Um die Ohren hauen


Das „Um-die-Ohren-Hauen“ ist eine wichtige Instanz beim Schreibprozess. Es ist die super-ultimative zuverlässige Bremse.

Denn in Schreibwerkstätten wollen hilfsbereite Menschen Sätze identifizieren, die „Ihnen später jeder Lektor um die Ohren haut“ oder die „Ihnen später jeder Literaturkritiker um die Ohren haut“. Tun Sätze weh? Soll man einfach Strg-X machen und gut ist, ungefähr so wie ein Kilo abnehmen und gut ist? Machen Sie das 12 Wochen lang und Sie sind perfekt, ebenso wie Ihr Text? So dass man mir irgendwann nichts mehr um die Ohren hauen kann?

Und kann ich die Um-die-Ohren-Hauen-Sätze nicht einfach drin lassen, denn falls ich so viel Glück haben sollte, dass mein Roman überhaupt veröffentlicht wird und dann noch das Riesenglück habe, dass er bei knapp 100.000 Neuerscheinungen pro Jahr überhaupt von irgendjemandem rezensiert wird, können sie mir soviel um die Ohren hauen wie sie wollen, oder? Und möchte ich wirklich den Literaturkritikern ihre – vielleicht einzige – Freude nehmen?

Ich schreibe gerade einen Text für einen Wettbewerb, eine ganz neue Geschichte, zu der mich die neue Frau inspiriert hat. Wir kommen dabei beide schräg rüber, sie glaube ich noch weniger schräg als ich. Soll ich die Geschichte abschicken mit dem Risiko, dass sie unter die ersten zehn kommt und veröffentlicht wird? Für wie eitel halte ich mich eigentlich zu glauben, dass sie Top Ten wird?* Falls wir wirklich zusammenkommen sollten UND ich in die Top Ten komme, kriegt sie die Geschichte mit. Wird sie es verstehen oder wird sie mir die Geschichte um die Ohren hauen? Setze ich mit der Einreichung der Geschichte eine bis jetzt nicht existierende Beziehung aufs Spiel? Soll ich andersherum auf einen möglichen Punkt in meiner aktuell leeren Publikationsliste verzichten, nur weil ich vielleicht unter irgendwelchen glücklichen Umständen, die ich mir momentan nicht ausdenken kann, mit dieser Frau zusammenkommen könnte?

Zu viele Variablen, das hasse ich.

Vielleicht würde mir ein Skihelm gut stehen.

* mittel-eitel, würde ich sagen, und die schiere Logik sagt, dass sich bei den Wettbewerben und Stipendien ca. 10-20 Menschen pro Preis / Stipendium bewerben, also wenn man das wie ich schon seit einer Weile macht, ist es irgendwann soweit.

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Fotos von Berlin und Schweden


Hey Ihr Hübschen,

nach hartem Zähen und Ringen habe ich neue Fotos online gestellt (denn: intiuitv erschloss sich mir das Bildergalerien erstellen und verwalten nicht).

Hier sind welche von Berlin und hier welche von Südschweden. Wer mag, darf gerne mal schauen.

Und wenn ihr wissen wollt, was ich auf meiner Reise alles dabeigehabt habt oder ihr selbst eine Rucksacktour plant, könnt Ihr hier die Packliste anschauen.

Lasst mal hören, wie Ihr sie findet.

Herzliche Grüße von Eurer fraulinde

Zeit


für dich, Lesbomat, und danke fürs Quengeln! 🙂

Was mich manchmal ärgert, ist die unterschwellige Meinung von manchen Menschen, dass Arbeitslose Zeit haben, d.h. sehr viel Zeit im Vergleich zu arbeitetenden Menschen.

Ich bin arbeitslos. Hab ich Zeit? Naja…

Zuerst einmal gehe ich 14 Stunden pro Woche arbeiten, verteilt auf 3 Arbeitstage, plus 3 Stunden Fahrzeit insgesamt. Dann habe ich noch ein bis zwei Ehrenämter. Zeitaufwand pro Woche: 2-3 Stunden. (Da sind wir schon bei 20 Stunden). Dann gibts natürlich noch den Haushalt, ca. 4-5 Stunden, inkl. Einkaufen und Kochen. Ok, das hat jeder Berufstätige auch.

