Märkte und ihre Geschichten

Marché Provencal in Antibes (Côte d’Azur):

Jeder, der die mittelalterlichen Gassen in Antibes erkundet, landet irgendwann auf dem Platz, auf dem jeden Morgen der Marché Provencal stattfindet. Ja, es werden dort auch Lavendelsäckchen verkauft, und überteuerte Olivenöle in einfältigen Geschenkverpackungen. Aber es gibt dort auch Baby-Artischocken, regionalen Käse und die himmlischsten eingelegten getrockneten Tomaten der Welt.

Ich habe jedes Mal, wenn ich auf diesem Markt war, mehrere Runden gedreht, nach besonderen Lebensmitteln gesucht und erst dann entschieden, was ich kaufen möchte. Ich gehe zum Stand mit den kleinen Artischocken, ein Stück kostet 1 Euro. Da ich noch nie Artischocken verarbeitet habe, bitte ich die Verkäuferin um Tipps. Sie beschreibt einen Salat aus den rohen Blättern der Artischocken und erklärt mir, indem sie die Artischocke hochhebt, was ich wegschneiden und was ich verarbeiten muss. Sie merkt, dass mein Französisch nicht perfekt ist und endet ihren Vortrag mit den Worten: „Erinnern Sie sich an alles, was ich gesagt habe?“ Ich stammle ein „ja“ und sie sagt „gut, denn es (die Artischocken) sind zu gut, um mit ihnen einen Fehler zu machen“. Und gut waren sie. Man muss von den Artischocken die äußeren harten Blätter entfernen. Die verbliebene Artischocke oben und unten abschneiden, mit Zitronenwasser waschen, dann die Artischocke halbieren und 20 Minuten lang mit Salz, Pfeffer und Öl marinieren. Danach die Artischockenhälften fein hacken.

Die Käseverkäuferin spricht sogar etwas Deutsch, als sie meine Herkunft erfährt. Sie lässt mich von verschiedenen Sorten probieren und sagt dann, als ich mich nicht entscheiden kann: „nehmen Sie diesen hier, den bekommen Sie nicht in Deutschland.“

An einem Stand gab es saftige, eingelegte Tomaten, für ca. 3 Euro pro 100 Gramm. Ich ließ mir eine kleine Schale voll machen, zahlte den stolzen Preis und probierte sie gleich auf der Treppe vor dem Markt. Es waren die süßesten, reifsten, herrlichsten Tomaten, die ich jemals gegessen habe, und der Trick war, dass die Tomaten vor dem Einlegen nicht komplett getrocknet wurden, sondern noch etwas saftig waren. Eine Tomate nach der anderen wanderte in meinen Mund, bis die Schale leer und ich selig war.

Advertisements

Und was ist deine Meinung dazu? Let me know!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s