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Sommer in Cordhose

Sommer in Cordhose

Da willste mal outdoorsy sein und dir was tolles gönnen, denkst dir, ach, ich habe gar keine gescheite feste unempfindliche Hose im Schrank, also geb ich mal ein bisschen Geld aus. Konkret wollte ich eine Outdoor-Hose von Fjäll Räven, weil ich den Stoff einfach so göttlich finde und außerdem nach Schweden reisen wollte. Da ich lange Beine habe, finde ich küssenswert, dass die meisten ihrer Hosen noch längere Beine haben, wirklich lange Beine, die man sich dann abschneiden und umnähen lassen muss. Denn selbst im tiefsten Wald will ich nicht mit Hochwasserhosen rumlaufen.

Aber einfach nur 150 Euro auf den Tisch legen und mit einer passenden Hose aus dem Geschäft zu laufen wäre ja billig, viel zu einfach. Es ist, als müsste sich der ambitionierte Outdoor-Fan diese Hose ebenso hart erarbeiten wie ein Lagerfeuer nach 3 Tage Dauerregen. Tja, vor den Spaß haben die Outdoor-Herstellen (nicht nur Fjäll Räven) die harte Arbeit gesetzt.

Mein erster Versuch in einem großen Sportgeschäft: eine Hose passt, sie sieht an mir ungefähr aus wie eine schlabbrige Jogginghose. Nein, so will ich auch auf dem einsamsten Pfad nicht herumlaufen, auch um die Tiere nicht zu beleidigen. Und falls ich doch Tiere ärgern will, tut es auch eine schlabbrige Jogginghose beim Discounter für 12 Euro. Pah.

Im Outdoor-Spezial-Laden: Fjäll Räven Größe 48 zwickt etwas, aber da sie nur ein Modell in Größe 48 dahaben, denke ich, dass mir ein anderer Schnitt (gibt’s bei denen so was wie loose fit?) passen könnte.

Nächster Halt: ein super-Riesen-Outdoor-Laden in Berlin. Die eine Fjäll Räven Hose sieht ziemlich klasse aus. Die könnte ich ohne weiteres zum nächsten Lesben-Event anziehen und würde wahrscheinlich eine Telefonnummer nach der anderen kassieren. Nur: zum Wandern wäre sie etwas unbequem, denn sie ist hinten an den Oberschenkeln einen Tick eng, was mich auf die Dauer wahnsinnig machen würde. Da überlege ich mir lieber ein paar nette Ansprech-Sätze und mache noch ein Selbstbewusstseins-Training für die Telefonnummern (kommt mich halb so teuer wie eine Hose). Aber ich verlor noch nicht den Mut, denn mein Ziel war ja das Ursprungsland von Fjäll Räven – Schweden.

Schweden ist wunderbar, und zum am Strand entlang wandern brauchte ich wirklich keine Outdoor-Hose. Aber ich wollte auch noch einen Satz nördlich des Polarkreises machen und da etwas wandern. Also ging in ein Sportgeschäft in Südschweden. Dort traf ich den geduldigsten Verkäufer der Welt. Insgesamt habe ich bestimmt 30 Damen- und Herren-Modelle anprobiert (und er sie alle wieder zusammengefaltet), doch er meinte lächelnd: “komm einfach nächste Woche wieder, da kriegen wir neue Ware. Ich habe auch das Problem, dass mir die FJ Hosen in der Hüfte zu eng sind – das liegt nicht an dir, keine Sorge.” Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen.

Nächste Woche war ich schon weitergezogen. Unterwegs begegneten mir Männer, die aussahen, als würden sie Drillinge kriegen. Schwangeren Männern passt Fjäll Räven, zur Not tragen sie bauchfrei. Und ich fuhr weiter. Aber auch in einer Shopping-Mall kurz vor der norwegischen Grenze gabe es Damen-Fjäll-Räven-Hosen einfach nur bis 48. Und keine passte.

