Gastbeitrag vom Em: vegane Schokolade selbst gemacht


Eine sehr liebe Freundin Em hat mich gebeten, dieses superleckere Rezept für selbstgemachte vegane Schoki veröffentlichen zu dürfen. fraulinde proudly presents: Ems Variante von Attila Hildmanns Schoko-Rezept. Read and drool!

Em:
„Attila Hildmann hat sich diese Schokolade ausgedacht und in seinem Buch Vegan for Fit veröffentlicht. Ich hatte sehr viel Freude bei der Zubereitung (nachdem die Förmchen und die Kakaobutter endlich eingetrudelt waren)…. nur fand ich sie so komisch fettig (zu viel Kakaobutter) im Mund und Geschmack und einfach wirklich nicht süß genug für meine kleinen Geschmacksknospen. Die Enttäuschung war groß! Und deshalb hielten die 3 Tafeln auch ca. 4-6 Wochen obwohl ich sie immer, mit schlechtem Gewissen, irgendwelchen Leuten anbot. Ich esse wirklich von Herzen gerne gesund und meine Schokolade muss dennoch lecker sein und auch süß genug! Gedacht, getan. Sie ist wunderbar knusprig, ausreichend süß, geschmacklich genau nach meinem Wunsch und schaut gut aus. Hier jetzt, viele Monate nach der großen Enttäuschung, die Anleitung für das für sehr gut befundene Ergebnis meines 2. Versuchs:
Vegane Schokolade – So gut!
(Eine Abwandlung von Attila Hildmanns Vegan for Fit Schokolade)
 
Zutaten
75 g Kakaobutter
95 g Mandelmus (hell oder dunkel)
30 g Kakao
75 g Süßungsmittel (z.B. 50 g Agavendicksaft + 25 g Vollrohrzucker)
Messerspitze Vanille
Messerspitze Salz
 
40 g Cashewnüsse
10 g Cornflakes
 
Zubereitung
  • Die Cashewnüsse klein hacken und rösten.
  • Die Kakaobutter im Wasserbad schmelzen lassen.
  • Währenddessen das Mandelmus, den Kakao, das/die Süßungsmittel, Vanille und Salz abwiegen und verrühren. Dann die geschmolzene Kakaobutter mit einem Schneebesen einrühren bis eine gleichförmige Masse entstanden ist.
  • Wichtig: Es darf kein Wasser in die Masse gelangen!
  • Die Masse in Schokoladenförmchen oder in flache Tupperdosen füllen, zunächst ca. halb voll/halbe Tafel hoch. Dann die Cashewnüsse und Cornflakes darauf verteilen. Anschließend noch etwas Schokoladenmasse darüber geben.
  • Für 20 Minuten ins Tiefkühlfach stellen. Fertig!
P.S. Bei allem Respekt, Mr. Hildmann hat es aus meiner Sicht nicht so mit Mengenangaben. Bei mir ergeben diese Zutaten nicht „eine große“ Tafel sondern 3 normal große Tafeln á ca 100 Gramm. Wer jedoch meint, Attila ist „the man“ oder „the vegan prophet“, hier ist seine Version, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.“

Ich hab heute die Druckfahnen bekommen


Ich wollte schon sehr lang mal den Satz sagen können: Ich hab heute die Druckfahnen bekommen. Heute kamen meine ersten Druckfahnen für meine allererste Veröffentlichung in einer Anthologie.

Druckfahne hört sich wie etwas an, das ein Druckereimitarbeiter nach einem harten Arbeitstag in einem Maschinenraum ohne natürliches Licht  hat, aber tatsächlich ist es eine Vorschau auf den Text, wie er nachher gedruckt aussehen wird. Der Grafiker oder die Grafikerin hat also mein schönes Geschreibsel von einer Word-Datei in ein Layoutprogramm gesetzt und Grafiken, Fotos, Seitenränder, Schnittränder eingefügt. Und ich muss / kann noch mal drübergucken, ob z.B. Zeilenumbrüche, Absätze, Trennungszeichen stimmen, all so’n Kram. Und ich habe heute drei Schreibfehler gefunden, die unserem Oberlektor entgangen sind. Man schreibt z.B. „Schienenbein“ nicht wie die Schiene, sondern Schienbein. Die Druckfahne ist quasi das letzte Ultraschallbild, bevor das Baby rauskommt.

