Glückwunsch Obama, auch fraulinde bittet zur Wahl


So, liebe Leserinnen und Leser, liebe Follower und liebe Menschen, die versehentlich auf meinem Blog gelandet sind,

ich bräuchte da mal Eure Hilfe. Es ist ja so, dass ich im Rahmen meines Studiums Literarisches Schreiben an der Uni Hildesheim an einem Roman arbeite. In diesem Roman geht es um eine lesbische Liebesbeziehung in Russland, Hauptfiguren sind zwei russische Lesben (oh je, bin mal gespannt, wie viele Klicks ich jetzt aufgrund der Worte russische Lesben bekomme, aber diese Klicker, die vielleicht erotische Fotos erwarten, dürfen auch gleich mitmachen.) Im Moment ist es so, dass die beiden Hauptfiguren auf Seite 3 des Romans Sex haben. Daran ist eindeutig mein früherer Schreibprofessor schuld, der mir einmal zu einer Kurzgeschichte geraten hat: „you need to bring them together by page 2“. Das habe ich verinnerlicht.

Ich bin mir gerade unsicher, wie viel Sex ich in meinem Roman haben soll, wie ausführlich er dargestellt sein soll etc. Und da ihr immer so tolle, kluge Kommentare schreibt, dachte ich mir, ich hau euch mal um eure Meinung dazu an. Bitte geht zur Wahl und beantwortet die fünf Fragen weiter unten, egal ob ihr lesbisch, schwul, hetero, bi, trans, eine Kombination davon oder weder noch seid. Ich sehe nicht, welche/r BesucherIn wie gevotet hat, nur die Ergebnisse! Wer keine Lust auf Multiple Choice hat, darf gerne einen Kommentar oder eine Mail an toronto98@web.de schreiben.

Los geht’s.

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Mensch, das macht ja richtig Spaß, und damit das hier auch etwas mehr wie eine wissenschaftliche Umfrage rüberkommt, hier noch zwei Fragen zum Zwecke der Statistik:

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Ganz lieben Dank fürs Mitmachen, extra big hugs von fraulinde aus Hildesheim und habt noch einen phänomenalen Tag.

cheers!

fraulinde

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Geraten


Ich bin ganz offen: ich gerate seit Jahren an Frauen, die aus irgendwelchen Gründen keine Beziehung mit mir möchten. In der Hinsicht bin ich ein Trüffelschwein (äh, Moment, passt das Bild? Naja, ich meine einfach nur, dass ich mir mit der Zielstrebigkeit eines Trüffelschweins vergebene oder beziehungsunwillige Frauen aussuche, mit einer Ausnahme).

Und die Frauen, die ich in diesem Zusammenhang bisher gedatet habe, sind toll. Wir haben uns gut verstanden, uns gut unterhalten, lustige bis sehr lustige Dinge getan. Und immer habe ich gedacht: sie wird schon zu mir kommen, sie braucht nur etwas Zeit (um über ihre Ex hinwegzukommen, um zu erkennen, dass sie zwar eigentlich keine Beziehung will, aber mit mir schon, oder, um sich von ihrer Freundin zu trennen).

Und irgendwie merke ich, wie schwer das für mich ist. Dass ich damit meine Bedürfnisse umgehe und meine Gefühle bremse. Und auch wenn mir die Freundschaften mit den Frauen Nähe und Spaß und Verstehen geben, habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu rennen, ich fühle mich ausgeliefert.

Da ist so viel in mir, das ich zu geben habe, und ich gehe damit von Frau zu Frau, wie eine Marktfrau, die ihre Waren anbietet, die immer wieder bei der selben Frau vorbeigeht und fragt: willst du nicht doch meine tollen Waren, sie werden dich auch bestimmt glücklich machen. Nein? Wirklich nicht?

Und die Frauen sagen: also gut, Sex habe ich schon, Liebe will ich nicht, aber Vertrauen, Zuhören und Nähe, geht das?

Und ich sage: „ok“ und knirsche mit den Zähnen und fühle mich als Opfer und bemitleidenswert, weil ich an die falschen Frauen gerate.

Ist es zu spät für Vorsätze? Ich gehe ab heute zu der Frau, die das Gesamtpaket nimmt, und die auf dem Markt auf mich zugerannt kommt und sagt: gerne!

