mal ne Frage


Also die Frau, auf die ich stehe, hat mir vor einem halben Jahr einen Korb gegeben. Ich finde sie aber immer noch manchmal gut, und wir sehen uns regelmäßig innerhalb einer Vierer-Clique. Diese Frau sagt in letzter Zeit immer wieder zu mir, meistens als Antwort auf einen Spruch von mir: „Du bist so geil, Alter!“

Auch wenn ich Literarisches Schreiben studiere, scheitere ich an der richtigen Interpretation dieses Satzes. Vielleicht ist das auch ein norddeutscher Spruch, den ich als Schwäbin nicht verstehe kann.

Ich brauche also eure Hilfe! Bitte stimmt ab, was sie damit meinen könnte!

So, die Ergebnisse stehen fest – sowohl in der Umfrage als auch privat. Lieben Dank an alle Abstimmenden. Ihr habt meine Vermutung bestätigt. Da die Frau inzwischen mit einer anderen liiert ist, kann ich die Antwortmöglichkeit „ich finde dich total scharf“ ausschließen. Gehabt euch wohl bis zur nächsten Umfrage!

cheers!

eure fraulinde

veganes Gemüse-Mango-Curry


Es ist schon eine Weile her, seit ich mit meiner Lieblingsfrau und einer anderen Freundin dieses Mango-Curry gekocht habe, aber es war einfach so herrlich, dass ich es mit euch teilen möchte. Die Lieblingsfrau hat mir später einen Korb gegeben, aber wer weiß, ob sie widerstehen könnte, wenn ich mit einer Schüssel dieses Gerichts vor ihrer Haustür stehen würde.

Besonders mag ich an diesem Gericht, dass die Mango komplett in der Kokosmilch zerkocht und sich eine herrlich süße, sämige Soße gibt, die perfekt zum Gemüse passt. Vegan ist das Ganze auch. Die Reste waren mal wieder zu schnell weg, um auf Film gebannt zu werden. Sorry!

Du nimmst (für 4 Personen):

  • 2 Tassen Basmati-Vollkornreis
  • 1 Zwiebel
  • 2 rote Paprika
  • 4 Möhren
  • 1-2 Zucchini
  • Champignons
  • 1 vollreife Mango
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Dose Kokosmilch (400 ml)
  • Ingwer

 Je nach Geschmack kannst du noch dazugeben:

  • etwas Sojasauce
  • Gemüsebrühpulver
  • Zitronensaft
  • Chili
  • Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchelsamen, Kardamom
  • glatte Petersilie
  • Grün von einem Bund Möhren (nur, wenn das Grün noch frisch ist)
  • geröstete Cashewkerne
  • Lauchzwiebeln

 Was du tust:

  • Koch den Vollkornreis mit der doppelten Menge Wasser sowie etwas Salz auf und lasse ihn dann zugedeckt leise köcheln. Er braucht  ca. 30-40 Minuten, bis er fertig ist.
  • Wasche / Schäle das Gemüse und schneide es klein.
  • Schäle die Mango (am besten mit einem Sparsschäler) und schneide sie in 1×1 cm große Würfel.
  • Brate die Zwiebel in Olivenöl an, und gib dann das Gemüse in folgender Reihenfolge hinzu, dabei immer ein bisschen warten und das Gemüse schmoren lassen:
    Karotten
    Paprika
    Zucchini
    Pilze
    Mango
  • Wenn alles angebraten ist, mit Kokosmilch ablöschen. Salzen und mit Gemüsebrühpulver, Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, geriebenem Ingwer, Chili, Knoblauch, Zitronensaft etc. würzen. Eine Mitköchin mogelte ebenfalls eine kleingeschnittene Aprikose sowie etwas mediterrane Kräuermischung für Tomatensoße hinein. Du siehst: alles geht!
  • Lass alles schön durchköcheln, insbesondere die Mango sollte schön zerkochen und sich quasi in der Kokosmilch auflösen.
  • Gib dann die Tomaten dazu.
  • Wenn das Gemüse für dich die richtige Konsitenz hat (bissfest, matschig, whatever), kommt das finale Abschmecken. Würze mit etwas Sojasoße oder Salz, füge gehackte Petersilie und etwas von dem Karottengrün hinzu. Und ganz herrlich wird es, wenn du am Ende geröstete Cashewkerne drüberstreust.