Natürlich kann man zu diesem Zeitpunkt keine ganzen Absätze mehr streichen oder einen ganz anderen Text schicken. Wobei man das schon können kann, aber das zerhaut dem Grafiker die ganze Layout-Datei, und damit macht man sich so kurz vor dem Drucktermin nicht direkt Freunde. Wenn ich jetzt also beim Ganz-Genau-Lesen gemerkt hätte: „oh nein, niemals“, hätte ich nur noch Kommas ändern können und fingernagel- und gummibärenmampfend zuschauen müssen, wie das Zeug gedruckt und verbreitet wird. Das Foto von mir ist supersuperdoof ausgeschnitten, aber das lass ich jetzt so.

Der gute Kant, der Immanuel, hat es anscheinend gebracht, Sekunden vor dem Druck nochmal die Buchstaben umstellen zu lassen, weil ihm des nachts noch genauere, passende Formulierungen für seine Ideen eingefallen sind.

Ich glaube übrigens, die Druckfahne wurde erfunden, damit dem Drucker die Fahne erspart bleibt.

Und warum schreib ich das alles? Weil das meine Art ist, riesengroße Freude zu zeigen.

Neue Frisur


Also gut. Eigentlich fand ich es ein zu banales Thema. Aber nachdem die Lobhudeleien und bewundernden Blicken nicht abreißen, schreibe ich doch darüber.

Ich habe jetzt kurze Haare. Für alle, die mich nicht live kennen: ich hatte vorher überschulterlange Haare. Nun sind gerade noch die Ohren etwas bedeckt. Ursprünglich hat mich ja die hotte Casey Legler zum Haarelassen inspiriert. Ich dachte kurzzeitig sogar daran, mir die selbe Frisur machen zu lassen, weil ich ihren Look so scharf finde. Schließlich studiere ich gerade und kann im Prinzip mit meinen Haaren machen, was ich will.

Gegenüber der Friseurin habe ich mich allerdings nicht getraut, ein Foto von Casey zu zeigen, weil ich die Friseurin noch nicht kannte und sie nicht einschätzen konnte. Aber nach meiner Versicherung, dass ich kurze (gerne auch richtig kurze) Haare will und ich für alles offen bin, meinte sie geheimnisvoll: „ich habe da schon eine Idee“. Bevor sie die Schere ansetzte, wollte ich doch ungefähr wissen, welche Idee das ist, also zeigte sie mir auf ihrem IPad Fotos von Christiane Paul mit kurzem Haar (warum kennt eigentlich fast niemand Christiane Paul?) Ich finde sie seit „Das Leben ist eine Baustelle“ super, dachte aber, ihre Frisur steht mir nie, weil Christiane so zierlich ist. Aber die tolle Friseurin hat den Haarschnitt genau auf meine Gesichtsform, meine feinen Haare und meine Wirbel angepasst.

Der Schnitt sieht selbst direkt nach dem Aufstehen klasse aus. Ich muss nur einmal durch die Haare wuscheln, um einen neuen Style zu haben, weil die Haare so kurz und unregelmäßig geschnitten sind.

Und wenn ich in meiner ungeputzten Hildesheimer Wohnung noch lange Haare im Waschbecken sehe, freue ich mich, weil ich in Zukunft nur noch halb oder ein Drittel so viel Haar wegputzen muss. Ich glaube sogar, ich verliere seitdem weniger Haare. Oh, es ist so toll! Und Freunde, die mich mit der neuen Frisur sehen, überschütten mich mit Komplimenten. Eine halbe Stunde später starren sie immer noch auf meinen Kopf und sagen, wie toll es aussieht. Das ist echt die beste Frisur, die ich jemals hatte!

Gleich nach dem Friseurbesuch bin ich zum H&M shoppen gegangen und stellte fest, dass mir jetzt ganz andere Klamotten stehen. Ich trug bisher immer hüftlang und eher schlabbrig. Jetzt stehen mir auf einmal eng anliegende Oberteile, die auf der Taille enden. Ohne Scheiß! Ich fühle mich locker drei Jahre jünger und 10 Kilo leichter. Und weiblicher, obwohl ich jetzt kurze Haare habe. Es ist echt der Hammer.

Gibt’s auch einen Nachteil? Ja, der Hildesheimer Wind pfeift jetzt ungebremst in meine Ohren. Aber darauf pfeife ich (sorry für den Kalauer).