Ja, ich habe Zeit. Aber nicht so viel, um sie zu verschwenden. Ich habe keine Zeit dafür, fünf Mal den Supermarkt abzulaufen, weil ich kein Mehl, keinen Joghurt, keinen Tiefkühl-Spinat finde und mich dabei von Plätschermusik bedudeln zu lassen, die mich noch genervter macht, weil ich dann die Musik aus meinem MP3-Player nicht höre.

Ich habe auch keine Zeit, mich online bei einem Bewerberportal zu bewerben, schön ordentlich meine tausend einzelnen Tätigkeiten einzugeben, nur um am Ende vergeblich auf die Bestätigungsmail zu warten. Als ich da heute anrief, sagte man mir, die Bewerbung wäre tatsächlich nicht angekommen. Die Daten sind auch nicht irgendwo zwischengespeichert worden. Die Dame dort war sehr nett und ich konnte sie in dem Zusammenhang gleich ein paar gute Sachen zur Stelle fragen und gleichzeitig meine Qualifikationen dafür herausstellen.Wer weiß also, wofür es gut war…

Zwischenfazit: ja, ich habe viel Zeit, die ich mir frei einteilen kann, aber ich möchte auch diese viele freie Zeit für Dinge nutzen, die mir wichtig sind: meinen Roman schreiben, bei anderen Projekten mitmachen, mit Freunden kochen, Sport machen, Bloggen… Ich möchte meine Zeit nicht verschwenden.

Und ich sehe Online-Formulare für Bewerbungen als zusätzliche Zeitbelastung, fast als Schikane, weil man alle Jobs und Praktika, Fremdsprachen einzeln eingeben muss (und das sind viiiiiele bei mir) und dann eh noch einmal alles als Anschreiben und im Lebenslauf formuliert. Doppelte Arbeit. Und wenn die Formulare dann noch so unzuverlässig sind wie das gestern! Man konnte während der Eingabe, die ca. eine halbe Stunde gedauert hat, nicht zwischenspeichern. Wenn ich also versehentlich den Browser geschlossen hätte, wäre alles weg gewesen. Aber wieso sollte ein IT-Fachmann auch für so ein luxuriöses Feature wie Zwischenspeichern Stunden aufschreiben? Denn Bewerber haben ja Zeit.

Ich glaube, manche Menschen finden, dass man Arbeitslose mit Extrem-Bewerbungsschreiben belasten darf. So: „ja, sollen die ruhig viele Bewerbungen schreiben, gerne auch Online-Formulare ausfüllen, alles besser als Fernzusehen.“

Bewerbungen zu erstellen ist überhaupt eine der stumpfsinnigsten und müßigsten Tätigkeiten. Immer wieder das eigene Leben zu durchforsten, zu überlegen, wie kann ich meine Erfahrung und meine Persönlichkeitszüge so hindrehen, dass sie auf die Stelle passen. So zu tun, als sei man die eierlegende Wollmilchsau und hätte sein ganzes Leben lang auf diese Stellenanzeige gewartet. Und natürlich bewerben sich auf viele Stellen einfach mal 200 Menschen. [Ein Medikament, das eine „Trefferquote“ von 0,5% hat, würde nie zugelassen.]

Aber dennoch steckt man Hartz IV-Empfänger in Seminare, in denen sie 8 Stunden am Tag Bewerbungen schreiben müssen, egal ob sie auf diese Stellen passen oder nicht. Bewerbungen schreiben sehen Arbeitsagentur-Angestellte vielleicht als  Therapie gegen Arbeitslosigkeit und Verwahrlosung. Bewerbungen schreiben ist fast wie Buße tun, Buße an der Gesellschaft, der man auf der Tasche liegt. Deshalb darf das Bewerbungen schreiben auch weh tun und mühsam sein, muss es vielleicht sogar, denn Bewerbungen schreiben nur Menschen, die schuldig geworden sind. Ich glaube, Bewerbungen schreiben ist die heutige Form von sich auspeitschen lassen oder sich selbst zu geißeln.

