Gastbeitrag vom Em: vegane Schokolade selbst gemacht


Eine sehr liebe Freundin Em hat mich gebeten, dieses superleckere Rezept für selbstgemachte vegane Schoki veröffentlichen zu dürfen. fraulinde proudly presents: Ems Variante von Attila Hildmanns Schoko-Rezept. Read and drool!

Em:
„Attila Hildmann hat sich diese Schokolade ausgedacht und in seinem Buch Vegan for Fit veröffentlicht. Ich hatte sehr viel Freude bei der Zubereitung (nachdem die Förmchen und die Kakaobutter endlich eingetrudelt waren)…. nur fand ich sie so komisch fettig (zu viel Kakaobutter) im Mund und Geschmack und einfach wirklich nicht süß genug für meine kleinen Geschmacksknospen. Die Enttäuschung war groß! Und deshalb hielten die 3 Tafeln auch ca. 4-6 Wochen obwohl ich sie immer, mit schlechtem Gewissen, irgendwelchen Leuten anbot. Ich esse wirklich von Herzen gerne gesund und meine Schokolade muss dennoch lecker sein und auch süß genug! Gedacht, getan. Sie ist wunderbar knusprig, ausreichend süß, geschmacklich genau nach meinem Wunsch und schaut gut aus. Hier jetzt, viele Monate nach der großen Enttäuschung, die Anleitung für das für sehr gut befundene Ergebnis meines 2. Versuchs:
Vegane Schokolade – So gut!
(Eine Abwandlung von Attila Hildmanns Vegan for Fit Schokolade)
 
Zutaten
75 g Kakaobutter
95 g Mandelmus (hell oder dunkel)
30 g Kakao
75 g Süßungsmittel (z.B. 50 g Agavendicksaft + 25 g Vollrohrzucker)
Messerspitze Vanille
Messerspitze Salz
 
40 g Cashewnüsse
10 g Cornflakes
 
Zubereitung
  • Die Cashewnüsse klein hacken und rösten.
  • Die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen lassen.
  • Währenddessen das Mandelmus, den Kakao, das/die Süßungsmittel, Vanille und Salz abwiegen und verrühren. Dann die geschmolzene Kakaobutter mit einem Schneebesen einrühren bis eine gleichförmige Masse entstanden ist.
  • Wichtig: Es darf kein Wasser in die Masse gelangen!
  • Die Masse in Schokoladenförmchen oder in flache Tupperdosen füllen, zunächst ca. halb voll/halbe Tafel hoch. Dann die Cashewnüsse und Cornflakes darauf verteilen. Anschließend noch etwas Schokoladenmasse darüber geben.
  • Für 20 Minuten ins Tiefkühlfach stellen. Fertig!
P.S. Bei allem Respekt, Mr. Hildmann hat es aus meiner Sicht nicht so mit Mengenangaben. Bei mir ergeben diese Zutaten nicht „eine große“ Tafel sondern 3 normal große Tafeln á ca 100 Gramm. Wer jedoch meint, Attila ist „the man“ oder „the vegan prophet“, hier ist seine Version, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.“

zimtige Tomatensoße mit Pasta, Auberginen und Kichererbsen (vegan)


Dieses Gericht hat zwei ganz tolle Eigenschaften:

1.) Zwei unterschiedliche Kulturen und Kochstile treffen sich auf dem Teller: italienisch und indisch. Italienisch wegen der Pasta und der Tomatensoße, indisch wegen der angebratenen Zimtstange und Gewürzen wie Koriander, Kreuzkümmel, Ingwer.

2.) Der Zimt bringt eine herrlich herzhafte Note in das Gericht. Ich freu mich einfach übel, wenn ein Gemüsegericht einen herzhaften Geschmack hat, der sonst meistens von geräuchertem Tofu oder tierischen Produkten kommt. Ich war sehr skeptisch, als ich das erste Mal Zimt in einem indischen Gericht verwendet habe, aber es ist echt der Hammer. Falls irgend möglich, solltest du eine Zimtstange für dieses Gericht nehmen, weil der Geschmack dann intensiver und rauchiger ist. Aber sonst geht auch gemahlener Zimt.

fraulinde wünscht viel Spaß beim Ausprobieren!