Ich würde jetzt gerne meine supertolle Frisur durch ein Foto mit euch teilen, aber ich lasse das aus zwei Gründen: ich habe welche mit meiner analogen Kamera gemacht, und der Film ist noch nicht voll. Zweitens will ich hier anonym bleiben, also zumindest mein Gesicht anonym halten, nachdem ich sonst ja so ziemlich alles mit meinen LeserInnen teile.

Hattet ihr auch schon mal so tolle Friseurinnenerlebnisse? Please share! Habt ein schickes Wochenende.

Casey Legler


It’s official, I have a new crush, and her name’s Casey Legler. She makes me wanna run to the best hairdresser in town and have my hair cut the same way and throw away all my pink tops.

Check her out! Hier gibt’s ein Video-Interview von ihr, und hier ein paar hotte Fotos.

Gestern habe ich mich nämlich bei einer Freundin zum „Germany’s next top model“-Gucken eingeladen und auf ihrem wunderbar großen Fernseher haben wir anschließend noch red! geguckt. Darin kam ein kurzer Bericht über Frauen, die als Männermodels und Männer, die als Frauenmodels arbeiten, u.a. mit Casey Legler. Sie ist als Frau geboren und identifiziert sich auch als Frau, soweit ich das verstanden habe, arbeitet aber ausschließlich als Männermodel. Und das Schöne ist, dass sie im Anzug genauso gut aussieht wie in High Heels.

Eine wunderschöne, spannende Frau. Sie inspiriert mich gerade total. Gestern Abend lag ich im Bett und habe mir schon überlegt, welche meiner Klamotten ich noch tragen kann, wenn ich mich wie Casey style. Ich überlege schon länger, etwas mit meinen Haaren zu machen, ich will sie aber nicht einfach nur kurz schneiden. Ich glaube, wenn ich eine Typveränderung mache, dann will ich auch androgyn rüberkommen, weil ich Menschen wunderschön und spannend finde, die gleichzeitig sehr weiblich und sehr männlich wirken. Und was mir an Casey super gefällt, ist, dass sie nicht die ultracoole Butch raushängen lässt, sondern viel lacht und sich auch weich gibt.

Und klar, ich möchte andere auch nicht kopieren, ich bin ich, und Casey ist so cool, weil sie was Eigenes macht, aber ich würde riesig gerne wissen, ob ihr sie auch so hot findet!

Und an alle Lesenden, die mich auch in echt kennen: würde mir ihre Frisur stehen? Casey ist jedenfalls mein größter Crush seit Jon Bon Jovi!

Jahresrückblick 2012


Hey Ihr Lieben,

bei AlexamAlex habe ich diesen Fragebogen für den Jahresrückblick gefunden, danke für die Inspiration.

Zugenommen oder abgenommen?

Weder noch. Ich habe seit Jahren mein Wohlfühlgewicht und genau die richtige Menge Hüftgold.

Haare länger oder kürzer?

Länger. Sie bekommen aber am 5. Januar einen neuen Schnitt von einer neuen Frisuerin. Ich habe eben sehr feine Haare, da sieht es ab einer gewissen Länge einfach nur platt aus.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Konnte noch nie kurzssichtig von weitsichtig unterscheiden 🙂

Mehr Kohle oder weniger?

Weniger, da ich anfange zu studieren. Ich kann aber mehr mit der wenigen Kohle anfangen, da die Mieten in Hildesheim niedrig sind. Ich kann ganz Niedersachsen bereisen dank tollem Studiticket.

Der hirnrissigste Plan?

Mich bei Gay-Parship anzumelden. War ja ganz nett und ich finde es schön, die K dort kennengelernt zu haben, aber es ist ein komisches, unromantisches Geschäftsmodell.

Die gefährlichste Unternehmung?

Küstenwanderung in Cornwall bei Nebel, Regen, Hitze, Wind. Aber auch sehr geil.

Mehr Sport oder weniger?

Zuerst mehr, da ich bei Wind und Wetter und Schnee und Hitze und allem gewalkt bin. Durch Verlagerung des Hauptwohnsitzes kann ich leider nicht mehr mit meiner Lieblingsgruppe walken. Außer jeden Tag in den 4. Stock Altbau klettern geht leider kaum Sport.

Die teuerste Anschaffung?

Ein Sofa vom Trödel.

