Gebratenes und eingelegtes Gemüse

In vielen Kochbüchern lese ich, dass man gebratenes und eingelegtes Gemüse im Backofen zubereitet. Ich habe mich sklavisch daran gehalten, die Gemüsescheiben immer umständlich mit Marinade bestrichen, im Backofen aufs Gitter gelegt, dann immer wieder gewendet, bis es irgendwann mal fertig war. Meiner Erfahrung nach trocknet das Gemüse dabei ziemlich aus und der Geschmack von der Marinade verfliegt. Und der Backofen ist danach voller verbranntem Fett.

Aber ich habe einen anderen, einfacheren Weg gefunden: das Gemüse in einer großen Pfanne zuzubereiten.

Das Gemüse gibt’s meistens bei Parties und ich bereite es meistens zwei Tage vorher zu, damit alles schön durchziehen kann. Ein Tag zum Durchziehen reicht aber auch.

Du brauchst:

  • 4-5 rote Zwiebeln
  • 600 gr Karotten
  • 2 rote Paprika
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 grüner Paprika
  • 3 Zucchini
  • (je nachdem, wie offen deine Gäste sind, kannst du auch Fenchel oder Knollensellerie mitbraten – wenn du nicht sicher bist, lass es lieber weg, sonst stochern sie dir im Essen rum und fragen: was ist denn das?)
  • 3 Knoblauchzehen, ganz
  • Saft von einer halben bis ganzen Zitrone
  • Rosmarinzweige
  • etwas Chili
  • evtl. Zucker, Honig oder Agavendicksaft
  • Olivenöl
  • eine große Pfanne mit Deckel
  • eine große Schüssel mit Deckel, in die das gesamte Gemüse passt und die du im Kühlschrank unterbringen kannst.

Los geht’s. Wasch das Gemüse, schäle die Karotten und Zwiebeln, entkerne die Paprika. Schneide die Karotten schräg in ca. 0,5 Scheiben, die Zucchini in 1 cm dicke runde Scheiben und Paprika und Zwiebeln in ca. 2,5 cm große Würfel.

Erhitze ca. 1 EL Olivenöl in einer großen Pfanne und brate die roten Zwiebeln darin scharf an, bis sie leicht braun, aber noch bissfest sind. Gib die Zwiebeln in die große Schüssel.

Gib die ganzen Knoblauchzehen ins Öl

Gib die Karotten hinzu und brate sie mit – so lange, bis sie aromatisch duften, aber ebenfalls noch bissfest sind. Die Karotten kommen auch in die Schüssel zu den Zwiebeln. Wenn möglich, lass die Knobizehen in der Pfanne für die nächste Runde Gemüse, die da ist:

Paprika (gelb, rot und grün). Brate also den Paprika an, notfalls etwas Öl zugießen. Gib die Chilischote dazu (falls du Chilipulver verwendest, gib es erst ganz am Ende zum fertigen Gemüse dazu). Meistens schmeckt Paprika aus dem Supermarkt ja nicht besonders aromatisch, deswegen gebe ich hier meistens ein paar Prisen Zucker zum Paprika, während er in der Pfanne brutzelt – du kannst aber auch flüssigen Honig oder Agavendicksaft nehmen (verteilt sich besser). Auch der Paprika sollte ein paar braune Stellen kriegen, aber noch etwas knackig sein – und wenn er soweit ist, ebenfalls in die Schüssel damit.

Zuletzt kommen die Zucchini-Scheiben. Auch diese wieder scharf braten, bis sie braune Stellen haben und noch bissfest sind. (Wenn du Sellerie und Fenchel verwendest, ebenfalls separat anbraten).

Dann gibst du das ganze Gemüse, das du schon gebraten hast, wieder zurück in die Pfanne, schaltest die Herdplatte ab und lässt bei aufgelegtem Deckel das Gemüse noch ein bisschen ziehen.

Befreie die Rosmarinnadeln vom Stengel und hacke sie ganz fein und gib sie, zusammen mit Zitronensaft, unter das Gemüse. Salze und pfeffere das Ganze ordentlich (gib evtl. jetzt Chilipulver hinzu) und lass die Pfanne einfach noch eine Weile stehen.

Fülle das Gemüse zurück in die Schüssel und bewahre es im Kühlschrank auf. Ich probiere dann alle paar Stunden, ob der Geschmack hinkommt (nachts stelle ich mir alle drei Stunden den Wecker und torkele zum Kühlschrank und probiere – nee, ach was). Je nachdem gebe ich etwas Zitronensaft, Öl, Salz oder Pfeffer hinzu. Das Ganze sollte am Ende schön herzhaft schmecken, eine Mischung aus süß, sauer, herzhaft und rosmarin-ig. Leckeeeer.

Natürlich ist Bio-Gemüse dafür supergeil und ökologisch und ethisch korrekt, aber dieses Rezept funktioniert auch wirklich gut mit günstigem Gemüse aus dem Supermarkt, da es so lange durchzieht und den Geschmack von Rosmarin, Knobi und Zitronensaft annimmt.

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