zimtige Tomatensoße mit Pasta, Auberginen und Kichererbsen (vegan)


Dieses Gericht hat zwei ganz tolle Eigenschaften:

1.) Zwei unterschiedliche Kulturen und Kochstile treffen sich auf dem Teller: italienisch und indisch. Italienisch wegen der Pasta und der Tomatensoße, indisch wegen der angebratenen Zimtstange und Gewürzen wie Koriander, Kreuzkümmel, Ingwer.

2.) Der Zimt bringt eine herrlich herzhafte Note in das Gericht. Ich freu mich einfach übel, wenn ein Gemüsegericht einen herzhaften Geschmack hat, der sonst meistens von geräuchertem Tofu oder tierischen Produkten kommt. Ich war sehr skeptisch, als ich das erste Mal Zimt in einem indischen Gericht verwendet habe, aber es ist echt der Hammer. Falls irgend möglich, solltest du eine Zimtstange für dieses Gericht nehmen, weil der Geschmack dann intensiver und rauchiger ist. Aber sonst geht auch gemahlener Zimt.

fraulinde wünscht viel Spaß beim Ausprobieren!

Du nimmst (für 2 Portionen)

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel (ca. 5 cm Durchmesser), fein gewürfelt
  • 1 Zimtstange, einmal zerbrochen (oder ½ TL gemahlener Zimt)
  • 1 Stück Ingwer, ca. 1,5 cm dick, gerieben
  • ½ TL Kurkumapulver
  • 1 große Aubergine, in ca. 1 cm große Würfel geschnitten.
  • 1 Kaffeebecher gekochte Kichererbsen
  • 1 EL Himbeeressig (oder Balsamico oder Apfelessig)
  • Frische gehackte Petersilie
  • Gemahlener Koriander, gemahlener Kreuzkümmel, Chili
  • Tomatenpassata, ca. 400 ml (ich mag die von Alnatura sehr)
  • Salz
  • Pasta, z.B. Schleifchen

Du tust

  • Erhitze das Olivenöl, gib die Zwiebelwürfel und die zerbrochene Zimtstange hinzu und brate es zusammen bei kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel an. Die Zwiebeln sollen glasig werden und keine Farbe annehmen (dauert ca. 15 Minuten).
  • Würze die Zwiebelwürfel kräftig mit Salz und gib den geriebenen Ingwer hinzu, kurz mitbraten, und dann den Kurkuma hinzufügen.
  • Gib dann die Auberginen zu den Zwiebeln und lass sie bei aufgelegtem Deckel schmoren, bis sie weich sind.
  • Setz nebenher einen Topf mit Pasta-Wasser auf und koche die Nudeln nach Anleitung.
  • Lösche die Auberginen mit dem Essig ab, lass den Essig einkochen bzw. verdampfen und würze die Auberginen mit Salz
  • Gib die Kichererbsen zu den Auberginen und füge die Passata hinzu. Alles umrühren und weiterköcheln lassen.
  • Kurz bevor die Pasta fertig ist, würze die Soße mit Koriander, Kreuzkümmel und Chilipulver, evtl. noch nachsalzen.
  • Vermische die Pasta mit der Soße und gib zum Schluss Petersilie hinzu. Umrühen und fertig.
  • Hau rein!
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schnelle Bratkartoffeln


Bratkartoffeln_web

Hach, jetzt gibt es ja wieder neue Kartoffeln. Aus denen kann man ganz toll und schnell Bratkartoffeln machen!

Du brauchst:

  • 1 EL Butterschmalz
  • 1 große Zwiebel (6 cm Durchmesser), sehr fein gewürfelt
  • 4 rohe mittelgroße Kartoffeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer, Paprika
  • 1 Becher körnigen Frischkäse

Du tust:

Wasche die Kartoffeln und bürste sie, ich mache das immer mit einer einer Zahnbürste 🙂 Die Schale kann man bei neuen Kartoffeln gut mitessen, sie soll sogar ein paar Vitamine haben. Dann viertelst du die Kartoffeln und schneidest sie in ca. 0,5-0,8 cm dicke Scheiben.