Das leckerste Essen?

Hui, das kommt vielleicht morgen in Form eines sechsgängigen, vegetarischen Silvestermenüs. Und dann gibt es so viele leckere selbstgekochte Essen, an die ich mich ob ihrer Häufigkeit nicht mehr erinnern kann. Hightlights sind immer, wenn ich mit anderen Menschen zusammen esse, wie z.B. vorgestern mit zwei lieben Freundinnen eine einfache Bohnensuppe mit Kartoffeln, Zwiebeln, Nudeln und Broccoli.

Das beeindruckenste Buch?

Paradise von der guten A.L. Kennedy, das ich anlässlich eines Referats wieder angelesen und gemerkt habe, dass ich gerne so intensiv, furchtlos und ehrlich wie sie schreiben möchte. Auch sehr geil war Die Schatten des Windes von Zafon.

Das enttäuschendste Buch?

Gibt es in dem Sinne nicht, da ich Bücher, die mich nicht ansprechen, nach dem ersten Satz, spätestens aber nach dem ersten Kapitel zur Seite lege.

Der ergreifendste Film?

Oh je, ich vergesse immer, welche Filme ich geschaut habe. Hm, „Fremde Haut“ fand ich sehr klasse und ergreifend. Ist ja schon etwas alt, hat aber die beste Sexszene zwischen zwei Frauen, die ich kenne. Beste im Sinne von: ich kann die Anziehung zwischen den beiden Frauen förmlich spüren, es steht etwas auf dem Spiel, es ist schön gefilmt.

Der beste Theaterbesuch?

Das Ballett Fräulein von S. im Staatstheater Stuttgart

Die beste Musik?

Russische Pop- und Rockmusik, gerne aus den 90ern oder 80ern und vermischt mit internationalen Hits von Dr. Alban und Captain Hollywood. Zu finden auf diversen russischen Radiosendern, z.B. diesem hier für Pop und dem hier für Rock. Auch bei Radio Aktiv Hameln gibt es sonntags von 18-20 Uhr aktuelle russische Musik bei „Russian City“.

Und die jüngste tolle Entdeckung ist die Best-of-CD von Joan Armatrading, die mir eine liebe Freundin geliehen hat.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Arbeiten, Pendeln, dann ab Oktober: Schreiben, übers Schreiben schreiben, übers Schreiben nachdenken, reden, Referate halten. Yeah.

Die schönste Zeit verbracht mit… ?

Oh, das ist nicht gerecht, da eine herauszupicken. Mit meinen lieben Freundinnen, meiner Familie, meinen neuen Kommilitonen, meiner Walking-Gruppe, mit mir selbst, mit fremden Frauen im Urlaub (nicht, was ihr denkt: alles platonisch!)

Vorherrschendes Gefühl 2012?

Yeah. Krass.

2012 zum ersten Mal getan?

Nach Schottland geflogen und süchtig geworden. Nach Cornwall gereist und ebenfalls süchtig geworden. Einen Steinkreis begangen.

2012 nach langer Zeit wieder getan?

Den überwiegenden Teil meiner Zeit dem Schreiben widmen. Eine WG aufmachen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Gar nix.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Mach ’ne Therapie.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ich glaube, der Samen für Trichterwinde an M.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Mich auf die Steinkreise in Cornwall hinweisen. Mich in der ersten Woche in Hildesheim beherbergen, obwohl sie mich kaum kannte.

Die schönste neue Bekanntschaft, die ich gemacht habe?

K. und S. und A. vom Studium. Endlich mal einen Abend mit M. und A. verbringen.

Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

und ja, ich finde es immer toll, wenn man solch mutige entscheidungen trifft
und etwas macht, was man irgendwie richtig für sich findet, was aber
unsicherheiten mit sich bringt und das, obwohl man doch endlich
sicherheiten hat. weil: wann, wenn nicht jetzt? und aus unsicherheiten
können ja wieder sicherheiten werden.

Der folgenreichste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

wenn ich das wüsste.

2012 war mit einem Wort…?

Whow.

Danke an alle, die dazu beigetragen haben!!! Rutscht alle gut, sicher, elegant und achtsam rüber und habt ein tolles, neues Jahr!

cheers & hugs,

fraulinde

Erde an Hildesheim


Also das Studium hier wäre ziemlich geil, wenn die Seminare und die alteingesessenen Studenten nicht wären. Drei oder vier Jahre Hildesheim in Kuwi oder wie auch immer die ganzen Studiengänge heißen, die ich bisher nicht unterscheiden kann, prägt.

