Ich hab heute die Druckfahnen bekommen


Ich wollte schon sehr lang mal den Satz sagen können: Ich hab heute die Druckfahnen bekommen. Heute kamen meine ersten Druckfahnen für meine allererste Veröffentlichung in einer Anthologie.

Druckfahne hört sich wie etwas an, das ein Druckereimitarbeiter nach einem harten Arbeitstag in einem Maschinenraum ohne natürliches Licht  hat, aber tatsächlich ist es eine Vorschau auf den Text, wie er nachher gedruckt aussehen wird. Der Grafiker oder die Grafikerin hat also mein schönes Geschreibsel von einer Word-Datei in ein Layoutprogramm gesetzt und Grafiken, Fotos, Seitenränder, Schnittränder eingefügt. Und ich muss / kann noch mal drübergucken, ob z.B. Zeilenumbrüche, Absätze, Trennungszeichen stimmen, all so’n Kram. Und ich habe heute drei Schreibfehler gefunden, die unserem Oberlektor entgangen sind. Man schreibt z.B. „Schienenbein“ nicht wie die Schiene, sondern Schienbein. Die Druckfahne ist quasi das letzte Ultraschallbild, bevor das Baby rauskommt.

Natürlich kann man zu diesem Zeitpunkt keine ganzen Absätze mehr streichen oder einen ganz anderen Text schicken. Wobei man das schon können kann, aber das zerhaut dem Grafiker die ganze Layout-Datei, und damit macht man sich so kurz vor dem Drucktermin nicht direkt Freunde. Wenn ich jetzt also beim Ganz-Genau-Lesen gemerkt hätte: „oh nein, niemals“, hätte ich nur noch Kommas ändern können und fingernagel- und gummibärenmampfend zuschauen müssen, wie das Zeug gedruckt und verbreitet wird. Das Foto von mir ist supersuperdoof ausgeschnitten, aber das lass ich jetzt so.

Der gute Kant, der Immanuel, hat es anscheinend gebracht, Sekunden vor dem Druck nochmal die Buchstaben umstellen zu lassen, weil ihm des nachts noch genauere, passende Formulierungen für seine Ideen eingefallen sind.

Ich glaube übrigens, die Druckfahne wurde erfunden, damit dem Drucker die Fahne erspart bleibt.

Und warum schreib ich das alles? Weil das meine Art ist, riesengroße Freude zu zeigen.

Mamas Mürbeteigrezept


Manche Dinge gehen einfach nicht besser. Dieser Mürbeteig zum Beispiel. Dieses Rezept folgt der „einfachen“ Formel 1-2-3, aber ich kann mir trotzdem nie merken, von welcher Zutat man welche Zahl nimmt 🙂

Deshalb schreib ich’s mir und euch hier für alle Ewigkeiten auf.

Du nimmst:

100 gr. Zucker

200 gr. Butter (weiche!)

300 gr. Mehl

1 Ei

(für ein ganzes rechteckiges Blech brauchst du 125 gr Zucker, 250 gr Butter, 375 gr Mehl und 1 Ei)

Die Zutaten verknetest du schnell zu einem glatten Teig. Du solltest nicht zu lang kneten, das tut dem Teig nicht gut.

So, und das ist das Besondere: in so ziemlich allen Kochbüchern steht, dass du den gekneteten Mürbeteig eine Stunde oder so in den Kühlschrank stellen sollst. Fraulindes Mama sagt: niemals! Denn sonst kannst du ihn später nicht mehr kneten. Du müsstest ihn weichkneten, also warum ihn erst hart und kalt werden lassen?

Zugegeben, dieser Mürbteig hier ist sehr weich, wenn man ihn ausrollt. Aber falls der Teig auseinanderreist, setzt du einfach die Teile wieder zusammen. Wenn die Hände beim Verarbeiten schön fettig von der weichen Butter werden, ist er genau richtig.

Mamas Mürbeteig ist natürlich lecker als Boden für alle möglichen Kuchen. Käsekuchen, Obstkuchen, … du kannst ihn mit so ziemlich allem belegen. Anschließend bäckst du ihn bei 180 Grad, bis der Belag durch ist.

Du kannst mit Mamas Mürbeteig aber auch die weltbesten Weihnachtsplätzchen von der ganzen Welt machen. Da nimmst du einfach einen Herzchenausstecher (ja, geht nur mit Herzchen :)) und stichst aus dem ausgerollten Teig  Herzchen aus. Die bäckst du auch ein bisschen und nimmst sie aus dem Ofen, wenn sie an den Rändern anfangen, leicht braun zu werden. Du kannst die Herzchen natürlich auch mit Guss bestreichen, mit Marmelade zusammenpappen… Rechne damit, auf die Knie zu sinken, wenn du sie probierst. Sie sind einfach so schön buttrig und lecker und – eben mürb.