Guten Appetit!

Sauer macht lustig: Quitten-Träuble-Marmelade


Ich häng noch ein bisschen an dieser einen Frau und knabbere an dem Korb, den sie mir im Juli gegeben hat. Zwischendurch hat sie mir Apfelgelee geschenkt. Sie ist ein wirklich lieber Mensch mit einem riesengroßen Herzen, aber ich mag das Apfelgelee nicht. Es schmeckt fad und hat eine blasse Farbe. Sie mag dafür meine Marmelade nicht, weil da verschiedene Früchte zusammengemischt sind. Wegen ihr und der Tatsache, dass bei der samstäglichen Runde durch die Stadt an zwei Stellen der Radweg so blöd zugeparkt war, dass ich absteigen musste, hatte ich vorher einen ziemlichen Hals.

Und was bietet sich da an? Mischmasch-Marmelade in einer geilen Farbe zu kochen. Ich komme dabei wirklich nicht auf die Idee, mich an Rezepte zu halten oder daran, was gerade Saison hat, nein, wenn fraulinde ihren Marmeladenkochflash kriegt, muss daran glauben, was gerade im Bioladen und / oder auf dem Markt gut aussieht und nicht superviel kostet. So bin ich zu heutiger Kombination gekommen. Birnenquitten (sind etwas weicher als Apfelquitten) und Träuble (aka Johannisbeeren), Limette und  Zitrone. Die alle haben sich auf der Obstwiese nie gesehen, kommen aber in fraulindes Marmelade aufs Herrlichste miteinander klar.

Ich nehme:

  • 780 gr Birnenquitten (mit Schale und Gehäuse und allem drum und dran gewogen)
  • 500 gr Träuble
  • Saft einer Bio-Limette
  • Saft einer halben Bio-Zitrone
  • 500 gr Bio-Gelierzucker 2:1 (ich nehme meistens den von Neuform, gibt’s im Reformhaus)
  • Evt. 1 EL Himbeeressig

Und wer jetzt genau mitgerechnet hat, merkt, dass ich theoretisch zu viele Früchte im Verhältnis zum Gelierzucker genommen habe. 2:1 heißt 1 kg Früchte auf 500 gr Gelierzucker, und ich habe ca. 1,2 Kilo plus die Säfte. Aber Zitronen- und Limettensaft bringen nicht nur eine richtig geile Säure in die Marmelade, sie erhöhen auch die Gelierfähigkeit des Gelierzuckers. Falls die Marmelade doch mal nicht fest werden sollte, was mir bisher erst einmal passiert ist, kann man sie wunderbar zu Müsli, Eis, Mousse etc. essen, oder z.B. mit Agar Agar nachdicken.

An die Messer, fertig, los!

Die Quitten schäle ich mit einem Sparschäler; die Stellen, an die der Schäler nicht hinkommt, mit einem scharfen Messer. Ich entferne das Gehäuse und schneide die Quitten in kleine Stifte: ca. 0,5 mm breit und 1,5 mm hoch und 2 mm dick.

Ich schütte den Zucker in eine große Plastikschüssel, gebe Limonen- und Zitronensaft dazu, dann die gestiftelten Quitten und rühre alles einmal mit einem Löffel um. Die Quitte soll schonmal Saft ziehen, denn sie ist ja eine etwas härtere Frucht. In vielen Rezepten steht, man soll die Quittenstücke zuerst in Wasser kochen, aber das hab ich nicht gemacht, denn erstens mag ich stückige Marmelade, und zweitens könnte ich mir vorstellen, dass durchs Kochen in Wasser viel Geschmack verloren geht.

Ich wasche die Träuble und entferne sie von den Stilen. Ich sortiere die etwas angedatschten Träuble zum sofortigen Verzehr aus, weil die möglicherweise nicht mehr ganz frisch sind und Keime in die Marmelade bringen.