Du nimmst (für 2 Portionen)

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel (ca. 5 cm Durchmesser), fein gewürfelt
  • 1 Zimtstange, einmal zerbrochen (oder ½ TL gemahlener Zimt)
  • 1 Stück Ingwer, ca. 1,5 cm dick, gerieben
  • ½ TL Kurkumapulver
  • 1 große Aubergine, in ca. 1 cm große Würfel geschnitten.
  • 1 Kaffeebecher gekochte Kichererbsen
  • 1 EL Himbeeressig (oder Balsamico oder Apfelessig)
  • Frische gehackte Petersilie
  • Gemahlener Koriander, gemahlener Kreuzkümmel, Chili
  • Tomatenpassata, ca. 400 ml (ich mag die von Alnatura sehr)
  • Salz
  • Pasta, z.B. Schleifchen

Du tust

  • Erhitze das Olivenöl, gib die Zwiebelwürfel und die zerbrochene Zimtstange hinzu und brate es zusammen bei kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel an. Die Zwiebeln sollen glasig werden und keine Farbe annehmen (dauert ca. 15 Minuten).
  • Würze die Zwiebelwürfel kräftig mit Salz und gib den geriebenen Ingwer hinzu, kurz mitbraten, und dann den Kurkuma hinzufügen.
  • Gib dann die Auberginen zu den Zwiebeln und lass sie bei aufgelegtem Deckel schmoren, bis sie weich sind.
  • Setz nebenher einen Topf mit Pasta-Wasser auf und koche die Nudeln nach Anleitung.
  • Lösche die Auberginen mit dem Essig ab, lass den Essig einkochen bzw. verdampfen und würze die Auberginen mit Salz
  • Gib die Kichererbsen zu den Auberginen und füge die Passata hinzu. Alles umrühren und weiterköcheln lassen.
  • Kurz bevor die Pasta fertig ist, würze die Soße mit Koriander, Kreuzkümmel und Chilipulver, evtl. noch nachsalzen.
  • Vermische die Pasta mit der Soße und gib zum Schluss Petersilie hinzu. Umrühen und fertig.
  • Hau rein!

veganes Gemüse-Mango-Curry


Es ist schon eine Weile her, seit ich mit meiner Lieblingsfrau und einer anderen Freundin dieses Mango-Curry gekocht habe, aber es war einfach so herrlich, dass ich es mit euch teilen möchte. Die Lieblingsfrau hat mir später einen Korb gegeben, aber wer weiß, ob sie widerstehen könnte, wenn ich mit einer Schüssel dieses Gerichts vor ihrer Haustür stehen würde.

Besonders mag ich an diesem Gericht, dass die Mango komplett in der Kokosmilch zerkocht und sich eine herrlich süße, sämige Soße gibt, die perfekt zum Gemüse passt. Vegan ist das Ganze auch. Die Reste waren mal wieder zu schnell weg, um auf Film gebannt zu werden. Sorry!

Du nimmst (für 4 Personen):

  • 2 Tassen Basmati-Vollkornreis
  • 1 Zwiebel
  • 2 rote Paprika
  • 4 Möhren
  • 1-2 Zucchini
  • Champignons
  • 1 vollreife Mango
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • Ingwer

 Je nach Geschmack kannst du noch dazugeben:

  • etwas Sojasauce
  • Gemüsebrühpulver
  • Zitronensaft
  • Chili
  • Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchelsamen, Kardamom
  • glatte Petersilie
  • Grün von einem Bund Möhren (nur, wenn das Grün noch frisch ist)
  • geröstete Cashewkerne
  • Lauchzwiebeln

 Was du tust:

  • Koch den Vollkornreis mit der doppelten Menge Wasser sowie etwas Salz auf und lasse ihn dann zugedeckt leise köcheln. Er braucht  ca. 30-40 Minuten, bis er fertig ist.
  • Wasche / Schäle das Gemüse und schneide es klein.
  • Schäle die Mango (am besten mit einem Sparsschäler) und schneide sie in 1×1 cm große Würfel.
  • Brate die Zwiebel in Olivenöl an, und gib dann das Gemüse in folgender Reihenfolge hinzu, dabei immer ein bisschen warten und das Gemüse schmoren lassen:
    Karotten
    Paprika
    Zucchini
    Pilze
    Mango
  • Wenn alles angebraten ist, mit Kokosmilch ablöschen. Salzen und mit Gemüsebrühpulver, Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, geriebenem Ingwer, Chili, Knoblauch, Zitronensaft etc. würzen. Eine Mitköchin mogelte ebenfalls eine kleingeschnittene Aprikose sowie etwas mediterrane Kräuermischung für Tomatensoße hinein. Du siehst: alles geht!
  • Lass alles schön durchköcheln, insbesondere die Mango sollte schön zerkochen und sich quasi in der Kokosmilch auflösen.
  • Gib dann die Tomaten dazu.
  • Wenn das Gemüse für dich die richtige Konsitenz hat (bissfest, matschig, whatever), kommt das finale Abschmecken. Würze mit etwas Sojasoße oder Salz, füge gehackte Petersilie und etwas von dem Karottengrün hinzu. Und ganz herrlich wird es, wenn du am Ende geröstete Cashewkerne drüberstreust.