Erhitze den Butterschmalz in einer Pfanne bei mittlerer Hitze (die Pfannenbeschichtung sollte noch gut und intakt sein, damit nichts anbrennt). Da ich’s leicht scharf mag, habe ich gleich zu Anfang einen getrockneten Chili Tepin zerbröselt und mitgebraten. (Chili Tepin hat mal der Mann meiner Cousine aus Mexiko mitgebracht, und nun wächst er bei meiner Mutter auf dem Balkon. Ich finde Chili Tepin super, weil er scharf, aber nicht zu scharf ist. 1 Beere ist perfekt für 1-2 Essensportionen ).

Gib die Kartoffeln in den heißen Schmalz und brate sie bei mittlerer Hitze und aufgelegtem Deckel. Wichtig ist, dass man nur ca. alle 5 Minuten den Deckel hebt und ggfs. die Kartoffeln wendet, denn in der Pfanne soll sich Wasser bilden, der sich innen am Deckel sammelt. So werden die Kartoffeln von unten gebraten und gleichzeitig weich gedünstet. Das ist zumindest meine unwissenschaftliche, auf Erfahrung beruhende Empfehlung.

Wenn die Kartoffelstücke anfangen, eine leicht braune Kruste zu bekommen, gib die Zwiebelwürfel hinzu, ebenso wie die halbierte Knoblauchzehe. Brate alles noch ein bisschen weiter bei aufgelegtem Deckel. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Kartoffeln kräftig zu salzen. Brate dann alles so lange weiter, bis die Kartoffeln innen weich sind und außen den gewünschten Bräunungsgrad haben.

Ich esse die Bratkartoffeln am liebsten mit Paprikapulver und körnigem Frischkäse. Auf dem Foto seht ihr außerdem noch Spinat, der musste weg 🙂 Die Kartoffeln schmecken so hammerlecker und würzig und nach Butter und jam! Sogar besser als Chips. Und waren in ca. 20-30 Minuten fertig. Juhu!

P.S.: fraulinde konnte in ihrem Luxusstudium eine Digitalkamera ausleihen, so dass der Artikel von Anfang an bebildert ist. Premiere!

Wisst ihr was?


Wisst ihr, dass ich es viel einfacher finde, keine Chips zuhause zu haben? Denn dann muss ich mir während DSDS keine Gedanken machen, ob ich jetzt Chips essen muss / will / soll / darf. Am besten ziehe ich mir gegen 20:15 meinen Schlafanzug an, so dass ich – falls ich mir unten im Kiosk Chips kaufen wollte – mich erst umziehen müsste. Ergebnis: ich esse gegen 21:30 statt Chips die Reste meiner leckeren Spaghetti mit Tomatensoße und Zucchini und gehe um 22:10 zufrieden ins Bett.

Wisst ihr, dass es sehr praktisch ist, wenn die Webseite, auf der ich sonst den Mondkalender nachschaue, aus irgendeinem Grund verschwunden ist? Wenn ich also nicht nachschauen kann, ob und wann heute eine Mondpause ist. (Mondpausen sind unterschiedlich lange Phasen, während denen man sich ausruhen soll, nichts Neues und / oder Wichtiges machen soll). Denn so habe ich heute einfach die neue Geschichte für einen Wettbewerb fertiggemacht und abgeschickt, ohne zu wissen, wie der Mond gerade stand. Bei einer Mondpause hätte ich sonst überlegt, ob ich überhaupt schreiben sollte, denn das bringt bestimmt nichts, mir wird nichts einfallen, denn ich sollte eigentlich ausruhen, und selbst wenn mir etwas einfällt, wird es nicht zum Erfolg führen, ich könnte höchstens sonst heute Nacht schreiben, wenn die Mondpause vorbei ist. Hoffentlich geht die Seite nie wieder online.

Habt ihr auch so etwas, bei dem ihr irgendwann gemerkt habt, dass ihr besser ohne lebt?

enjoy the sun!