Dann gebe ich die Johannisbeeren unter die Quitten und lasse alles noch ein paar Minuten ziehen, bis sich etwas Saft gebildet hat. Anschließend schütte ich das Ganze in einen Kochtopf und erhitze es ganz langsam, ggfs. bei aufgelegtem Deckel. Es darf ruhig 20 oder 30 Minuten dauern, bis die Marmelade kocht, denn beim langsamen Kochen entfaltet sich erstens der Geschmack besser und zweitens können dabei die Quitten etwas kochen. Zwischendurch immer wieder danach schauen und umrühren

Sobald die Marmelade sprudelnd kocht, den Himbeeressig zugeben, rühren. Nach zwei oder drei Minuten (die Sprudel-Kochzeit steht auf der Gelierzuckerpackung) mache ich eine Gelierprobe auf einem Teller. Wenn dabei die Marmelade fest wird, fülle ich die Marmelade in vorbereite, heiß ausgespülte Gläser ab, drehe den Deckel fest zu und stelle die Gläser für eine halbe Stunde auf den Kopf.

Vielleicht war es das meditative Schälen oder das Johannisbeer-Zupfen oder die knallig roten Farbe, ganz sicher aber der herrlich säuerliche Geschmack der fertigen Marmelade – auf jeden Fall bin ich jetzt wieder zufrieden mit der Welt.

P.S.: Fotos folgen, sobald ich sie von meinem antiken Handy irgendwie auf meinen Laptop kriege.

Good to be here


Ich reg mich hier schon sehr viel übers Studium auf und denke immer wieder darüber nach, es zu schmeißen. Die Sache ist nur: ich kann mich aufregen und aufregen, aber selbst wenn Kommilitonen mir zustimmen, gibt’s am Ende des Tages keine Medaille dafür. Und irgendwann habe ich keinen Bock mehr auf die ganze negative Energie. Aufregen kostet mich Kraft und macht Falten und erhöht meinen Blutdruck und so weiter. Ich bestrafe mich damit eigentlich nur selbst, weil ich mich damit selbst belaste.

Aber gestern hab ich mal gesehen, dass es doch eigentlich ziemlich geil ist. Warum?

1.) Weil ich Pfingsten mit tollen Frauen in der Natur verbracht habe. Drei Tage Paddeln machen, dass ich mich stark und stolz fühle, aber auch klein und demütig. Versuch mal in einem Kajak vorwärts zu kommen, wenn ständig Motorboote an dir vorbeifahren und Wellen verursachen und du weißt, wie sich vielleicht Staaten in der dritten Welt fühlen. Weil mir Mückenstiche irgendwann egal waren und ich so viele Süßigkeiten durcheinander gegessen habe wie schon lange nicht mehr. Ich bin davon noch schön träge, so dass ich meine Bewerbung gestern für ein Stipendium mit einer schönen Gleichmütigkeit fertiggemacht habe und dachte: ich lass das jetzt so. Es wird schon reichen.

1a) Wegen des Lieblingsfundstücks des Tages: „Wear sunscreen“ (cheers to one of the awesome canoe ladies!). Da steht unter anderem drin, dass Sorgen über die Zukunft machen ungefähr so effektiv ist wie zu versuchen, eine Algebra-Gleichung durch Kaugummi-Kauen zu lösen. Und dass mein sich Sorgen machendes Hirn die richtig krassen Sachen gar nicht voraussehen kann. Das tat mir gut.

2.) Weil ich für diese Bewerbung ein richtig fettes Gutachten von meinem Mentor bekommen habe. Der Mentor ist ein bekannter Autor – die Mutter einer Freundin ist Fan und würde ausflippen, wenn sie wüsste, dass ich ihn duze. Im Gutachten steht drin, wie toll ich mich entwickelt habe und alles ist ganz herrlich übertrieben, aber auch voller Wahrheit, und ich werde es mir an die Wand pinnen. Da sind Schreibfehler drin, der Gute kennt den Unterschied zwischen Sie und sie und Ihre und ihre nicht.