Den Satz nach Norden sparte ich mir. Meine Tageswanderungen im südlichen Teil von Schweden machte ich in meiner uralten Stretch-Cordhose von K&L Ruppert oder einer ¾-Hose von H&M – ist ja auch schwedisch.

FJ: wenn ihr Hosen macht, in denen ich nicht nur Frauen aufreißen, sondern auch bequem wandern kann, let me know.

Fotos von Berlin und Schweden

Fotos von Berlin und Schweden

Hey Ihr Hübschen,

nach hartem Zähen und Ringen habe ich neue Fotos online gestellt (denn: intiuitv erschloss sich mir das Bildergalerien erstellen und verwalten nicht).

Hier sind welche von Berlin und hier welche von Südschweden. Wer mag, darf gerne mal schauen.

Und wenn ihr wissen wollt, was ich auf meiner Reise alles dabeigehabt habt oder ihr selbst eine Rucksacktour plant, könnt Ihr hier die Packliste anschauen.

Lasst mal hören, wie Ihr sie findet.

Herzliche Grüße von Eurer fraulinde

Sextouristen auf Gran Canaria

Sextouristen auf Gran Canaria

Ach, und wieder wäre ich gerne ein schwuler Mann.

Denn als schwuler Mann könnte ich, wenn ich Sex zuhauf haben will, einfach eine Woche Urlaub auf Gran Canaria buchen, in einem kleineren Hotel in Playa del Inglés.

Ich war kürzlich eine Woche in Playa del Inglés in einem kleineren Hotel mit schwulen Freunden. Hey, I needed to get away and catch some sun!

Schon in diesem Hotel waren einige schwule Männer, Paare und Singles. Man kann sich am Pool und im Spa-Bereich abchecken (dort steht zwar auf Schildern, dass man im Warmwasserbecken mit Sprudelquellen unbedingt Badebekleidung tragen muss, aber wann hat so eine kleine Badehose irgendjemanden an irgendetwas gehindert?).

So. Dann gibt es noch die Dünen und den FKK-Strand für Schwule. Die Dünen bestehen aus Original Sahara-Sand und es wachsen struppige Büsche dort. In diesen Büschen verstecken sich Männer, auch Bongos genannt. Manche stolzieren nackt um ihren Busch herum. Wenn man will, kann man also einfach, anstatt zum Strand zu gehen, die Büsche und ihre Bongos abchecken. Natürlich nimmt man nicht den erstbesten, sondern sondiert erst einmal das Angebot, bevor man sich mit jemandem einlässt.

Wenn man dann ganz ausgepowert vom “Sonnenbaden” und “Schwimmen” ist, schleppt man sich ins Café Wien im Einkaufszentrum CITA, wo es wirklich sehr geile Kuchen gibt. Und noch mehr Schwule, klar. Dann geht man zurück ins Hotel, duscht sich den Sand von der Haut, isst zu abend und geht anschließend ins Yumbo. Das ist ein Einkaufs- und Vergnügungszentrum. Es gibt 3 Bars, in denen sich auch Lesben aufhalten (u.a. Jackies Bar mit superschnuckeliger Kellnerin) – der Rest ist auf Männerfang ausgerichtet. In der Bar Construction gibt es einen Darkroom und Kabinen. Man kann also wieder erst einmal in der Bar das Angebot sondieren und dann den Kerl des Abends (oder der Stunde) mit in die Kabine nehmen. Was übrigens besonders rücksichtsvoll ist, wenn man sich mit einem Kumpel das Hotelzimmer teilt und ihn nicht wegen eines Quickies vor die Tür setzen möchte.

Alternativ gibt es eine Bar, die “Glory Hole” heißt. Ein netter Service, wenn einen das Gesicht des Gegenübers eigentlich gar nicht interessiert.