Es ist nur: niemand außer der Kirche hat jemals von Selbst-Geißelungen gehabt. Niemand außer der Arbeitsagentur hat etwas von Extrem-Bewerbungen-Schreiben.

Und ich glaube manchmal, Unternehmen verwenden diese Online-Formulare als eine Art Gütesiegel. Denn so ein Ding auszufüllen ist Fleißarbeit und erfordert Sorgfalt. Es ist vielleicht eine erste Hürde, an der Menschen, die es mit einer Bewerbung vielleicht nicht so ernst meinen, es sein lassen. Und es zeigt nach außen: wir setzen auf motivierte, fleißige und zuverlässige Mitarbeiter. Der offensichtliche Nutzen von so Online-Masken ist z.B., dass man alle Bewerbungen nach bestimmten Stichwörtern scannen kann, dass das System sofort Lücken im Lebenslauf ausrechnet und ausgibt, und dass der arme Personaler, der ja sowieso die allerbedauernswerteste Figur in unserer Gesellschaft ist, die hunderte von Bewerbungen schön vereinheitlicht vor sich hat.

Dabei könnte man das Bewerbungen schreiben auf ein sinnvolles Maß begrenzen, und stattdessen den Menschen, die vielleicht wirklich nicht wissen wohin mit ihrer freien Zeit, anbieten, sich ehrenamtlich bei Projekten zu engagieren oder mal für eine gemeinnützige Institution Flyer verteilen, bei einem Fest mithelfen und so vielleicht wichtige Kontakte zu knüpfen.

So!

Vorstellungsgespräche wie Tag und Nacht


Wisst ihr, was ich richtig gut fände?

A) wenn alle Bibliotheken, Geschäfte und alle Orte, in denen man während seines Aufenthaltes seine Tasche mit Pfand einschließen kann, sich auf

EIN EINHEITLICHES PFAND einigen würden. Das würde den Studenten und allen Menschen wie mir, die immer ihren halben Hausstand dabei haben, das Leben etwas erleichtern. Ist doch nicht so schwer: 1 Euro oder 2 Euro.

B) wenn sich alle einstellenden Firmen, Institutionen auf

EIN EINHEITLICHES VERFAHREN BEIM VORSTELLUNGSGESPRÄCH einigen würden. Damit würden sie allen arbeitssuchenden Menschen und vor allem sich selbst das Leben ungeheuer vereinfachen.

Mir würde es ungeheuer helfen, wenn es irgendwo eine Liste mit Fragen gäbe, die immer, wirklich immer drankommen. Dann könnte ich mich dafür vorbereiten. Ich könnte wie für eine Prüfung lernen. [kurze Zwischeninfo für alle, die sich noch für das einheitliche Pfand interessieren – davon kommt jetzt in diesem Artikel nichts mehr, es war nur ein Aufhänger für das Thema „Vorstellungsgespräch“]

Ich hatte vor ca. 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch (VG1), bei dem ich mich nicht so sehr vorbereitet habe. Habe mir zwar die Webseite angeschaut, ihre Pressearbeit, mir Fragen dazu überlegt, mich auf die typischen Fragen vorbereitet wie: Was sind Ihre Stärken, Schwächen, warum wollen Sie bei uns arbeiten… Und dann artete das VG1 in eine Grillparty aus. Ratet mal, wer das Stück Fleisch auf dem Rost war… Die wollten ganz genau wissen, wie ihr Unternehmen strukturiert ist, wieviele Mitarbeiter es gibt und meinten dann vorwurfsvoll: „Sie haben einen Unternehmensteil vergessen.“ (Böse fraulinde, ganz übel). Bei der Frage nach meinen Schwächen ließen sie sich auch nicht mit dem chaotischen Schreibtisch abspeisen, den ich trotzdem jeden Abend aufräume. Wie sich das fürs Grillgut gehört, trat mir schon nach kurzer Zeit gaaanz viel Wasser aus den Poren. Und irgendwann hab ich bei ihren Fragen innerlich nur noch gelacht und hatte dann wohl eine Scheißegal-Einstellung. Aber sie waren noch nicht ganz durch mit ihrem fünfseitigen Fragenkatalog. „Was machen Sie in Ihrer Freizeit?“, las die Personalassistentin von ihrem Skript ab.