Im Norden ist gut muscheln


Typisch: Ich gehe um die Ecke in den Supermarkt, um eine fehlende Zutat fürs Abendessen zu kaufen (heute: körniger Frischkäse, den ich so gerne zu Pellkartoffeln esse). Im Supermarkt komme ich ob der tollen Produkte dann auf neue Ideen. Heute fand ich z.B. ein Pülverchen, mit dem man Mac’n Cheese* machen kann. Das wäre ja auch was, dachte ich, kaufte das Pülverchen, und als ich zuhause war, hatte ich keine Lust mehr auf Mac’n Cheese, sondern auf einen Luxus-Nudelauflauf, also fing ich an, die zweite Packungshälfte von den Muschelnudeln zu kochen. Nach ein paar Minuten merkte ich, dass ich auch keine Lust auf Überbackenes hatte, sondern auf Gemüse. Und auf Aprikosen. Und Butterschmalz.

Was nach all der Verwirrung herauskam und in meinem Magen landete, lest ihr hier. Nennen wir das Ganze mal

Italienisch-marrokanische Muschelnudeln**

Dafür brauchst du:

  • ca. 250 gr. Muschelnudeln (Conchiglioni)
  • 0,5 EL Butterschmalz***
  • 1 Zwiebel, ca. 5 cm Durchmesser, fein gehackt
  • 1 Bio-Karotte, geviertelt und in Scheiben geschnitten
  • 1 Zucchini, geviertelt und in Scheiben geschnitten
  • 3 getrocknete Aprikosen, klein gehackt
  • 1 EL Tomatenmark
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Kugel Mozzarella
  • Lesbisches Olivenöl zum Drüberträufeln
  • Salz und Pfeffer

Und das Ganze braten wir in einer großen Pfanne mit Deckel (Deckel ist ganz wichtig, wie du noch sehen wirst)

Was du tust:

Die Muschelnudeln kochst du in heißem Salzwasser. Die brauchen eine Weile, ca. 18 Minuten. Gieße sie aber 1-2 Minuten vor Ende der Kochzeit ab, sie sollten noch richtig gut al dente sein.

Die Zwiebelwürfel brätst du bei mittlerer Hitze im Butterschmalz an, bei aufgelegtem Deckel. Sie sollten hell bleiben. Wenn sie anfangen glasig zu werden, gibst du die Karottenstücke dazu und brätst die Mischung weiter bei aufgelegtem Deckel. Wenn die Karotten anfangen zu duften und nicht mehr ganz roh sind, aber auch noch nicht weich, gibst du die Zucchini dazu und brätst alles weiter bei – richtig! – aufgelegtem Deckel. Wenn die Zucchini anfangen, weich zu werden, salze die Gemüsemischung und würze sie mit Zitronensaft. Nicht mit dem ganzen auf einmal, sondern nach und nach, je nach Geschmack. Gib nun die Aprikosenstücke dazu, lass sie ein paar Minuten mitschmoren, und gib dann das Tomatenmark hinzu, verrühre es, so gut es geht und lasse alles noch ein bisschen bei aufgelegtem Deckel weiterschmoren.

Wenn die Mischung schön durchgeschmort ist, aber das Gemüse noch etwas Biss hat, kannst du die gekochten Muschelnudeln zum Gemüse geben und alles verrühren. Ich lege dann nochmal den Deckel drauf und lasse es ein paar Minuten leise köcheln, damit die Nudeln sich mit dem Gemüse vermischen. Die Mozzarella-Kugel drücke ich etwas mit der Hand aus und schneide sie in Würfel. Am Ende schöpfe ich die Muschelnudeln mit Gemüse auf einen Teller, verteile etwas Mozzarella darüber und beträufle das alles mit etwas Olivenöl. Dann kommt noch etwas frisch gemahlener Pfeffer drüber, und fertig ist die Herrlichkeit.