Meine Mama backt an Weihnachten immer mehrere Sorten Plätzchen. Ich backe auch noch ein paar Sorten. Aber ehrlich: wenn es an Weihnachten nur die Herzchen-Ausstecher ohne alles geben würde und sonst keine anderen Plätzchen, wäre mir das auch sehr sehr recht. Die Ausstecher schmecken zu jeder Jahreszeit und halten sich (theoretisch) in der Keksdose über Wochen hinweg. Nur dass es ihnen nicht bestimmt ist, aufgehoben zu werden…

Frohe Weihnachten


Liebe Leserinnen und Leser,
nun gibt es meinen Blog schon fast ein Jahr lang. Ursprünglich hatte ich geplant, Rezepte und Geschichten übers Kochen reinzustellen. Dann gabs aber immer andere Dinge, die ich gerade spannender finde.

Aber so zu Weihnachten ist natürlich wieder Kochen angesagt, und schon gestern habe ich einen hammerleckeren Rote-Beete-Salat gemacht. Hier das Rezept.

Man nehme:

einige rote Beete (roh)

diese ungeschält solange kochen, bis sie weich sind (50-75 Minuten, je nach Größe).

währenddessen das Dressing für den Salat machen:

1 große oder 2 kleine Zwiebeln sehr fein schneiden, in eine große Salatschüssel mit Deckel geben; Salz, Pfeffer, gemahlener Koriander, evtl. etwas Piment, Himbeeressig und Sonnenblumenöl miteinander verrühren und durchziehen lassen.

Mit der Gabel in die rote Beete hineinstechen und prüfen, ob sie weich sind. Sie sollten nicht butterweich sein, sondern das Innerste sich noch leicht hart anfühlen.

Nun die rote Beete einzeln rausnehmen und schälen, vierteln und in Scheiben schneiden. Der Sinn ist, dass die rote-Beete-Stücke möglichst warm in das Dressing kommen und sich so optimal mit dem Dressing verbinden. Also mit der Gabel eine Beete rausnehmen, die Gabel drinlassen und schälen, und so klein schneiden, dass man sie Beete möglichst nicht anfassen muss (sie sind ja heiß und färben wie nochwas). Die Stücke ins Dressing geben, umrühren und zudecken. Dann die nächste Beete rausnehmen, usw., bis alle verarbeitet sind.

Umrühren und ein paar Stunden ziehen lassen und genießen.

Wenn die Hände nachher trotzdem verfärbt sind: etwas Natron auf die leicht feuchten Hände geben, verteilen, und mit heißem Wasser abspülen.

Küchenquatsch zu Weihnachten


Bei meiner Mutter und mir artet Weihnachten meistens in einer Kochorgie aus. An Heiligabend gibt’s ganz klassisch Raclette. Dieses Jahr neu im Programm: Blauschimmelkäse, Paprikascheiben. Am 1. Weihnachtsfeiertag dann Salat aus gebackener roter Beete, Zwiebeln, Beeren-Essig, Estragon, Öl und Chili. Die Rote Beete waren durch 2 Stunden im Backofen Schmoren butterweich und so süß, dass man sie als Nachtisch hätte essen können. (Neue Rezeptidee: Rote Beete mit Vanilleeis?! Vielleicht was für Schwangere) What else? Spinat-Ackersalat, gebratene Reis-Röllchen mit Karotten-Sellerie-Paprika-Berberitzen-Füllung und süßsaurem Erdnuss-Zwiebel-Dip. Wie ich diese Rezeptnamen hasse, bei denen einfach die Zutaten aneinander gereiht werden. Am 2. Feiertag gab’s thailändische Maispuffer mit Crème Fraiche, russischer Salat Olivie (Kartoffeln, Erbsen, Äpfel, Karotten und Mayo), als Nachtisch eine Mango. Und dann, am gestrigen Samstag nach Weihnachten, schließlich Rosenkohl, in einer thailändischen Paste aus Koriander, Knoblauch, Bockshornklee und Zitronengras gebraten. Beilage: gebratene Kartoffelwürfel, mit sparsamem Fetteinsatz, denn mein Magen war irgendwie voll von den ganzen Leckereien.

Ach ja, ich esse kein Fleisch, und Fisch ist auch nicht so meins.

Und was gab’s bei Euch?