Die Ausbeute nach einer Woche:

ich: nada

Freund 1: nada (da frisch verliebt)

Freund 2: an einem Abend meinte er: ach, heute muss ich glaube ich nichts mehr verstecken.

Freund 3: abends vor dem Schlafengehen (er teilte sich ein Zimmer mit mir): “und schon wieder hat mich keiner angebaggert”.

Ich sach nur: Das Angebot ist da – take it or leave it.

gebt mal der Bahn ne Pause

gebt mal der Bahn ne Pause

Wisst ihr, was ich absolut unoriginell, langweilig und nervig finde? Wenn Leute über die Deutsche Bahn meckern. Es gibt sogar ein geistloses Buch darüber, vielleicht die Bibel aller Bahn-Meckerer.

Wisst ihr, über was ich mich aufrege? Über Leute, die über die Bahn meckern. Was gibts zu meckern? Ja, sie mag nicht immer pünktlich sein. Ja, die Züge mögen überfüllt sein. Ja, für das Tarifsystem braucht man mindestens ein Philosophie-Grundstudium. Und einen Wochenend-Intensivkurs an der VHS für die neuen Fahrkartenautomaten mit Touch-Screen. (Übrigens: warum hat inzwischen fast die Hälfte aller Menschen freiwillig ein Handy mit Touchscreen, weigert sich aber, sich mit dem Fahrkartenautomaten auseinanderzusetzen?)

Ich fahre viel Bahn. Ich bin stolze BahnCard25-Besitzerin, habe auch noch eine Monatskarte vom örtlichen Tarifverbund, blicke im Tarifchaos halbwegs durch und schaffe es meistens, dem Fahrkartenautomaten in weniger als 3 Minuten ein Baden-Württemberg-Ticket single abzuluchsen. Ich freue mich auch nicht, wenn ein Zug mal Verspätung hat – kürzlich fiel ein Zug einfach mal ganz aus – und ich saß in meinem Dorf fest. Aber anstatt das als völlige Inkompetenz der DB zu werten, bin ich einfach in den nahegelegenen Supermarkt vor der Kälte geflüchtet. Meine Freunde mussten eine halbe Stunde auf mich warten – auch nicht super, aber ist es das Ende der Welt?

Ich denke, jeder hat eine Story, wo einem die Bahn einen Strich durch die wohl durchdachten Reisepläne gemacht hat. Wo die ausgedruckte “Fahrtempfehlung” einfach nur die bestmögliche, aber unrealistische Reiseroute darstellt. Ich habe schon teure ICE-Tickets gelöst, und musste dann 40 Minuten lang im Zug stehen – ich habe schon teuere ICE-Tickets gelöst, und kam später als der günstigere IC an. Und immer wieder die Situation, dass Menschen von beiden Seiten in denselben Waggon einsteigen, sich in der Mitte des Waggons treffen und aneinander vorbeiwollen. Alles schon erlebt. Und trotzdem mag ich die Bahn.

Sie bringt mich überall hin – irgendwann.

Was mich aufregt, ist, wenn Menschen hohe Ansprüche an einen IRE (Interregioexpress) haben. Das ist ein Zug, der meistens so schnell wie ein IC ist, kaum hält, und den man aber noch mit den Ländertickets oder dem Wochenend-Ticket beutzen kann. Sie wollen einen Viererplatz für sich alleine, und das natürlich am Freitagabend. Und dafür nicht mehr als 20 Euro ausgeben. Wenn aus irgendeinem unerfindlichen Grund die Anzahl der Passagiere die der Viererplätze übersteigt, ist die Bahn schuld. Dann heißt es genervt: “oh, die Züge sind so scheiße!” Dabei ärgern sich die Menschen nur, dass ihr ach so geniales Sparvorhaben nicht aufgegangen ist. Weil nämlich alle Menschen die selbe Idee haben.