Das ist erstens mal viel hammerleckerererererer als Mac’n Cheese und zweitens viel gesünder und drittens kreativer. Das Besondere daran ist aus meiner Sicht das süß-säuerliche Aroma der Aprikose und ihre schöne fleischige Konsistenz in Verbindung mit dem frischen Geschmack des Mozzarella und dem zitronigen, sommerlichen Geschmack meines Lieblings-Olivenöls. Ein ganz neuer Geschmack, herzhaft und süß und frisch, wie bei 25 Grad am Mittelmeer! Da kann’s draußen hundertmal Minusgrade haben und der Nordwind unter sämtliche Kleidungsschichten und Fensterfugen kriechen. Hah!

Übrigens: ich schreibe glaube ich all diese Rezepte gar nicht auf, damit sie jemand nachkocht, wobei ihr das supergerne tun dürft, ich freue mich riesig darüber! Aber ich finde, es geht gar nicht darum, nach einem Rezept zu kochen, weil ich das fast nie tue, sondern mit ein paar Zutaten anzufangen, und dann immer wieder zwischendurch probieren, was noch dazupassen könnte. Ich glaube, ich will euch einfach dazu inspirieren, auch so geile Gerichte zu zaubern. Habt Spaß beim Kochen!

——

*Maccaroni and Cheese; d.h. Röhrchennudeln mit Käsesoße überbacken

** italienisch, weil fast alle gute Pastagerichte italienisch sind, gell? Und marokkanisch wegen der Aprikosen und dem Sommer und weil zwei Freundinnen von mir dort waren. Hach!

*** Heute habe ich’s aber mit den Sternchen, ne? Natürlich kannst du auch Öl statt Butterschmalz nehmen, aber ich finde, dass der Schmalz das Gemüse langsamer und intensiver brät und einen schönen Buttergeschmack abgibt.

Welcome-back-Nudelauflauf


Gestern bin ich nach Hildesheim zurückgekommen, nach fast drei überwiegend sonnigen Wochen in Süddeutschland. Hildesheim begrüßte mich mit Schneefall und seinem immergrauen Bahnhofsvorplatz, der sich mit dem Pforzheimer Busbahnhof (nur geschönte Fotos bei Google) um den Titel Germany’s most depressing place streitet. Den Schnee fand ich klasse, und beim Discounter gab’s Frühlingsblümchen. Da habe ich gleich mal zwei Edelgeranien mitgenommen, ebenso wie wunderhübsche Muschelnudeln.

Mit diesen Nudeln bereitete ich einen leckersten Auflauf zu, um meine Rückkehr in die neue Heimat zu feiern und mich für das Transportieren von ca. 30 Kilo Gepäck (Sommerklamotten! Campingausrüstung! Pürierstab! Mamas Marmelade!) viaTaxi, ICE und Linienbus zu belohnen. Und so lecker wie der Auflauf war, teile ich ihn mit euch.

Erst jetzt beim Schreiben – ehrlich, nicht früher!! – fällt mir ein, dass die Muschelnudeln ein bisschen wie Vaginas aussehen. Und please forgive me, falls sich die Beschreibung der Zubereitung stellenweise obszön anhört – ich beabsichtige auf keinen Fall, Frauen mit Essen gleichzusetzen – das haben berühmte Franzosen wie Flaubert, Maupassant und Balzac getan, und ich tu es ihnen nicht gleich. Muschelnudeln sind Muschelnudeln und Vaginas sind Vaginas. Was aber nicht heißt, dass man dieses Rezept nicht super für ein Date mit einer netten Frau zubereiten kann. Lecker schmeckt’s auf jeden Fall.

Ein bisschen Arbeit ist es, aber worth every second of it.

Also los gehts.

Bitte nimm 250 gr Conchiglioni (Muschelnudeln). Koch sie am besten als erstes, denn sie brauchen laut Packung 18-20 Minuten. Nimm sie aber 2-3 Minuten früher aus dem Wasser, denn sie werden ja noch gefüllt und überbacken.