Guten Appetit!

Sauer macht lustig: Quitten-Träuble-Marmelade


Ich häng noch ein bisschen an dieser einen Frau und knabbere an dem Korb, den sie mir im Juli gegeben hat. Zwischendurch hat sie mir Apfelgelee geschenkt. Sie ist ein wirklich lieber Mensch mit einem riesengroßen Herzen, aber ich mag das Apfelgelee nicht. Es schmeckt fad und hat eine blasse Farbe. Sie mag dafür meine Marmelade nicht, weil da verschiedene Früchte zusammengemischt sind. Wegen ihr und der Tatsache, dass bei der samstäglichen Runde durch die Stadt an zwei Stellen der Radweg so blöd zugeparkt war, dass ich absteigen musste, hatte ich vorher einen ziemlichen Hals.

Und was bietet sich da an? Mischmasch-Marmelade in einer geilen Farbe zu kochen. Ich komme dabei wirklich nicht auf die Idee, mich an Rezepte zu halten oder daran, was gerade Saison hat, nein, wenn fraulinde ihren Marmeladenkochflash kriegt, muss daran glauben, was gerade im Bioladen und / oder auf dem Markt gut aussieht und nicht superviel kostet. So bin ich zu heutiger Kombination gekommen. Birnenquitten (sind etwas weicher als Apfelquitten) und Träuble (aka Johannisbeeren), Limette und  Zitrone. Die alle haben sich auf der Obstwiese nie gesehen, kommen aber in fraulindes Marmelade aufs Herrlichste miteinander klar.

Ich nehme:

  • 780 gr Birnenquitten (mit Schale und Gehäuse und allem drum und dran gewogen)
  • 500 gr Träuble
  • Saft einer Bio-Limette
  • Saft einer halben Bio-Zitrone
  • 500 gr Bio-Gelierzucker 2:1 (ich nehme meistens den von Neuform, gibt’s im Reformhaus)
  • Evt. 1 EL Himbeeressig

Und wer jetzt genau mitgerechnet hat, merkt, dass ich theoretisch zu viele Früchte im Verhältnis zum Gelierzucker genommen habe. 2:1 heißt 1 kg Früchte auf 500 gr Gelierzucker, und ich habe ca. 1,2 Kilo plus die Säfte. Aber Zitronen- und Limettensaft bringen nicht nur eine richtig geile Säure in die Marmelade, sie erhöhen auch die Gelierfähigkeit des Gelierzuckers. Falls die Marmelade doch mal nicht fest werden sollte, was mir bisher erst einmal passiert ist, kann man sie wunderbar zu Müsli, Eis, Mousse etc. essen, oder z.B. mit Agar Agar nachdicken.

An die Messer, fertig, los!

Die Quitten schäle ich mit einem Sparschäler; die Stellen, an die der Schäler nicht hinkommt, mit einem scharfen Messer. Ich entferne das Gehäuse und schneide die Quitten in kleine Stifte: ca. 0,5 mm breit und 1,5 mm hoch und 2 mm dick.

Ich schütte den Zucker in eine große Plastikschüssel, gebe Limonen- und Zitronensaft dazu, dann die gestiftelten Quitten und rühre alles einmal mit einem Löffel um. Die Quitte soll schonmal Saft ziehen, denn sie ist ja eine etwas härtere Frucht. In vielen Rezepten steht, man soll die Quittenstücke zuerst in Wasser kochen, aber das hab ich nicht gemacht, denn erstens mag ich stückige Marmelade, und zweitens könnte ich mir vorstellen, dass durchs Kochen in Wasser viel Geschmack verloren geht.