3.) Weil ich erfahren habe, dass das eine Projekt bei bei meinem vorigen Job keine Fördermittel bekommen hat. Meine dortige Chefin hatte mir vor Monaten provisorisch eine Stelle ab September in diesem Projekt angeboten, ich hatte abgelehnt aber seitdem manchmal doch gedacht: hm. hm. Aber jetzt bleibe ich erst recht hier, in Hildi.

Um die Ohren hauen


Das „Um-die-Ohren-Hauen“ ist eine wichtige Instanz beim Schreibprozess. Es ist die super-ultimative zuverlässige Bremse.

Denn in Schreibwerkstätten wollen hilfsbereite Menschen Sätze identifizieren, die „Ihnen später jeder Lektor um die Ohren haut“ oder die „Ihnen später jeder Literaturkritiker um die Ohren haut“. Tun Sätze weh? Soll man einfach Strg-X machen und gut ist, ungefähr so wie ein Kilo abnehmen und gut ist? Machen Sie das 12 Wochen lang und Sie sind perfekt, ebenso wie Ihr Text? So dass man mir irgendwann nichts mehr um die Ohren hauen kann?

Und kann ich die Um-die-Ohren-Hauen-Sätze nicht einfach drin lassen, denn falls ich so viel Glück haben sollte, dass mein Roman überhaupt veröffentlicht wird und dann noch das Riesenglück habe, dass er bei knapp 100.000 Neuerscheinungen pro Jahr überhaupt von irgendjemandem rezensiert wird, können sie mir soviel um die Ohren hauen wie sie wollen, oder? Und möchte ich wirklich den Literaturkritikern ihre – vielleicht einzige – Freude nehmen?

Ich schreibe gerade einen Text für einen Wettbewerb, eine ganz neue Geschichte, zu der mich die neue Frau inspiriert hat. Wir kommen dabei beide schräg rüber, sie glaube ich noch weniger schräg als ich. Soll ich die Geschichte abschicken mit dem Risiko, dass sie unter die ersten zehn kommt und veröffentlicht wird? Für wie eitel halte ich mich eigentlich zu glauben, dass sie Top Ten wird?* Falls wir wirklich zusammenkommen sollten UND ich in die Top Ten komme, kriegt sie die Geschichte mit. Wird sie es verstehen oder wird sie mir die Geschichte um die Ohren hauen? Setze ich mit der Einreichung der Geschichte eine bis jetzt nicht existierende Beziehung aufs Spiel? Soll ich andersherum auf einen möglichen Punkt in meiner aktuell leeren Publikationsliste verzichten, nur weil ich vielleicht unter irgendwelchen glücklichen Umständen, die ich mir momentan nicht ausdenken kann, mit dieser Frau zusammenkommen könnte?

Zu viele Variablen, das hasse ich.

Vielleicht würde mir ein Skihelm gut stehen.

* mittel-eitel, würde ich sagen, und die schiere Logik sagt, dass sich bei den Wettbewerben und Stipendien ca. 10-20 Menschen pro Preis / Stipendium bewerben, also wenn man das wie ich schon seit einer Weile macht, ist es irgendwann soweit.

Neue Frisur


Also gut. Eigentlich fand ich es ein zu banales Thema. Aber nachdem die Lobhudeleien und bewundernden Blicken nicht abreißen, schreibe ich doch darüber.

Ich habe jetzt kurze Haare. Für alle, die mich nicht live kennen: ich hatte vorher überschulterlange Haare. Nun sind gerade noch die Ohren etwas bedeckt. Ursprünglich hat mich ja die hotte Casey Legler zum Haarelassen inspiriert. Ich dachte kurzzeitig sogar daran, mir die selbe Frisur machen zu lassen, weil ich ihren Look so scharf finde. Schließlich studiere ich gerade und kann im Prinzip mit meinen Haaren machen, was ich will.

