken. Die gründliche Prüfung aller verfügbaren Informationen hat ergeben, dass mein Klient Ihre Bewerung nicht weiterverfolgen möchte.

Für die aufgewendete Zeit, für Ihre Mühe und das uns entgegen gebrachte Vertrauen möchte ich mich bei Ihnen ganz persönlich bedanken. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie anlässlich einer anderen Ausschreibung in der Zukunft den Kontakt zu mir wieder aufnehmen würden.

Für Ihre berufliche Zukunft wünsche ich Ihnen das Beste.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. (Assistentin)

xx yy
Vorstand

Da sie sich nach der (ebenfalls netten) Eingangsbestätigung eine Weile nicht gemeldet hatten, rechnete ich eh nicht mehr mit einer Einladung, und so habe ich mich über diese wohlformulierte Absage fast gefreut.

Diese Absage ist einfach einen Tick netter als die anderen. Ich finde es gut, dass der Mensch mir für meine Zeit und meine Mühe dankt und nicht davon ausgeht, dass Bewerbungsschreiber eh Assis sind, die gefälligst ihren Arsch in Jogginghose zum Schreibtisch zum produktiven Bewerbungsschreiben bewegen sollen. Und auch die Aussage, dass ich gerne wieder Kontakt mit ihm aufnehmen könnte, finde ich gut – klar ist es eine Floskel, aber es ist eben anders formuliert als in den restlichen Absagen und dadurch wirkt es echt. Auch dass er mir für meine berufliche Zukunft „das Beste“ wünscht, gefällt mir – anstatt das übliche, abgedroschene „viel Erfolg“.

Und so hat die Firma einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Firmen: auch wenn ihr uns als potentielle Mitarbeiter aussortiert habt, hinterlasst bitte trotzdem einen guten Eindruck bei uns.

Absage, mal wieder


Sehr geehrte fraulinde,

wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse, dass (!) Sie dem xxx entgegengebracht haben. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns im Bewerbungsverfahren für die o.a. Stelle anderweitig entschieden haben.

Für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Hey man, ist doch klar, alles locker, yo! Sie bitten mich um Verständnis? Aber bitte gerne! Ich würde mich auch nicht einstellen. Sollten Sie Bedarf haben, den Unterschied zwischen dass und das erklärt zu bekommen, können Sie sich selbstverständlich jederzeit gerne an mich wenden. Ansonsten wünsche ich Ihnen einfach auch persönlich und beruflich alles Gute und viel Spaß mit dem/der neue/n Kollege/in.

Peace!

Neid von 24-jährigen


Gestern habe ich den Neid einer 24-Jährigen auf mich gezogen. Sie ist Sachbearbeiterin bei einer Versicherung und langweilt sich, der Job zieht sie runter.

Ich und andere in einer lockeren Runde bei Bier und Wein haben von unserem geisteswissenschaftlichem Studium erzählt. Wir schlagen uns mit schlecht bezahlten, befristeten Teilzeitjobs durch. Ich muss ständig schauen, dass ich nicht aus der Krankenversicherung rausfalle, dass ich mich rechtzeitig wieder beim Arbeitsamt melde, Bescheinigungen einreiche, mich weiter bewerbe, seit 4 Jahren schon.

Und die 24-Jährige war neidisch auf unsere wechselhaften Tätigkeiten und unsere Freiheit. Auch die studierte Juristin, die einen sicheren, vermutlich gut bezahlten Job in der öffentlichen Verwaltung hat, war neidisch auf uns.

Und jetzt, da ich mich wieder bewerbe und meinen Lebenslauf überarbeite, merke ich erstmal, welch tolle Sachen ich gemacht habe.

Angekommen?


Wenn man einen neuen Job vor 4 Wochen angetreten hat und sich nach den alten Kolleginnen sehnt und eines Tages die alten Kolleginnen wiedertrifft und sieht, dass die Kolleginnen zwar immer noch nett sind, der alte Job aber immer noch suckt und prekär ist – und wenn man im neuen Job Lob und eine frühlingsgrüne Alfi-Kaffeekanne und noch mehr Lob und eine Aufstockung auf 100% bekommt, dann ist man im neuen Job angekommen.

Im neuen Job, der außerdem sozialversichert ist, ist alles klein und familiär: man bekommt quasi, noch bevor man am ersten Tag die Jacke ausgezogen hat, das Du angeboten, wird in der ersten Mittagspause von der Chefin bekocht (ja, es gibt eine voll ausgestattete Küche). Gleichzeitig darf man auch die Geschirrtücher zuhause „einfach mit in die Wäsche“ schmeißen.

„In die Wäsche schmeißen“. Ok, denke ich, kann ich machen, ich will ja außerdem etwas zurückgeben und kollegial sein und nehme deshalb die versifften Dinger plus einen Lappen mit nach Hause.