Dabei hat die Bahn einige IREs schon mit extra Abstellfläche für Gepäck ausgestattet.  Weil sie weiß, dass die Leute lieber laufen würden, als 10 Euro mehr für einen komfortableren Zug auszugeben. Ja, die IREs sind attraktiv für Urlauber. Manche Leute nehmen ihre komplette Snowboard-Ausrüstung in den IRE – und verteilen sie so auf den Viererplätzen, dass es 90% der Menschen peinlich ist, zu fragen, ob da noch ein Platz frei ist. Und wenn dann jemand Forsches kommt, der darauf besteht, sich dort hinzusitzen, sind die Züge scheiße. Anstatt vielleicht mal zu überlegen, ob man vielleicht die Erwartungen zu hoch sind?

Der Snowboarder oder die Dame mit ihrem silbernen Hartschalenkoffer größer als mein Kleiderschrank könnten folgendes tun:

- statt eines Ländertickets einfach mal gucken, wieviel teurer denn die IC oder ICE-Verbindung ist (da gibts ja wiederum die Sparpreise, wenn man im Voraus bucht). Und dann überlegen, ob man den höheren Preis für deutlich mehr Komfort und mehr Platz haben möchte.

- nicht gerade am Freitag- oder Sonntagabend fahren. Da fahren nämlich alle, falls ihr es noch nicht gemerkt habt.

- weniger Gepäck mitnehmen

- die Habseligkeiten anstatt in ein riesengroßes, sperriges Gepäckstück lieber in zwei kleine Rucksäcke oder Taschen zu packen, die man unter dem Sitz oder im Gitter über dem Sitz verstauen kann.

Hört nur einfach bitte auf, für kleines Geld Spitzenkomfort zu erwarten. Und macht Platz für andere Leute.

Honorarkraft

Honorarkraft

Ich übe in Teilzeit eine Honorartätigkeit aus. Am Montag ging ich zu meiner Chefin und meinte, dass ich gerne die nächsten 4 Wochen frei hätte. Sie guckt mich an, atmet tief ein und meint, dass sie es mir nicht verbieten kann. Weil ich Honorarkraft bin. Weil ich ein Mädchen bin, weil ich Honorarkraft bin. Aber trotzdem denk ich: sie erwartet, dass ich meinen Urlaub frühzeitig anmelde. Tja. In der heutigen Zeit muss man froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Oder? Und ich mach 4 Wochen Urlaub. Der mir natürlich nicht bezahlt wird, weil ich Honoarkraft bin. Das gäb echt nen guten Song. Weil ich Honorarkraft bin. Hey ich nehm mir Urlaub wann ich will und krieg mein Geld erst irgendwann weil ich Honorarkraft bin, weil ich Honorarkraft bin. Keine Widerrede man, weil ich ja sowieso verlier weil ich Honorarkraft bin, weil ich Honorarkraft bin.

Ist irgendwie ein tolles System: als Honoarkraft in Teilzeit muss man einen anderen Job dazunehmen. Oder zwei andere. So wie ich. Drei Jobs machen mich aber so fertig, dass ich abwechselnd Urlaub von einem Job nach dem anderen nehmen muss, um einen Nervenzusammebruch zu verhindern. Ich nehme Urlaub zum Bewerben, um aus dieser Situation irgendwann mal rauszukommen. Nehme Urlaub für den Friseur, für längst überfällige Arztermine, für Wohnungssuche.

Heute habe ich im Buch von dem Hirschhausen gelesen, dass das eigentliche Ziel der Tiere ist, sich möglichst lange auszuruhen und zu schlafen. Je weniger Zeit sie für die Nahrungssuche verwenden müssen, desto länger können sie schlafen. Ich bin schon lange der Ansicht, dass 40 Stunden Arbeit pro Woche zu viel sind. Das tut keinem Menschen gut.

Ok, das wars an Meckern für heute.