Eins wissen sie: sie wollen nicht mit mir zusammenarbeiten – die Unterlagen haben sie mir schon zurückgeschickt. Aber: wissen sie auch, wie ich mich im normalen Arbeitsalltag mache? Kann man das überhaupt durch Fragen herausbekommen?

Gestern hatte ich wieder ein Vorstellungsgespräch  (VG 2), das komplett anders lief. Ein kleiner, gemeinnütziger Verein. Inzwischen bin ich es ja schon gewöhnt, dass mir da mindestens 80% des Vorstands plus noch andere wichtige Leute gegenübersitzen und weiß auch, dass der Großteil davon nichts sagen wird. Bei einem Vereins-VG geben sie sich meistens Mühe, dem Bewerber zu zeigen, wie vertraut z.B. die Geschäftsführerin mit dem Vorsitzenden umgeht, was für ein lockeres, kameradschaftliches, gleichwohl respektvolles Verhältnis man hat. Und auch wenn ein Vorstand wie gestern den Vorsitzenden anpflaumt, als er mir Sprudel einschenkt: „jetzt mach aber mal fertig mit deinem Sprudel, du gehst mir grad echt aufn Sack“ ist das einfach der herzlich-humorvolle Umgangston, bei dem am besten auch die Bewerberin schmunzelt.

Und natürlich haben die mich auch gefragt, warum ich mich dort beworben habe, und wie ich mir die Stelle vorstelle. Bei der Frage, wieviele Mitglieder denn so zu der von mir zu organisierenden Versammlung kommen, sagt er eine Zahl und lässt sich dann breit über die Funktion der MV aus. Als ich vorschlage, die Facebook-Seite des Vereins mehr zu nutzen, entspinnt sich eine Diskussion zwischen dem Vorstand und dem Geschäftsführer („vielleicht“ vs. „des brauch mr net“). Mhm. So irgendwie haben sie glaub ich schon kapiert, dass ich was drauf habe. Aber ihr Redeanteil war bei 80%. Da kann ich nur hoffen, dass neben meinen wenigen Worten meine Frisur und Klamotten meine Kompetenz unterstrichen haben.

Für dieses Interview hab ich mich tief in das Thema des Vereins eingearbeitet. Ich könnte jetzt Vorträge darüber halten. Haben sie mir Fragen dazu gestellt? Nein.

Die Vorstellungsgespräche waren wie Tag und Nacht. Und beide meiner Meinung nach nicht zielführend. Im ersten haben sie vor allem meine fachliche Seite gecheckt. Im zweiten eher meine persönliche, insbesondere meine Zuhörfähigkeit.

Aber ob ich zu der Stelle und der Umgebung passe?

Wieso schicken die Unternehmen uns Bewerbern nicht einfach eine Liste mit 50 Fragen, aus denen wir uns 10 aussuchen und beantworten können. Das fänd ich gut.

Volunteer


Da machste ehrenamtlich bei einem gemeinnützige Gay Event mit, getrieben einzig von dem Wunsch, etwas Gutes zu tun und Geld zusammen zu bekommen, kontaktierst unzählige Schwule und Lesben, damit sie helfen, und da geht es schon eher in den Eigennutz über, da man denkt, naja, eine dieser vielen vielen Frauen…, am Telefon hörte sie sich nett an,

Määääääääh, Stop, falsch!

Denn bei so gemeinnützigen Veranstaltungen melden sich grundsätzlich nur Frauen mit Partnerin. Wenn sie sich schon nicht im Doppelpack als Helferinnen anmelden, dann gehen die Telefonate so: „ja, ich übernachte da eh bei meiner Freundin, und die wohnt in der Nähe des Veranstaltungsorts.“

oh, schade, ja super, das passt ja gut.“

Oder  erst heißt es: „ich bring noch eine Freundin mit“. (Hoff, super, bin mal gespannt). Und dann sagt sie im Telefonat: „wenn sie sich denn aufraffen kann, mitzukommen“, und das in so einem angenervten Ton, dass die Rede nur von der Partnerin sein kann.