Ich wasche die Träuble und entferne sie von den Stilen. Ich sortiere die etwas angedatschten Träuble zum sofortigen Verzehr aus, weil die möglicherweise nicht mehr ganz frisch sind und Keime in die Marmelade bringen.

Dann gebe ich die Johannisbeeren unter die Quitten und lasse alles noch ein paar Minuten ziehen, bis sich etwas Saft gebildet hat. Anschließend schütte ich das Ganze in einen Kochtopf und erhitze es ganz langsam, ggfs. bei aufgelegtem Deckel. Es darf ruhig 20 oder 30 Minuten dauern, bis die Marmelade kocht, denn beim langsamen Kochen entfaltet sich erstens der Geschmack besser und zweitens können dabei die Quitten etwas kochen. Zwischendurch immer wieder danach schauen und umrühren

Sobald die Marmelade sprudelnd kocht, den Himbeeressig zugeben, rühren. Nach zwei oder drei Minuten (die Sprudel-Kochzeit steht auf der Gelierzuckerpackung) mache ich eine Gelierprobe auf einem Teller. Wenn dabei die Marmelade fest wird, fülle ich die Marmelade in vorbereite, heiß ausgespülte Gläser ab, drehe den Deckel fest zu und stelle die Gläser für eine halbe Stunde auf den Kopf.

Vielleicht war es das meditative Schälen oder das Johannisbeer-Zupfen oder die knallig roten Farbe, ganz sicher aber der herrlich säuerliche Geschmack der fertigen Marmelade – auf jeden Fall bin ich jetzt wieder zufrieden mit der Welt.

P.S.: Fotos folgen, sobald ich sie von meinem antiken Handy irgendwie auf meinen Laptop kriege.

vegane Schokomousse


Ich probiere ja gerade ein bisschen veganes Essen aus. Einmal, weil es ja angeblich nachhaltiger ist, aber auch, weil das für mich eine ganz neue Geschmackswelt eröffnet. Ich mag, dass man viel mit Nüssen machen kann und finde auch ab und zu Tofu sehr geil. Mit Sojamilch habe ich mich noch nicht so angefreundet, weil sie im Kaffee ausflockt, aber in diesem Rezept macht sie sich allerherrlichst. Diese vegane Mousse geht sogar schneller als die aus Pülverchen und schmeckt um Lichtjahre besser. Das Rezept ist  von einer Freundin, cheers!

Du nimmst:

1 Tafel Zartbitterschokolade (100 gr). Ich glaube, Zartbitterschokolade ist meistens vegan, aber im Zweifel lieber nochmal die Zutatenliste checken.

Sojamilch, ca. 150 Milliliter.

Du tust:

Brich die Schokolade in Stücke und schmelze sie langsam und vorsichtig in einem Topf. Wenn die Schoki fast ganz geschmolzen ist, füge einen Schluck Sojamilch hinzu und rühre sie mit einem Schneebesen unter. Ein bisschen warten und die Milch warm werden lassen, dann den nächsten Schluck hinzufügen, immer wieder umrühren. Die Schokomilch soll nicht  kochen, aber heiß sein. Wenn du die Sojamilch ganz dazugegeben hast, kannst du nach Herzenslust noch andere leckere Dinge hinzufügen, z.B. 2 Esslöffel Orangenmarmelade, Nüsse, Mandelmus, Chili, Zimt…  Die warme Schokomilch ist flüssig, was auch ok ist.

Fülle das Ganze  dann in eine  Schüssel um und stelle sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank zum Fest- und Moussig-Werden. Probiere und geh davon aus, dabei auf die Knie zu sinken.

Die fertige Mousse hat bei diesem Rezept eine Konsistenz zwischen Schokolade und Nutella, super zum Löffeln und dahinschmelzen. Der netten Frau, auf die ich mal stand und der ich diese Geschichte geschrieben habe, war sie allerdings zu gehaltvoll. Ich denke, man kann bis zu einem gewissen Maß die Mousse strecken, indem man weniger Schokolade und / oder mehr Sojamilch nimmt. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass bei sehr viel Sojamilch die Mousse nachher nicht mehr fest wird. Aber das müsst ihr büddebüdde selbst austesten, und ich freue mich über Berichte!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen und einen tollen Schokomund beim Naschen.

schnelle Bratkartoffeln


Bratkartoffeln_web

Hach, jetzt gibt es ja wieder neue Kartoffeln. Aus denen kann man ganz toll und schnell Bratkartoffeln machen!