Here come the brides

Here come the brides

Bei manchen Luxushotels auf Mauritius, den Seychellen oder auf Bali gibt es besondere Angebote für Paare in den Flitterwochen. So zahlt die Braut im einen Hotel 30 % weniger für die Übernachtung. Oder übernachtet im anderen gar völlig kostenlos. Nur das Essen muss sie zahlen.

Da stellt sich meinem sparbewussten Geist doch die Frage: was, wenn es zwei Bräute und keinen Mann gibt?

Da würde ich doch sofort meine nicht vorhandene Freundin aufs Standesamt zerren: “Schatz, wir können eine Woche im 6-Sterne blablaba mit unserer eigenen Freiluftbadewanne auf Bali wohnen. Let’s do it!”

Eigentlich könnte ich mal so eine Anzeige bei Lesarion aufgeben. “Hast du Lust, dich mit mir durch Luxushotels zu schnorren?”

So finde ich die Frau fürs Leben.

Notizen einer Schwarzseherin

Notizen einer Schwarzseherin

Unsere Ferienwohnung

Ich komme gerade von einem einwöchigen Urlaub zurück. Skifahren im Wallis, in einer Ferienwohnung mit 4 Freunden.

Ich habe ab und an mal beruflich Projekte abgewickelt. Herumrennen, telefonieren, gucken, dass alles klappt. Eisberge vorausahnen und großräumig umschiffen. Das ist eigentlich ein sehr kreativer Job. Intellektuell anspruchsvoll, geleitet von der Maxime: ich hab schon Pferde kotzen sehen.

Ich will das mal am Beispiel des Skiurlaubs verdeutlichen:

Ausgangssituation: 5 Freunde und ihr Gepäck, Lebensmittel für eine Woche, ein Mercedes Kombi mit über 200 PS und einem Skiträger.

Was kann alles schief gehen und wie kann man das verhindern?

Erster kritischer Faktor: soviel Gepäck und Essen, dass wir Menschen keinen Platz mehr im Auto haben. Eine Möglichkeit, das zu verhindern: Freunde 1-4 anrufen und ihnen alles „Doppelte“ ausreden (“was willst du mit einer zweiten Bettwäschegarnitur, einer zweiten Jacke, einer zweiten Mütze, einem zweiten Handtuch, einem zweiten Paar Handschuhe? Es gibt dort auch Münz-Waschmaschinen!!”). Andere Möglichkeit: Spaghetti anstatt Penne kaufen (genauso viel Pasta, aber Spaghetti haben keine Luftlöcher und sind daher platzsparender) Spül- und Putzmittel in kleine Fläschchen abfüllen und groß draufschreiben: Konzentrat!! (damit nicht die Putzwütigen beim ersten Saubermachen gleich alles verbraten). Dritte Möglichkeit: die Person mit den breitesten Hüften (die habe als einzige Frau in unserer Gang ich!) auf den Beifahrersitz setzen – so spart man auf der Rückbank ca. 10 cm in der Breite ein.

Zweiter kritischer Faktor: Stau: kann man nichts machen, nur früh losfahren

Dritter kritischer Faktor: früh losfahren, da unrealistisch. Die Treff- und Abfahrtszeit. Zwei (Gruppe A) reisen mit dem Zug zwei Stunden zum Rest der Gruppe. Gruppe A sollte möglichst früh da sein, aber da sie ja zwei Stunden unterwegs ist, will sie auch nicht um 5 Uhr aufstehen. Besonders weil bekannt ist, dass aus Gruppe B der eine zum Trödeln neigt und der andere meistens den Wecker überhört. Soll also Gruppe A um 5 Uhr aufstehen, damit sie um 9 Uhr bei Gruppe B ist, um dann noch eine Stunde zu warten, bis auch der Trödler gegen 10 mit dem Frühstück fertig ist? Gruppe A entschließt sich dagegen und steht um kurz nach 10 am entsprechenden Bahnhof. Gruppe B ist da, aber es stellt sich heraus, dass der zum Trödeln neigende seinen Pass zuhause vergessen hat. Zuhause stellt sich heraus, dass der Pass gar nicht zuhause ist, sondern gerade in der Botschaft neu beantragt wird, und dass sein spanischer Personalausweis seit dem Sommer abgelaufen ist. Wir versuchen trotzdem, ihn über die Schweizer Grenze zu schmuggeln. Start mit einer halben Stunde Verspätung.