Hm, also wenn ich den Event nächstes Jahr wieder mitorganisiere, werde ich als Bedingung für Helferinnen machen, dass sie single sind.

Bei schwulen Männern bin ich eigentlich froh, wenn sie im Doppelpack zum Helfen antreten. Denn ein schwuler Single, man stelle sich ihn als Helfer vor. „So, du hast dich online angemeldet, wirklich, also sowas, ist ja gaaanz toll. Ich sag ja immer, … (blablaba). Was machst du nachher / Gib mir doch deine Telefonnummer.“ Da würden die Leute ja stundenlang anstehen müssen. Oder er würde mit dem Nächstbesten im Gebüsch verschwinden und seinen Helferposten verwaist zurücklassen.

So, mal wieder ein paar Klischees verbreitet.

Es ist nur so: ich will nicht nur so Events vorbereiten, ich will selbst eine von denen sein, die mit ihrer Freundin zum Helfen kommt.

Welcome back to life… as a Honorarkraft


Yippie!

Habe heute einen kleinen Honorarjob klargemacht. Freu mich sehr. Seit ca. 2,5 Monaten habe ich gar keine Arbeit mehr gehabt, kein Geld verdient, viel zu viel Zeit auf Facebook vertrödelt und Bewerbungen geschrieben.

Ja, und dieser Job ist nur 4 Stunden pro Woche, mit einem schönen Stundensatz, in einem kleinen Team für einen gemeinnützigen Zweck.

Ohoh, da merke ich gerade, dass sich „kleines Team“ und „gemeinnützig“ nach meinem Ex-Job anhören. Aber ich freu mich riesig! Yeah!

Ich will keinen 40-Stunden-Job mehr. Es gibt so viele andere schöne Dinge auf der Welt. Bloggen z.B.

Daten z.B.

Nähen z.B.

Wer hat da noch Zeit zum jeden Tag arbeiten gehen? 🙂

Liebe Leserinnen und Leser, genießen Sie den Sommer!

Tuckenterror


Heute durfte ich mal wieder einen kurzen Einblick in eine schwule Beziehung erhaschen. Ich organisiere ehrenamtlich eine Veranstaltung für Schwule und Lesben mit, und heute war ich mit dem Chef-Organisator um 10 Uhr verabredet. Ich klingelte also bei einem Mann, den ich erst einmal zuvor gesehen hatte, an der Wohnungstür – auf dem Schild stand noch ein zweiter Nachname. Er macht mir auf, bittet mich herein, und mein erster Blick fällt auf einen Mann im Nebenzimmer, in Unterhose und T-Shirt.

Ich schaue betreten auf den Boden vor mir, sage hallo zu dem Freund, während der Organisator durch die Wohnung flitzt und mit seinem Freund diskutiert. Ich schaue mich vorsichtig in der Wohnung um, im Flur steht ein Wäscheständer mit 8 gleichen Unterhosen in verschiedenen Farben. Der Freund steht vor dem Computer und versucht, einen Stadtplanausschnitt auszudrucken. Wir werden heute den Veranstaltungsort besichtigen und brauchen dafür anscheinend den Stadtplan. Zwischendurch schimpft er mit Organisator: „Und wegen sowas muss ich um 10 aufstehen“. Der Organisator bietet mir etwas zu trinken an, und irgendwann kommt der Mann in Unterhosen mit einem ausgedruckten Stadtplanausschnitt an: „Ich habs einfach in Word kopiert.“ Geht zurück ins Nebenzimmer, und meckert: „toll, jetzt bin ich wach. Ich geh jetzt duschen.“ Und der Organisator sagt: „Na also, du wolltest doch heute eh bügeln.“ Sein Freund zeigt ihm den Stinkefinger.

So etwas rührt mich. Später nennt ihn der Organisator „meinen Göttergatten“.

Ich glaube, ich würde mit meiner Partnerin genauso reden.

Ach ja, sorry für den reißerischen Titel. Beide sind keine Tucken. Aber die wenigsten Zicken sind Zicken.