Drei


die eine habe ich letztes Jahr am 1. Weihnachtsfeiertag kennengelernt und bis August gedatet – vollkommen sexfrei, aber ich überlegte die ganze Zeit, ob wir zueinander passen. Mit ihr ist nichts mehr, und sie fühlt sich gerade so jammerig und langweilig, dass sie sich anderen Menschen nicht zumuten will. Ich überlege, ob und wie ich ihr noch einen netten Weihnachtsgruß schreibe.

die andere habe ich erst einmal im Frühjahr gesehen, dafür fand ich sie da richtig klasse. Power, Witz, schönes Lächeln. Außerdem ist sie nicht in Deutschland geboren und verfügt über meinen liebsten Lieblingsakzent (wer diesen kennt, schreibe mir einen Kommentar und bekommt Ende Januar die noch übrigen Plätzchen zugesandt – falls noch welche übrig sein sollten, was ich nicht glaube, aber schreibt trotzdem, büdde!) Und sie studiert im Moment in UK und hat mich eingeladen, sie zu besuchen. Das würde ich wirklich gerne tun.

die dritte: wir haben soeben, keine halbe Stunde her, das erste Mal miteinander telefoniert. Sie hört sich sehr sehr nett an. Auch witzig, aber besonnen, und so, als ob sie ihre Gedanken und auch Bedenken sehr gut äußern kann. Selbstironisch. Sie sprach mir aus der Seele, als ich ihr viel Spaß beim Feiern und Essen wünschte: „die Hüftrolle will gehegt und gepflegt werden.“ Genau das denke ich mir auch immer. Wir treffen uns nächste Woche.

Meine Freundinnen kommen immer durcheinander mit meinen ganzen Frauen. Ich lerne alle möglichen interessanten Frauen kennen, schreibe mir mit ihnen, treff mich mit ihnen, und die Freundinnen blicken gar nicht mehr durch. Ich manchmal auch nicht. Für das neue Jahr sagt mir meine imaginäre Kristallkugel: nur eine Frau, aber mit der wirst du eine Beziehung haben, nur einen Job, aber der wird dich ernähren.

bist du mein Mensch?


„Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest seines Lebens ärgern kann.“ Agatha Christie

Dieses Zitat beschreibt eine wie ich finde tolle neue Sichtweise auf Beziehungen. Genau so eine Beziehung wünsche ich mir.

Und die Dame vom Sonntag könnte ich mir gut vorstellen, eine Weile meines Lebens zu ärgern (mit „für den Rest meines Lebens“ tu ich erst einmal langsam). So. Ihr hat es genauso wie mir gefallen, während des Deutschlandspiels gegen England mit mir im Biergarten OHNE Fernseher zu sitzen. Später in meiner Wohnung waren wir uns einig darüber, wie man eine schnelle Tomatensoße mit Zucchini zubereitet. Anschließend saßen wir uns auf meinem Balkon gegenüber, beide barfuß, tranken ein bisschen Sekt und redeten über Beziehungen, übers Kinder haben – ganz allgemein natürlich, und ich fand es einfach gut und interessant, so viel Neues über sie zu erfahren, nachdem ich sie schon einige Monate lang kenne. Es kribbelte nicht bei mir, und während des Gesprächs habe ich mich schon immner wieder gefragt und innerlich angestupst: hey, wieso kribbelt es gerade nicht bei dir, ist doch alles voll toll gerade?!

Aber eigentlich… eigentlich komm ich gerade runter von diesem „Es muss so richtig knallen“.

Ich will eine Beziehung. Keine Sommeraffäre, keine Fernstbeziehung, keinen One Night Stand, sondern jemanden, mit dem ich ein paar Jahre meines Lebens teilen kann. Es tut so gut, diesen Stress loszulassen, mich nicht zu fragen, ob es bei mir kribbelt, wenn sie mir gegenübersitzt, ob mein Pferdeschwanz noch perfekt sitzt, ob ich Gloss nachlegen soll… Darauf kommt es auf einmal überhaupt nicht mehr an.

Sondern auf unsere Bedürfnisse. Ich muss erst einmal meine Bedürfnisse erkennen. Bisher habe ich mir immer überlegt, was ich tun muss, um der anderen zu gefallen – und es endete damit, dass ich mich total verbogen habe und mich abhängig fühlte. Aber wenn ich über meine Bedürfnisse nachdenke, ganz ruhig und ehrlich mit mir selbst, mache ich mich frei (nicht so wie beim Arzt, sondern ihr versteht schon) und bekomme Klarheit. Dann kann ich – jenseits von: aber sie ist so cool und ich will so gerne eine Freundin – in Ruhe überlegen, ob es so ungefähr passen könnte.

Und je mehr ich mir über meine Bedürfnisse klar werde, desto mehr entdecke ich, dass sie ein paar davon erfüllt (und ein paar nicht). Ratet mal, was das in mir auslöst?

Kribbeln.

Herzklopfen.

Sehnsucht.

Gemüsebrühe


Was tun, wenn man am Sonntag abend noch aufgedreht ist, z.B. vom Tatort? Wenn es draußen noch kalt ist?

Gemüsebrühe kochen! Das ist ein Befehl, Hände hoch! Haha!

Im Ernst, ich finde, Gemüsebrühe zu kochen hat so etwas Heimeliges, Kuscheliges, Wohliges wie eine Wollmütze stricken oder mit der Liebsten auf dem Sofa zu kuscheln. Genau, Gemüsebrühe selbst zu kochen ist Freundin-Ersatz!

Also nochmal: mir macht es einfach total Spaß. Und kommt mir bitte nicht mit „es gibt doch so gute Gemüsebrühpulver, -Würfel, -Fertigfonds, alles Bio und ohne Geschmacksverstärker, blabla“. Es geht nicht darum, Zeit zu sparen, sondern darum, sich etwas Gutes zu tun, die Wohnung mit herrlichem Duft zu erfüllen.