Während die Nudeln kochen, kannst du irgendwas Dolles im Internet gucken, oder aber schonmal die Füllung machen. Diese besteht aus:

  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 eingelegte, geröstete Paprikaschote, fein gehackt (die Paprikaschoten gibt’s in großen Gläsern beim Discounter, in Essigmischung eingelegt)
  • ca. 0,5 EL von der Paprika-Einlegeflüssigkeit
  • 2 gehäufte Esslöffel Crème fraiche
  • 0,5 TL Oregano
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • evtl. ein bisschen Gorgonzola oder anderen Schimmelkäse
  • evtl. ein bisschen Schwarzkümmel
  • evtl. etwas Chilipulver

Einfach alle Zutaten mit einem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken, im Mixer pürieren oder mit einer Gabel verrühren.

Nimm dann 4-5 Champignons, reibe sie mit einem Küchenkrepp ab und schneide sie in Scheiben. Die Champignon-Stücke sollten so groß sein, dass sie nachher in die Muscheln passen.

Dann machen wir noch eine kleine Tomatensoße. Dazu nimmst du einfach ca. 250 ml Tomatenpassata (bei mir war’s gestern – da ich es gestern noch nicht zum dm geschafft hatte – die günstige vom Discounter, aber sonst empfehle ich diese herrliche Tomatenpassata von Alnatura in der Flasche, die unwesentlich mehr kostet aber fünfmal so gut schmeckt. Hammerhammer. Das nur so nebenbei). Diese Passata habe ich mit ca. 1 EL Balsamico gewürzt, mit etwas Salz abgeschmeckt und ein bisschen getrocknetes Sojagranulat hinzugefügt. Das quillt nachher  in der Soße schön auf und sorgt für einen leicht herzhaften Geschmack. Zum Schluss gab ich noch 1 EL Olivenöl dazu.

Weil ich langsam Hunger bekam, heizte ich den Backofen auf 180 Grad vor, aber ansonsten musst du nicht vorheizen.

Ich legte dann ein Blech mit Backpapier aus (kannst aber auch eine Auflaufform mit Fett einreiben) und verteilte die Hälfte der Tomatensoße auf dem Blech. Dann breitete ich die Muschelnudeln auf dem Blech aus und legte die Champignonscheiben in die offenen Muscheln, die geschlossenen habe ich gelassen (sehr ihr, was ich meine?? :)) Dann verteilst du die Creme-fraiche-Füllung in – bzw. bei den eher geschlossenen Nudeln – auf die Nudeln. Träufle dann die restliche Tomatensoße über die Nudeln

Schneide eine Mozzarella-Kugel in Scheiben und verteile diese auf dem Nudelauflauf. Und ab in den Ofen damit! Das ganze buk bei mir 30 Minuten. Wenn das Ganze zu suppig wird, stell es eine Etage tiefer im Backofen.

Das war richtig gut. Jetzt ess ich gleich die Reste davon, juhu!

Winterfutter aus Bohnen, Tomaten und Kartoffeln


Also so langsam glaube ich, dass die Kälte hier wirklich etwas mit dem Meer zu tun hat. Das ist zwar noch über 200 km entfernt, aber anscheinend haben wir daher diese feuchte Kälte. Irgendwie friere ich trotz Heizung und Zwiebel-Schalen-Dresscode und drei Litern Tee am Tag. Aber mein Abendessen heute hat mich ganz wunderbar von innen aufgewärmt. Es beugt auch schön einem eventuellen Eisenmangel vor: Bohnen sind an sich schon super Eisen-Lieferanten, aber wenn man sie dann noch mit Tomaten kombiniert, wird das Eisen durch das Vitamin C der Tomaten noch besser vom Körper aufgenommen.