Du brauchst:

  • 1 EL Butterschmalz
  • 1 große Zwiebel (6 cm Durchmesser), sehr fein gewürfelt
  • 4 rohe mittelgroße Kartoffeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer, Paprika
  • 1 Becher körnigen Frischkäse

Du tust:

Wasche die Kartoffeln und bürste sie, ich mache das immer mit einer einer Zahnbürste 🙂 Die Schale kann man bei neuen Kartoffeln gut mitessen, sie soll sogar ein paar Vitamine haben. Dann viertelst du die Kartoffeln und schneidest sie in ca. 0,5-0,8 cm dicke Scheiben.

Erhitze den Butterschmalz in einer Pfanne bei mittlerer Hitze (die Pfannenbeschichtung sollte noch gut und intakt sein, damit nichts anbrennt). Da ich’s leicht scharf mag, habe ich gleich zu Anfang einen getrockneten Chili Tepin zerbröselt und mitgebraten. (Chili Tepin hat mal der Mann meiner Cousine aus Mexiko mitgebracht, und nun wächst er bei meiner Mutter auf dem Balkon. Ich finde Chili Tepin super, weil er scharf, aber nicht zu scharf ist. 1 Beere ist perfekt für 1-2 Essensportionen ).

Gib die Kartoffeln in den heißen Schmalz und brate sie bei mittlerer Hitze und aufgelegtem Deckel. Wichtig ist, dass man nur ca. alle 5 Minuten den Deckel hebt und ggfs. die Kartoffeln wendet, denn in der Pfanne soll sich Wasser bilden, der sich innen am Deckel sammelt. So werden die Kartoffeln von unten gebraten und gleichzeitig weich gedünstet. Das ist zumindest meine unwissenschaftliche, auf Erfahrung beruhende Empfehlung.

Wenn die Kartoffelstücke anfangen, eine leicht braune Kruste zu bekommen, gib die Zwiebelwürfel hinzu, ebenso wie die halbierte Knoblauchzehe. Brate alles noch ein bisschen weiter bei aufgelegtem Deckel. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Kartoffeln kräftig zu salzen. Brate dann alles so lange weiter, bis die Kartoffeln innen weich sind und außen den gewünschten Bräunungsgrad haben.

Ich esse die Bratkartoffeln am liebsten mit Paprikapulver und körnigem Frischkäse. Auf dem Foto seht ihr außerdem noch Spinat, der musste weg 🙂 Die Kartoffeln schmecken so hammerlecker und würzig und nach Butter und jam! Sogar besser als Chips. Und waren in ca. 20-30 Minuten fertig. Juhu!

P.S.: fraulinde konnte in ihrem Luxusstudium eine Digitalkamera ausleihen, so dass der Artikel von Anfang an bebildert ist. Premiere!

Im Norden ist gut muscheln


Typisch: Ich gehe um die Ecke in den Supermarkt, um eine fehlende Zutat fürs Abendessen zu kaufen (heute: körniger Frischkäse, den ich so gerne zu Pellkartoffeln esse). Im Supermarkt komme ich ob der tollen Produkte dann auf neue Ideen. Heute fand ich z.B. ein Pülverchen, mit dem man Mac’n Cheese* machen kann. Das wäre ja auch was, dachte ich, kaufte das Pülverchen, und als ich zuhause war, hatte ich keine Lust mehr auf Mac’n Cheese, sondern auf einen Luxus-Nudelauflauf, also fing ich an, die zweite Packungshälfte von den Muschelnudeln zu kochen. Nach ein paar Minuten merkte ich, dass ich auch keine Lust auf Überbackenes hatte, sondern auf Gemüse. Und auf Aprikosen. Und Butterschmalz.