Warum haben wir uns eigentlich Sorgen um den Stau gemacht? Es gab keinen, nur in der Gegenrichtung. Reingepasst hat irgendwie auch alles. Ich saß ja vorne.

Urlaub mit Freunden

Urlaub mit Freunden

Was mich gerade viel mehr beschäftigt als Kochen ist mein anstehender Urlaub mit vier schwulen Männern. Wir kennen uns (bis auf einen von ihnen) sehr gut, ich habe sie sehr lieb (bis auf den einen Neuen logischerweise). Aber seit Tagen beschäftigt mich einzig und allein die Frage, wie ich ihr Gepäck dezimieren könnte. Wir fahren zu fünft mit einem Mercedes Kombi in die Schweiz. Und einer von ihnen will da tatsächlich zwei Garnituren Bettwäsche für die sieben Tage und 3 große und 3 kleine Handtücher mitnehmen. Dem dezenten Hinweis, man könne sich auch Shampoo und Duschgel in kleine Flaschen abfüllen, entgegnete er mit: dann brauch ich aber kleine Flaschen. Er braucht auch zwei Mützen, zwei Paar Handschuhe, zwei Jacken, zwei alles. Weil man die Snowboard-Handschuhe ja nicht zum so rumlaufen anziehen kann. Auch ein großes Kissen ist im Gespräch, falls es dort nur 40x80cm Kissen gibt. Wenn’s so weitergeht, kann unser Gepäck mit Fahrer in die Schweiz düsen, und wir müssen Zug fahren.
Hab ich schon erwähnt, dass ich eher der unkomplizierte Typ bin und bisher hauptsächlich mit dem Rucksack unterwegs war? Und glaubt mir, wenn man das alles schleppen muss, während man eine italienische Küstenstadt nach einer bezahlbaren Unterkunft abläuft, füllt man sich Shampoo in kleine Flaschen um, damit man 100 Gramm Gewicht spart und kauft sich diese Zahnpasta in der roten Minitube, die für eine Weltreise reicht (und spart nochmal 5 Gramm oder so!). Ich nehme ein winziges Handtuch mit, keine Hausschuhe, keinen Fön, weil ich spätestens nach fünf Minuten den Fön, die Hausschuhe und das große Handtuch (womöglich noch das extra Badetuch für den Strand) verfluchen würde. Aber es gibt andere Arten von Reisenden, und zu denen gehören meine Freunde: “ich pack zuhause den größten Koffer voll, den ich finden kann und fass ihn erst wieder in meinem Hotelzimmer an. Ich weiß eigentlich gar nicht, wieviel er wiegt.” Für Gran Canaria und den Playa Ingles (Schwulenhochburg) braucht man natürlich auch mindestens drei Outfits pro Tag. Aber für den Winterurlaub in der Schweiz? Keiner von uns muss dort einen Schönheitswettbewerb gewinnen, und eine gay bar gibt’s dort auch nicht. (Aber was, wenn doch???) Ich werde meine ältesten Pullis und Shirts anziehen, hauptsache warm und kuschelig.
Nachher bin’s womöglich doch ich, die das meiste Gepäck hat. Ich bin dafür – und hier krieg ich die Kurve zum Hauptthema – dass wir statt fünf Handtüchern pro Person lieber Lebensmittel von zuhause mitbringen. Der Name bezeichnet schon die Wichtigkeit: Leben -smittel! Spaghetti, Tomatenpassata, Brühpulver, Gewürze, Knoblauch, Reis, Müsli, Zucker, Kaffee.