Ich nenne es: Winterfutter aus Bohnen, Tomaten und Kartoffeln

Du brauchst:

  • einen halben Kaffeebecher getrocknete weiße kleine Bohnen ODER einen ganzen Kaffeebecher voll gekochte weiße kleine Bohnen. Falls du getrocknete Bohnen verwendest, die ein paar Stunden vorher einweichen.
  • 1 Zwiebel, ca. 6 cm Durchmesser, in feine Würfel geschnitten (Nennt mich pingelig, aber ich finde es immer so blöd zu schreiben: eine kleine, eine große Zwiebel – da weiß doch keiner Bescheid:))
  • irgendetwas Scharfes, also z.B. eine frische oder getrocknete Chili, zerbröselt oder in Ringe geschnitten. (Chilipulver geht natürlich auch, das aber erst am Ende zugeben)
  • 2 Biokarotten, in 0,5 cm breite Scheiben geschnitten
  • ca. 500 gr Biokartoffeln, festkochend, geschält und in Würfel geschnitten
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • Salz, Zucker
  • Olivenöl
  • ca. 1 EL Gemüsebrühpulver
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • 1 TL Oregano
  • 0,5 TL gemahlener Kreuzkümmel

Fürs Finish:

  • geriebener Parmesan
  • ein paar Tropfen Olivenöl
  • Paprikapulver rosenscharf

Bitte, Hasis, stresst euch nicht allzu sehr, falls ihr die Gewürze, Parmesan oder andere Zutaten gerade nicht da habt. Zur Not einfach etwas mehr Salz, Zucker, Olivenöl oder von mir aus auch Sojasoße verwenden. Oder etwas anderes Tolles, Hauptsache ihr bleibt entspannt beim Kochen und lächelt zwischendurch mal, einmal für fraulinde, einmal für euren Lieblingsmenschen, einmal für euer Lieblingstier, und dann nochmal einfach so.

Also los geht’s!

  • Wenn du Bohnen eingeweicht hast, das Einweichwasser wegschütten und die Bohnen mit frischem Wasser kochen, gerne mit einem Lorbeerblattl dazu! Bohnen aus der Dose abbrausen und abtropfen lassen und zur Seite stellen.
  • In einer Pfanne erhitzst du 1 EL Olivenöl und brätst die Chili kurz an.
  • Dann gibst du die Zwiebelwürfelchen in die Pfanne und dünstest sie bei mittlerer Hitze und aufgelegtem Deckel glasig an.
  • Dann die Karotten mitbraten. Wenn sie leicht duften,
  • die Kartoffelwürfel in die Pfanne geben und ganz kurz mitbraten, dann mit Salz und etwas Zucker würzen.
  • Gib noch einen Esslöffel Olivenöl in die Pfanne und füge die geschälten Tomaten dazu. Die Idee ist, dass durch das zusätzliche „frische“ Olivenöl der Geschmack der Tomaten noch besser herauskommt. Es gibt mexikanische Rezepte, in denen Tomatensoße angebraten wird – so etwas Ähnliches machen wir hier auch.
  • Lass die Tomaten-Gemüsemischung bei aufgelegtem Deckel ca. 15-20 Minuten köcheln. Evtl. noch etwas heißes Wasser dazugeben
  • Wenn die Kartoffeln kurz vor weich sind, gib die restlichen Gewürze und das Gemüsebrühpulver dazu (jetzt gerne auch das Chilipulver), ebenso die gekochten Bohnen.
  • Lass alles noch einmal ca. 5-10 Minuten köcheln, bis sich die Aromen vermischt haben und die Kartoffeln ganz weich sind.

Wunderbar! Jetzt schöpf dir eine schöne Portion auf den Teller, würze sie mit Paprikapulver, gib Parmesan drüber und finishe das ganze mit ein paar Tropfen Olivenöl. Schön warm wird’s!

[an alle, die sich Fotos zu den Rezepten wünschen: fraulindes Kamera liegt zurzeit im fernen Stuttgart und muss erst wieder geholt werden. Sorry]

Niedersachsen kulinarisch


Nun wohne ich mittlerweile fast seit vier Monaten in Niedersachsen, und obwohl es nur 3:40 Stunden mit dem ICE von zuhause entfernt ist, komme ich mir manchmal wie im Urlaub vor. Denn es gibt so viel zu entdecken!