Was nach all der Verwirrung herauskam und in meinem Magen landete, lest ihr hier. Nennen wir das Ganze mal

Italienisch-marrokanische Muschelnudeln**

Dafür brauchst du:

  • ca. 250 gr. Muschelnudeln (Conchiglioni)
  • 0,5 EL Butterschmalz***
  • 1 Zwiebel, ca. 5 cm Durchmesser, fein gehackt
  • 1 Bio-Karotte, geviertelt und in Scheiben geschnitten
  • 1 Zucchini, geviertelt und in Scheiben geschnitten
  • 3 getrocknete Aprikosen, klein gehackt
  • 1 EL Tomatenmark
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Kugel Mozzarella
  • Lesbisches Olivenöl zum Drüberträufeln
  • Salz und Pfeffer

Und das Ganze braten wir in einer großen Pfanne mit Deckel (Deckel ist ganz wichtig, wie du noch sehen wirst)

Was du tust:

Die Muschelnudeln kochst du in heißem Salzwasser. Die brauchen eine Weile, ca. 18 Minuten. Gieße sie aber 1-2 Minuten vor Ende der Kochzeit ab, sie sollten noch richtig gut al dente sein.

Die Zwiebelwürfel brätst du bei mittlerer Hitze im Butterschmalz an, bei aufgelegtem Deckel. Sie sollten hell bleiben. Wenn sie anfangen glasig zu werden, gibst du die Karottenstücke dazu und brätst die Mischung weiter bei aufgelegtem Deckel. Wenn die Karotten anfangen zu duften und nicht mehr ganz roh sind, aber auch noch nicht weich, gibst du die Zucchini dazu und brätst alles weiter bei – richtig! – aufgelegtem Deckel. Wenn die Zucchini anfangen, weich zu werden, salze die Gemüsemischung und würze sie mit Zitronensaft. Nicht mit dem ganzen auf einmal, sondern nach und nach, je nach Geschmack. Gib nun die Aprikosenstücke dazu, lass sie ein paar Minuten mitschmoren, und gib dann das Tomatenmark hinzu, verrühre es, so gut es geht und lasse alles noch ein bisschen bei aufgelegtem Deckel weiterschmoren.

Wenn die Mischung schön durchgeschmort ist, aber das Gemüse noch etwas Biss hat, kannst du die gekochten Muschelnudeln zum Gemüse geben und alles verrühren. Ich lege dann nochmal den Deckel drauf und lasse es ein paar Minuten leise köcheln, damit die Nudeln sich mit dem Gemüse vermischen. Die Mozzarella-Kugel drücke ich etwas mit der Hand aus und schneide sie in Würfel. Am Ende schöpfe ich die Muschelnudeln mit Gemüse auf einen Teller, verteile etwas Mozzarella darüber und beträufle das alles mit etwas Olivenöl. Dann kommt noch etwas frisch gemahlener Pfeffer drüber, und fertig ist die Herrlichkeit.

Das ist erstens mal viel hammerleckerererererer als Mac’n Cheese und zweitens viel gesünder und drittens kreativer. Das Besondere daran ist aus meiner Sicht das süß-säuerliche Aroma der Aprikose und ihre schöne fleischige Konsistenz in Verbindung mit dem frischen Geschmack des Mozzarella und dem zitronigen, sommerlichen Geschmack meines Lieblings-Olivenöls. Ein ganz neuer Geschmack, herzhaft und süß und frisch, wie bei 25 Grad am Mittelmeer! Da kann’s draußen hundertmal Minusgrade haben und der Nordwind unter sämtliche Kleidungsschichten und Fensterfugen kriechen. Hah!

Übrigens: ich schreibe glaube ich all diese Rezepte gar nicht auf, damit sie jemand nachkocht, wobei ihr das supergerne tun dürft, ich freue mich riesig darüber! Aber ich finde, es geht gar nicht darum, nach einem Rezept zu kochen, weil ich das fast nie tue, sondern mit ein paar Zutaten anzufangen, und dann immer wieder zwischendurch probieren, was noch dazupassen könnte. Ich glaube, ich will euch einfach dazu inspirieren, auch so geile Gerichte zu zaubern. Habt Spaß beim Kochen!

——

*Maccaroni and Cheese; d.h. Röhrchennudeln mit Käsesoße überbacken

** italienisch, weil fast alle gute Pastagerichte italienisch sind, gell? Und marokkanisch wegen der Aprikosen und dem Sommer und weil zwei Freundinnen von mir dort waren. Hach!

*** Heute habe ich’s aber mit den Sternchen, ne? Natürlich kannst du auch Öl statt Butterschmalz nehmen, aber ich finde, dass der Schmalz das Gemüse langsamer und intensiver brät und einen schönen Buttergeschmack abgibt.