Waschen geht ja noch. Bis ich sehe, dass meine weißen BHs und das weiße Leintuch einen hellrosa Touch haben. Ach so, da war ein rotes Geschirrtuch dabei. Grmpf. Ich wollte ja nur halbwegs hygienisch sein und hab alles bei 40 Grad gewaschen. Nächster Schritt: Trockner (zusammen mit dem Rest der Wäsche). Als alles trocken ist und ich den Trockner ausräume, krieg ich ne halbe Panikattacke: die Geschirrtücher sind verknuddelt, gewellt und faltig.

Kann ich verknuddelte Geschirrtücher meiner herzlichen, aber pingeligen Chefin zumuten oder wird sie mich auf der Stelle verstoßen? Kann ich die Geschirrtücher etwas mit der Hand glattstreichen? Hab ich ein Bügelbrett? Selbst wenn, kann ich das Geschirrtücher am Samstag abend bügeln als Überstunde mit Zuschlag aufschreiben?

Nix da also mit einfach mit in die Wäsche schmeißen.

Am Montag bring ich die UNGEBÜGELTEN Geschirrtücher mit ins Büro und verstecke sie unter dem letzten noch frischen, glatten Geschirrtuch. Später liegen weitere frisch gewaschene, perfekt gebügelte Geschirrtücher oben drauf. Die muss meine Chefin mitgebracht haben. Und sie hat nichts zu meinen gesagt. Ein Glück für mich, dass noch kein Vollmond ist.

Sozialversichert, aber übergewichtig


Da hab ich jetzt mal einen sozialversicherten Job, einen Arbeitsvertrag für 2 Jahre, fast Vollzeit und ein Gehalt, das für Ingenieure einen Halbtagsjob bedeuten würde, aber ich kann auf jeden Fall 5 mal im Jahr zum Friseur gehen…

Da hab ich also nun so einen Job, zum ersten Mal seit Ende meines Studiums vor 4 Jahren. Nach einer ersten etwas rauhen Woche sind wir schon alle per du, und meine Chefin fängt an, mir Komplimente zu machen. Über meinen Arbeitsstil und -einsatz, über mein ach so frisches Aussehen, und schließlich unterhalten wir uns ihre gerade stattfindende Entgiftungskur („ich hab gemerkt, mein Mülleimer ist ziemlich voll“).

Ich sage:“ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich keine Diät mache sondern esse, was mir Spaß macht, ich mein Gewicht halte oder sogar abnehme.“

Und sie sagt: „ja, du wirkst auch so, als ob du damit gut umgehen kannst. Das strahlst du so aus.“ Sprich: wie toll, dass du zu deinem Übergewicht stehst.

Kleine Info am Rande: verbeamtet würde ich nicht werden, gerade wegen meines Gewichts, und mein BMI ist irgendwo zwischen „geht grad noch so“ und „bedenklich“. Ich sehe mich aber nicht als dick oder übergewichtig. Ich bin kurvig, ja, aber ich bewege mich sehr viel, kann Skifahren, mache Yoga, spiele Squash. Aber in den Augen mancher Menschen steht es völlig außer Frage, dass ich dick bin – zu dick. Sie bewundert mich dafür, wie ich zu meinem „Übergewicht“ stehe. Danke, Boss!

Sie ist in meinen Augen schlank, fühlt sich aber zu dick. Sie erzählt mir fast jeden Tag, wie wahnsinnig Appetit sie auf einen Döner hat – kocht sich aber in der Mittagspause eine fettfreie Gemüsesuppe. Ich würde die Wände hochgehen. Wäre unausstehlich.

Sie sagt: „mir passt nichts mehr richtig.“ Ich sage: „ich habe auch mal etwas weniger gewogen aber irgendwann einfach die zu eng gewordenen Klamotten entsorgt.“

Ich sage: „egal was ich mittags esse, ich stell mich abends in die Küche und mach mir nochmal was.“

Sie sagt: „ja, das habe ich früher auch gemacht, und das wurde mir zum Verhängnis.“

Soso. Ich sag nur: real women have curves! Und mir gefällt es wirklich gut dort!

zukünftige Ex-Honorarkraft


meine Honorartätigkeit wurde mir heute mit dreiwöchiger Frist gekündigt.

Im Vertrag steht „vier Wochen Kündigungsfrist“. Egal.

Ich will nur, dass allen, die sich auf eine Honorartätigkeit einlassen, klar ist, was es bedeutet. Deshalb hier ein paar Tipps für Honorarkräfte, Selbständige – alles aus eigener Erfahrung, aber ohne Gewähr.

1) Egal wie sicher die Auftragslage, die Projekte etc. des Betriebs scheinen: als Honorarkraft hat man kaum Sicherheit. Theoretisch können sie einem wahrscheinlich auch von heute auf morgen kündigen.

2) Der Auftraggeber hat bei Honorarkräften auch die Möglichkeit, die Stundenzahl, die man pro Woche oder Monat arbeiten darf, zu reduzieren. Er kann z.B. sagen: im August ist bei uns wenig los, da kannst du zuhause bleiben. Oder: wir haben gerade wenig Aufträge, also darfst du nur noch 10 Stunden pro Woche arbeiten.