Meine neueste Entdeckung: Grünkohl! Den gibt es hier auf dem Markt säckeweise. Ich hatte den vor Jahren mal aus einem Glas probiert, aber wie das oft ist bei Gemüse aus dem Glas: es schmeckt nach Einlegeflüssigkeit und sonst nach nicht viel.

Eine einheimische Kommilitonin hat mich auf die Idee gebracht, tiefgefrorenen Grünkohl zu verwenden. Den gibt’s hier bei jedem Discounter, jedoch ist der mit Schweineschmalz zubereitet. Aber im Bioladen – von was träume ich: hier in Hildesheim gibt es nur EINEN Bioladen, und der ist in gerade mal zwanzig Minuten mit dem Bus zu erreichen, ich ging also in ein Reformhaus, die es wie Sand am Meer gibt. Dort fand ich tiefgefrorenen Grünkohl in Demeter-Qualität, nur Grünkohl und sonst nichts, dafür aber schön fein gehäckselt. Und ich sag nur: Grünkohl – du bist mein neuer bester Freund.

Gestern war Premiere, Grünkohl zusammen mit Pellkartoffeln und Butter. Wahnsinn!!! Das beste, was ich seit dem genialen 6-Gänge-Menü zu Silvester gegessen habe. Ich finde, Grünkohl schmeckt sehr schön erdig und angenehm nach Gras (dem auf der Wiese), viel herzhafter als z.B. Spinat und hat eine schöne stückige Konsistenz, weder glibberig noch matschig noch sonst etwas Komisches (haha!).

Und das Ganze ging echt einfach: ich habe Zwiebeln und Knoblauch in einer Pfanne leicht angebraten, dann die Packung TK-Grünkohl (450 gr) in die Pfanne getan, kurz auftauen lassen und dann mit etwas heißem Wasser gekocht, alles bei aufgelegtem Deckel. Ein Kilo festkochende Bio-Kartoffeln habe ich mit Schale in einem anderen Topf gekocht. Die gekochten Kartoffeln dann geschält, in Achtel geschnitten und zu den Kartoffeln etwas Butter gegessen, ebenso wie den Grünkohl. Es war so einfach und perfekt, ich war hin und weg!

Das Ganze reicht für 2 ordentliche Portionen.

Heute habe ich versucht, den restlichen Grünkohl zu Fertig-Käsetortellini zu essen. War nicht so doll. Es liegt glaube ich daran, dass die Tortellini so intensiv schmecken, weil sie mit Analog-Käse und allen möglichen Aromastoffen zugebombt sind. Deswegen war die Variante mit Pellkartoffeln so viel besser, weil beide einen feinen Eigengeschmack haben und keiner geiler sein will als der andere. So.

Habt ihr schonmal Grünkohl probiert? Auf der Tafel mancher Restaurants hier steht übrigens manchmal „Kohl und Pinkel“, oder auch „Braunkohl mit Wurst“, beides sehr befremdlich für mich 🙂 Aber Pinkel ist einfach eine Wurst (sehr naheliegend, gell!), und Braunkohl ist keine Braunkohle.

So langsam komme ich also an 🙂 Gleich zu Beginn ist mir aufgefallen, dass es in Bäckereien viel Hefeteiggebäck gibt. Also Rosinenbrötchen, Schokobrötchen, dann noch so Blechkuchen, der ein einziger Hefeteig, bestrichen mit Butter und Zucker, ist.

Und kürzlich war ich in der Becks-Kneipe in Bremen. Also da, wo das Becks herkommt. DAS Becks. Bremen ist zwar nicht Niedersachsen, aber davon umgeben sozusagen. Becks mochte ich noch nie – das grüne ist mir zu herb und das goldene zu süß, das Lemon ist mit Süßstoff versetzt – also bestellte ich mir ein Staropramen. Das ist ein tschechisches Bier, aber ich habe es in Hildesheim zum ersten Mal entdeckt.

cheers und Mahlzeit!

eure Niedersächsin