Ich komme mir naiv vor. Weil ich nicht so abgeklärt bin wie die anderen Studenten und – oh je! – nicht in allem eine Ironie und noch eine zusätzliche Schicht sehe.

Ich dachte immer, ich als Philosophin sehe in allem immer schon alle möglichen Schichten und Aspekte und Gegensätze. Aber wie die das hier zerlegen und erfassen in einer Millisekunde, da schlackere ich mit den Ohren, oder bekomme eher noch Bauchweh.

Bin ich wirklich eine andere Generation? Oder lebe ich auf einem Planeten, den schon fast alle verlassen haben, alle, die schon Smartphones haben und die Bella mitherausgeben und die die Professoren nicht nur duzen, wie wir hier ja zwangsweise alle tun, sondern mit ihnen schon kumpelhaft umgehen? Ich sehe natürlich auch nur die fünf oder sieben, die sich im Seminar zu Wort melden, nicht die restlichen 20. Ich bekomme da Bauchweh, weil ich eben nicht so ein ausgefeiltes Spiel mit Literaturkritkern spielen will wie Christian Kracht und noch nicht einmal wirklich verstehe, was das ganze soll und warum ihn jemand ernst nimmt.

Ich will Literatur ernst nehmen. Ich will beim Schreiben das Beste geben, ich will für meinen Roman auf Recherchereise nach Russland gehen, ich würde fast alles dafür tun, dass er gut wird. Vielleicht ist das naiv. Ich finde es einfach so geil, diese Möglichkeit hier zu haben, und nehme das eigentlich als Chance wahr.

Es gibt Momente, in denen ich das hier sehr gerne lassen würde. Und Momente, in denen ich himmelhochjauchzend bin. Gestern zum Beispiel. Da hatte ich mein erstes Gespräch mit meinem Mentor, und es war einfach total super, weil er zuerst sehr ausführlich über das Gute an meinen Entwürfen geredet hat, und erst dann meinte, also entwickle doch fürs nächste Mal die Figuren weiterder, die kann man im Moment nicht so auseinanderhalten. Danach musste ich erst einmal zwei Stunden in der herrlichen Natur um Hildesheim spazieren gehen und meine Freude rausschreien.

Freude heute


  • wechselhaftes Wetter wie in England mit Regen, der die Landschaft so grün macht.
  • mein Passwort für die elektronische Steuererklärung wieder finden. Ich hatte tatsächlich versehentlich das Blatt mit dem Passwort zerrissen (manchmal überkommt mich nach einer erfolgreich abgeschlossenen Aufgabe die Zerreißeritis), und da ich mir ausnahmsweise ein besonders gutes Passwort ausgedacht hatte, hätte ich fast die ganze Steuererklärung nochmal machen können. Aber ich habe einfach die tausend Schnipsel im Altpapier durchsucht und nach ungefähr der Hälfte war er da.
  • Caprese mit Bio-Mozzarella, selbstgeernteten Tomaten, Rosmarin und lesbischem Olivenöl. Yeah.
  • Und auch das Abendessen war freuenswert: ein Ratatouille mit Nudeln und Fave-Bohnen. Das Gemüse habe ich auf zwei Mal angebraten: die Paprika und die Zucchini zusammen, und dann die Aubergine und eine Zwiebel zusammen. So kommt der Geschmack der Gemüse besser heraus. Verfeinert habe ich das Ganze mit getrocknetem Bohnenkraut, Kurkuma und Kreuzkümmel, in der Hoffnung, dass ich meine Kollegen morgen zum 1. Arbeitstag nach dem Urlaub von Winden verschone. (neue Erkenntnis: Das Essen war nicht nur wegen meiner Kochkünste lecker, sondern weil ich mir viel Zeit beim Zubereiten gelassen habe. Und was auch zum Genuss beiträgt, ist, nebenher keine Zeitschrift zu lesen oder sich sonst irgendwie abzulenken. Dann kann ich mich voll auf die Geschmacksnoten und die Konsistenz konzentrieren. Nette Gesellschaft beim Essen ist aus meiner Erfahrung ebenfalls geschmacksverbessernd.)
  • dass mein Urlaub so lang und so schön war.