Hier für alle ohne Freundin, die es ein bisschen friert, der Ansatz einer Anleitung.

Setze einen großen Topf mit Wasser auf den Herd und schalte die Platte auf mittel. Mach deinen Kühlschrank auf. Nimm das Gemüse, das nicht mehr so taufrisch ist (Frisches knackiges Gemüse geht aber auch). Waschen / schälen und kleinschnippeln. Gemüsebrühe ist super, um Reste zu verwerten. Schau nach Gemüsen wie Lauch oder Fenchel, bei denen man das Grün nicht so gut mitessen kann. Das Grün kann man aber super für die Brühe verwenden (nur den Stengel vom Lauch vorher auseinandernehmen und die einzelnen Lagen gut waschen, da sich darin oft Dreck versteckt). Schnippeln und rein damit.

Beim Schnippeln bitte nicht verkünsteln – grobe Stücke reichen – Symmetrie muss nicht sein – wird eh alles nachher abgeseiht.

Ziemlich unverzichtbar sind: Karotten, Knollensellerie, Zwiebeln und Knoblauch, ein paar schwarze Pfefferkörner, 1-2 Nelken, 3 Lorbeerblätter. (Und wenn ich das sage, heißt das nicht, du sollst in Panik ausbrechen, wenn du am Sonntag Abend an einer dieser Zutaten nicht rankommst, sondern ich sage: koch die Brühe trotzdem und berichte mir.)

Weitere Dinge, die nicht unbedingt notwendig, aber nice to have sind: frische Kräuter, Ingwer, trockene Gewürze wie Fenchelsamen, Koriander, Bockshornklee etc.

Nicht empfehlen kann ich – obwohl das oft vorgeschlagen wird – getrocknete Tomaten und Parmesanrinde. Die getrockneten Tomaten ergeben einfach einen seltsamen Geschmack. Die Parmesanrinde schmilzt so komisch beim Kochen, sieht unappetitlich aus und tut nichts für den Geschmack.

Inzwischen müsste der ganze Ansatz langsam heiß sein oder sogar kochen. Wenn alles kocht, herunterschalten und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Irgendwann ausmachen und noch eine Weile stehen lassen. Erst dann abseihen. Manche mögen es auch, das zerkochte Gemüse zu essen. Ich nicht, aber probier’s einfach mal, bevor du es wegwirfst.

Nun kann man die Brühe einige wenige Tage lang im Kühlschrank aufbewahren, einfrieren, sofort verputzen… Fürs Einfrieren empfehle ich diese Einweg-Eiswürfel-Beutel. Die normalen Eiswürfel-Förmchen aus Plastik nehmen oft den Geschmack der Gemüsebrühe an, und wenn man dann mal Eiswürfel für Cocktails machen will…

Ich behaupte nicht, dass Gemüsebrühekochen ach so einfach ist und gar keine Mühe macht und so nebenher geht. Ich bin ja schließlich fraulinde und kein so sternedekorierter Fernsehkoch, der schon alles hübsch geschnippelt in weißen Schälchen vor sich stehen hat und die Schälchen nur noch ausleeren muss. Aber es ist eine gute, schöne, herzerwärmende Sache. Also Menschen, macht Gemüsebrühe!

Ich würde sogar sagen, man kann das alles auch VOR dem Tatort ansetzen, Tatort gucken, zwischendurch den Herd abschalten, und wenn der Mörder gefangen ist, ist auch die Brühe fertig. Ne?!

Sauna


Ach, da könnt ich Geschichten erzählen. Ich mag Sauna ja sehr. Meine schwulen Freunde auch. Zwei von ihnen müssen in einer neuen Stadt erst einmal die örtliche schwule Sauna abchecken. Mit einem anderen schwulen Freund geh ich nach der Squashstunde immer saunieren.

Und eigentlich habe ich mich schon oft gefragt, wie wohl eine Sauna für Lesben wäre. Wo man nicht hauptsächlich zum Saunieren hingeht, sondern um mit fremden Frauen Sex zu haben. In Toronto, meiner emotionalen Heimat, gibt es sowas, zumindest an ein paar Abenden im Jahr: http://pleasurepalacetoronto.com/.  Habs bis jetzt noch nicht dorthin geschafft, würde mich das vielleicht auch gar nicht trauen. Aber nett fände ich es schon, mal in einer hitzigen Umgebung zusammen mit anderen schönen, nackten, homosexuellen Frauen zu sein, und dann mal gucken, was passiert.

Es heißt, dass in einem bestimmten öffentlichen Stadteilbad meiner Stadt zur Damensauna besonders viele Lesben auftauchen. Und deswegen gehe ich da diese Woche mit meinen guten lesbischen Freundinnen hin.

Sowas nennt man investigativen Journalismus, und wenn nichts Besonderes passiert dort, werde ich an dieser Stelle sicher darüber lästern.