– das hört sich ja erstmal verständlich an. Aber du musst dann eben schauen, wie du eine Weile ohne oder mit weniger Geld klar kommst. Außerdem hast du ja vielleicht Fixkosten wie die Krankenversicherung, was ja schonmal bis zu 200 oder 300 Euro ausmachen kann.

3.) Urlaub und Krankheit sind natürlich unbezahlt. Allderings können sie dir auch nicht verbieten Urlaub zu machen. Blöd gucken können sie zwar, sie können es auch mental abspeichern als „die macht ja mit uns was sie will“, aber verbieten können sie es nicht.

4.) Als Honorarkraft bist du leichter loszuwerden als jemand fest Angestelltes. Wenn eine Dumpfbacke vor vielen Jahren mal einen unbefristeten Vertrag bekommen hat, und aufgrund ihrer Unfähigkeit immer wieder von Abteilung zu Abteilung geschoben worden, und nun für deine Abteilung vorgesehen ist – was passiert dann wohl? Die fitte, kreative multitaskingfähige Honorarkraft muss weichen.

5.) Man bekommt sein Gehalt nicht zum 1. des Monats, sondern muss – um überhaupt Geld zu bekommen – eine Rechnung schreiben, auf dieser ein Zahlungsziel angeben, die irgendwo einreichen, die wird dann bearbeitet, und irgendwann landet der Betrag dann auf deinem Konto. Da kann es dann auch mal der 1. des übernächsten Monats werden – muss nicht, aber kann.

6.) Versuch mal, als alleinstehende Honorarkraft einen Kredit zu bekommen! Hah! Auch wenn heute selbst Daimler Kurzarbeit macht und Leute entlässt und selbst der Stempel auf der Stirn „Daimler-Mitarbeiter“ nicht mehr heißt als „ich arbeite heute, jetzt, in diesem Moment bei Daimler“. Du bist Honorarkraft. Aber sicher auch redegewandt – ich wünsch es dir. Auch bei der Wohnungssuche sind die Vermieter inzwischen schon so schlau, dass sie sich mit „ich bin berufstätig“ nicht mehr zufrieden geben, sie fragen sofort auch nach Befristungen, bzw. ob man angestellt ist.

7.) Als schlecht bezahlte Honorarkraft kann man eh kaum etwas zur Seite legen. Aber du musst dennoch damit rechnen, dass du irgendwann irgendwo etwas nachzahlen musst oder ab sofort doch monatliche Beträge abführen musst.

a) bei der Steuer: Wenn du nicht schon jeden Monat Vorsteuer oder Umsatzsteuer abführen musst, musst du erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Batzen auf einmal zahlen – und zwar dann, wenn du die Einkommenssteuererklärung gemacht hast: dann wird ermittelt, wieviel Umsatzsteuer und Einkommenssteuer du zahlen musst. Das musst du dann dem Finanzamt überweisen. Also dafür solltest du unbedingt etwas zur Seite legen.

b) Krankenversicherung. Das ist ein für mich immer noch etwas undurchsichtiges Kapitel. Je nach Familienstand (ja, eheähnliche Gemeinschaften zählen auch), Gesamthaushaltseinkommen, sonstige Vermögen, Arbeitsstunden pro Woche, Monatseinkommen… musst du ganz unterschiedliche Beiträge zahlen. Am besten überlegst du dir zu Beginn der Tätigkeit, welche Stundenzahl und welches Monatseinkommen sinnvoll ist.

Aber Achtung: wehe, es ändert sich etwas an deiner Stundenzahl oder dem Einkommen, oder dein/e Partner/in verliert auf einmal den Job oder läuft dir ganz davon… Dann sieht es mit der Krankenversicherung alles wieder ganz anders aus und du musst unter Umständen wieder höhere Beiträge abführen. Also dafür auch vielleicht irgendeine Reserve haben… ja, ich weiß…

c) Rentenversicherung: sagen wir mal so: in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen darfst du als Honorarkraft immer. Gute Nachrichten, oder?! Aber je nach Art der Tätigkeit MUSST du in die RV einzahlen – meines Wissens z.B. bei Lehrtätigkeiten, und zwar 19,5 % vom Gehalt. Eine Freundin hat das jetzt nach einem Jahr Lehrtätigkeit erfahren… Existenzgründer können sich machmal auch befreien lassen, aber bei manchen Tätigkeiten geht das wohl nicht. Das Gute bei der Rentenversicherung ist, dass man zwar monatliche Beiträge abführen muss, es aber später wieder ausgeglichen wird, wenn man den Steuerbescheid einreicht und ersichtlich ist, wieviel du tatsächlich verdient hast – ähnlich wie bei der Gas-/Stromrechnung.

Ich weiß, manchmal hat man keine Wahl, ob man einen Job als Honorarkraft annimmt oder nicht – viele Jobs sind nur auf Honorarbasis ausgeschrieben. Ich will euch nicht abschrecken, aber es muss euch einfach klar sein, was da auf euch zukommen kann.