Gegenüber der Friseurin habe ich mich allerdings nicht getraut, ein Foto von Casey zu zeigen, weil ich die Friseurin noch nicht kannte und sie nicht einschätzen konnte. Aber nach meiner Versicherung, dass ich kurze (gerne auch richtig kurze) Haare will und ich für alles offen bin, meinte sie geheimnisvoll: „ich habe da schon eine Idee“. Bevor sie die Schere ansetzte, wollte ich doch ungefähr wissen, welche Idee das ist, also zeigte sie mir auf ihrem IPad Fotos von Christiane Paul mit kurzem Haar (warum kennt eigentlich fast niemand Christiane Paul?) Ich finde sie seit „Das Leben ist eine Baustelle“ super, dachte aber, ihre Frisur steht mir nie, weil Christiane so zierlich ist. Aber die tolle Friseurin hat den Haarschnitt genau auf meine Gesichtsform, meine feinen Haare und meine Wirbel angepasst.

Der Schnitt sieht selbst direkt nach dem Aufstehen klasse aus. Ich muss nur einmal durch die Haare wuscheln, um einen neuen Style zu haben, weil die Haare so kurz und unregelmäßig geschnitten sind.

Und wenn ich in meiner ungeputzten Hildesheimer Wohnung noch lange Haare im Waschbecken sehe, freue ich mich, weil ich in Zukunft nur noch halb oder ein Drittel so viel Haar wegputzen muss. Ich glaube sogar, ich verliere seitdem weniger Haare. Oh, es ist so toll! Und Freunde, die mich mit der neuen Frisur sehen, überschütten mich mit Komplimenten. Eine halbe Stunde später starren sie immer noch auf meinen Kopf und sagen, wie toll es aussieht. Das ist echt die beste Frisur, die ich jemals hatte!

Gleich nach dem Friseurbesuch bin ich zum H&M shoppen gegangen und stellte fest, dass mir jetzt ganz andere Klamotten stehen. Ich trug bisher immer hüftlang und eher schlabbrig. Jetzt stehen mir auf einmal eng anliegende Oberteile, die auf der Taille enden. Ohne Scheiß! Ich fühle mich locker drei Jahre jünger und 10 Kilo leichter. Und weiblicher, obwohl ich jetzt kurze Haare habe. Es ist echt der Hammer.

Gibt’s auch einen Nachteil? Ja, der Hildesheimer Wind pfeift jetzt ungebremst in meine Ohren. Aber darauf pfeife ich (sorry für den Kalauer).

Ich würde jetzt gerne meine supertolle Frisur durch ein Foto mit euch teilen, aber ich lasse das aus zwei Gründen: ich habe welche mit meiner analogen Kamera gemacht, und der Film ist noch nicht voll. Zweitens will ich hier anonym bleiben, also zumindest mein Gesicht anonym halten, nachdem ich sonst ja so ziemlich alles mit meinen LeserInnen teile.

Hattet ihr auch schon mal so tolle Friseurinnenerlebnisse? Please share! Habt ein schickes Wochenende.

Welcome-back-Nudelauflauf


Gestern bin ich nach Hildesheim zurückgekommen, nach fast drei überwiegend sonnigen Wochen in Süddeutschland. Hildesheim begrüßte mich mit Schneefall und seinem immergrauen Bahnhofsvorplatz, der sich mit dem Pforzheimer Busbahnhof (nur geschönte Fotos bei Google) um den Titel Germany’s most depressing place streitet. Den Schnee fand ich klasse, und beim Discounter gab’s Frühlingsblümchen. Da habe ich gleich mal zwei Edelgeranien mitgenommen, ebenso wie wunderhübsche Muschelnudeln.

Mit diesen Nudeln bereitete ich einen leckersten Auflauf zu, um meine Rückkehr in die neue Heimat zu feiern und mich für das Transportieren von ca. 30 Kilo Gepäck (Sommerklamotten! Campingausrüstung! Pürierstab! Mamas Marmelade!) viaTaxi, ICE und Linienbus zu belohnen. Und so lecker wie der Auflauf war, teile ich ihn mit euch.

