Mein L-Word

oder: La vida es un carnaval (Celia Cruz)

Die Hauptdarstellerinnen: (Namen geändert; Stand: 2008)

Marianne und Paula: trennen sich nach fast 9 Jahren Beziehung. Waren immer das Traumpaar der Szene, kennen alle in der Szene, sehen für Lesben überdurchschnittlich gut aus. Um sie herum scharen sich die Bekannten bei einer Frauenparty.

Anna und Antoinette: fast so lange zusammen gewesen wie Paula und Marianne und haben sich auch getrennt, keiner weiß genau warum. Anna ist korpulent, Antoinette etwas zu dünn, bei einer Frauenparty ist Antoinette sicherlich eine der schönsten Frauen.

Cornelia: schon seit fast zwei Jahren von ihrer langjährigen Freundin getrennt. Gibt sich betont männlich und rational (ist von Beruf Rechtsanwältin und kommt zur Frauenparty samstags erst nachdem sie den ganzen Tag in der Kanzlei war). War sauer auf Marianne und Paula und fraulinde – warum auch immer. Aber jetzt spricht sie wieder mit ihnen. Auch recht. Steht vielleicht heimlich auf die gutaussehende, dünne Antoinette. Möchte eine Frau, die neben ihr gut aussieht

fraulinde: seit 3 Jahren getrennt (von einer Amerikanerin), hat Cornelia über eine Anzeige kennengelernt und wohnt quasi neben ihr.

Sandra: kennt Cornelia aus der Schule, ist mit Marianne auch schon ewig befreundet. Kommt fast nie mit, da sie rund um die Uhr ihren Unterricht vor- und nachbereitet. Hatte mal was mit ner Frau, steht jetzt aber nur noch auf Männer.

Nathalie: Mutter zweier Mädchen, verheiratet mit Mann, über sie haben sich Marianne und Paula kennengelernt. Nathalie weiß nach der Trennung nicht so genau, zu wem sie halten soll. Hatte angeblich mal etwas Kurzes mit einer Frau.

Hilde und Gertraude: Ganz neu im Reigen, Hilde ist Anfang 20 und sieht 100% hetero aus, mit Lippenring und gelegentlichen selbst gelegten Wellen. Geht jedem bei Frauenparties beim Reden so auf Tuchfühlung, dass sie einem auch gleich am Ohr knabbern könnte. Gertraude ist butch und schminkt und stylt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und zieht aber immer so ein Gesicht, dass das tollste Styling nichts hilft. Hat ständig Angst, ihre superscharfe Freundin zu verlieren.

Clara und Catharina: zwei Mädels, von denen man sich jetzt ein Autogramm, eine Haarlocke oder ein getragenes T-Shirt erschleichen soll, denn die kommen eines Tages groß raus.

Julia: die „Shane“. Je nach Wochentag Ex oder Partnerin von Catharina, baggert grundsätzlich nur bis dato Hetero-Frauen an. Erfolgsquote: über 100 %

Grit: hat sich für einen schwul-lesbischen Kalender obenherum freigemacht. Konditorin von Beruf, trägt immer weit ausgeschnittene Tops, hat einen Kater und … na ja, wir kennen sie noch nicht so gut.

Anastasia: Kellnerin in einem Restaurant, butch aber geschminkt. (seit wann eigentlich schminken sich Butches? Hab ich etwas verpasst?)

Ulli und Anja: seit wenigen Wochen getrennt, Freundinnen von fraulinde

Mareike S.: blaue Augen, strahlendes Lächeln, gentleman-behavior, schöne Stimme; man wähle die Nummer der Geschäftskundenhotline eines Festnetzanbieters. Ein viel versprechendes Date mit fraulinde.

Wanda T. und Augusta B.: Ex-Chefin von fraulinde und Lieblings-Journalistin bei der örtlichen Zeitung. Ca. 15 Jahre älter als der Rest der Clique. Tragen schwarze Anzüge bei Frauenparties.

Whow, das gibt’s nicht, wie viele Lesben ich kenne. Vor 2 Jahren kannte ich an Lesben: 1, nämlich Sabine L. . Krass.

Ich glaube, Lesben vermehren sich. Nein, nicht indem sie sich künstlich befruchten lassen, das Geschlecht ihres Nachkömmlings auf „Frau“ festlegen lassen und ihre Tochter dann zur Lesbe erziehen. Sondern: meine lesbischen Freundinnen vermehren sich. Kennt man eine, lernt man alle anderen kennen. Man kann auch nicht sagen: stopp, 10 lesbische Freundinnen reichen mir – es werden trotzdem mehr. Das liegt daran, dass Lesben in Gruppen auftreten. Wenn ich also mit 3 Freundinnen weggehe und eine von drei jemand bei der Frauenparty kennt, ist diejenige wahrscheinlich auch in einer Gruppe, und wahrscheinlich lernt man dann die ganze Gruppe kennen. Lesbenbekanntschaften vermehren sich exponentialartig. So kennt man nach einem Jahr die halbe Szene.

In meiner Stadt ist die Szene klein und es sind immer wieder dieselben Gesichter. Lasst euch drücken, Mädels!

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7 Gedanken zu „Mein L-Word

    • Äh, also auf jeden Fall die Augen – sieht gut aus! Ich mag ja Make-up, wenn es dezent und typgerecht ist. aber meistens bin ich zu faul dafür 🙂

    • yep! das hilft tatsächlich. wobei es so ist, dass ich gerade eh weniger lust auf frauenparties habe und auch sonst eher für mich bin. man wird halt ruhiger 🙂

  1. „Lesbenbekanntschaften vermehren sich exponentialartig. So kennt man nach einem Jahr die halbe Szene.“

    Solange du nicht nach einer gewissen Zeit was mit (fast) allen Frauen gehabt hast, ist das doch harmlos. 😉

    • nee nee, da besteht keine Gefahr. meistens schwärme ich ein bisschen. also in meinen phantasien hatte ich schon mit der halben szene was 🙂

      • *lach* ich finde zu viele lesben kann ich garnicht im bekanntenkreis haben. daher finde ich das mit dem „hauptsache, nicht mit allen was gehabt haben“ den sinnvollsten vorschlag.

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