Erst jetzt beim Schreiben – ehrlich, nicht früher!! – fällt mir ein, dass die Muschelnudeln ein bisschen wie Vaginas aussehen. Und please forgive me, falls sich die Beschreibung der Zubereitung stellenweise obszön anhört – ich beabsichtige auf keinen Fall, Frauen mit Essen gleichzusetzen – das haben berühmte Franzosen wie Flaubert, Maupassant und Balzac getan, und ich tu es ihnen nicht gleich. Muschelnudeln sind Muschelnudeln und Vaginas sind Vaginas. Was aber nicht heißt, dass man dieses Rezept nicht super für ein Date mit einer netten Frau zubereiten kann. Lecker schmeckt’s auf jeden Fall.

Ein bisschen Arbeit ist es, aber worth every second of it.

Also los gehts.

Bitte nimm 250 gr Conchiglioni (Muschelnudeln). Koch sie am besten als erstes, denn sie brauchen laut Packung 18-20 Minuten. Nimm sie aber 2-3 Minuten früher aus dem Wasser, denn sie werden ja noch gefüllt und überbacken.

Während die Nudeln kochen, kannst du irgendwas Dolles im Internet gucken, oder aber schonmal die Füllung machen. Diese besteht aus:

  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 eingelegte, geröstete Paprikaschote, fein gehackt (die Paprikaschoten gibt’s in großen Gläsern beim Discounter, in Essigmischung eingelegt)
  • ca. 0,5 EL von der Paprika-Einlegeflüssigkeit
  • 2 gehäufte Esslöffel Crème fraiche
  • 0,5 TL Oregano
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • evtl. ein bisschen Gorgonzola oder anderen Schimmelkäse
  • evtl. ein bisschen Schwarzkümmel
  • evtl. etwas Chilipulver

Einfach alle Zutaten mit einem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken, im Mixer pürieren oder mit einer Gabel verrühren.

Nimm dann 4-5 Champignons, reibe sie mit einem Küchenkrepp ab und schneide sie in Scheiben. Die Champignon-Stücke sollten so groß sein, dass sie nachher in die Muscheln passen.

Dann machen wir noch eine kleine Tomatensoße. Dazu nimmst du einfach ca. 250 ml Tomatenpassata (bei mir war’s gestern – da ich es gestern noch nicht zum dm geschafft hatte – die günstige vom Discounter, aber sonst empfehle ich diese herrliche Tomatenpassata von Alnatura in der Flasche, die unwesentlich mehr kostet aber fünfmal so gut schmeckt. Hammerhammer. Das nur so nebenbei). Diese Passata habe ich mit ca. 1 EL Balsamico gewürzt, mit etwas Salz abgeschmeckt und ein bisschen getrocknetes Sojagranulat hinzugefügt. Das quillt nachher  in der Soße schön auf und sorgt für einen leicht herzhaften Geschmack. Zum Schluss gab ich noch 1 EL Olivenöl dazu.

Weil ich langsam Hunger bekam, heizte ich den Backofen auf 180 Grad vor, aber ansonsten musst du nicht vorheizen.

Ich legte dann ein Blech mit Backpapier aus (kannst aber auch eine Auflaufform mit Fett einreiben) und verteilte die Hälfte der Tomatensoße auf dem Blech. Dann breitete ich die Muschelnudeln auf dem Blech aus und legte die Champignonscheiben in die offenen Muscheln, die geschlossenen habe ich gelassen (sehr ihr, was ich meine?? :)) Dann verteilst du die Creme-fraiche-Füllung in – bzw. bei den eher geschlossenen Nudeln – auf die Nudeln. Träufle dann die restliche Tomatensoße über die Nudeln

Schneide eine Mozzarella-Kugel in Scheiben und verteile diese auf dem Nudelauflauf. Und ab in den Ofen damit! Das ganze buk bei mir 30 Minuten. Wenn das Ganze zu suppig wird, stell es eine Etage tiefer im Backofen.

Das war richtig gut. Jetzt ess ich gleich die Reste davon, juhu!