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Das ist für dich, Frau K – herzlich willkommen

Das ist für dich, Frau K – herzlich willkommen

So, Frau K darf jetzt auch hier lesen :)

Und ich schreibe heute über ein Thema, das auf diesem Blog hier neu ist.

Selbstbefriedigung.

Hier ging es ja schon oft um Sex zwischen zwei Menschen. Tatsache ist jedoch, dass ich sehr viel mehr Sex mit mir selbst als mit einer anderen Person habe. Also warum sollte ich nicht einmal über Solo-Sex schreiben?!

Aber was nur?

Gibt es eigentlich so etwas wie lesbische Selbstbefriedigung? (es gibt ja auch “lesbischen Sex”) Befriedigt sich eine Lesbe anders als eine Hetero-Frau? Gibt’s da Studien dazu? Was meint ihr?

Das würde mich echt brennend interessieren.

Mir fallen da keine Unterschiede ein. So, wie Hetero-Frauen dabei vielleicht Fantasien von Frauen haben, habe ich manchmal Fantasien von Männern.

Ein schwuler Bekannter meinte vor kurzem: er ist zu alt, um es sich noch selbst zu machen. Sprich: wenn er Bock auf Sex hat, sucht er sich jemanden.

Aber ich finde das so: warum sollte ich mir die Mühe machen, eine Frau anzusprechen, anzubaggern, abzuschleppen – was heißt Mühe – ich stehe eh nicht mehr auf One Night Stands – wenn ich doch nur einen Orgasmus will?! Das ist ein bisschen wie: warum soll ich nach Los Angeles zur Filmpremiere fliegen, wenn ich mir zuhause die DVD angucken kann?

Und ich finde inzwischen gar nicht mehr, dass Selbstbefriedigung ein trauriger Ersatz für Sex mit einer anderen Person ist. Im Gegenteil: es ist einfach eine andere Art von Sex: schön, unkompliziert, fast immer und überall möglich, heiß, entspannend. Ich tue mir dabei selbst etwas Gutes, ich ehre meine Bedürfnisse und meinen Körper.

Es ist wie mit dem Kochen (ist eigentlich nicht alles im Leben “wie mit dem Kochen”, fällt mir gerade ein?!): das eine Mal kaufe ich mir leckere Zutaten und koche etwas Feines für mich und genieße es alleine. Und das andere Mal kaufe ich auch leckere Zutaten und koche mit einer anderen Person etwas Feines, quatsche mit ihr dabei, gucke ihr während des Essens in die Augen und wir genießen zusammen. Aber die nächstbeste von der Straße zerren und sagen: hey, iss heute abend mit mir, weil ich unbedingt essen muss und für mich alleine nichts kochen mag?

Nö.

Und manchmal ist es schön, dass ich mir beim Solo-Sex nicht noch Gedanken um eine andere Person machen brauche, sondern einfach mit mir alleine bin (übertragen aufs Kochen: dass ich mir nicht überlegen brauche, ob es der anderen auch schmeckt, und ob sie meine Art Zwiebeln zu schneiden mag). Und manchmal kommt man eben erst mit einer anderen Person auf neue Ideen.

Kann eure Kommentare kaum erwarten :)

Geraten

Geraten

Ich bin ganz offen: ich gerate seit Jahren an Frauen, die aus irgendwelchen Gründen keine Beziehung mit mir möchten. In der Hinsicht bin ich ein Trüffelschwein (äh, Moment, passt das Bild? Naja, ich meine einfach nur, dass ich mir mit der Zielstrebigkeit eines Trüffelschweins vergebene oder beziehungsunwillige Frauen aussuche, mit einer Ausnahme).

Und die Frauen, die ich in diesem Zusammenhang bisher gedatet habe, sind toll. Wir haben uns gut verstanden, uns gut unterhalten, lustige bis sehr lustige Dinge getan. Und immer habe ich gedacht: sie wird schon zu mir kommen, sie braucht nur etwas Zeit (um über ihre Ex hinwegzukommen, um zu erkennen, dass sie zwar eigentlich keine Beziehung will, aber mit mir schon, oder, um sich von ihrer Freundin zu trennen).

Und irgendwie merke ich, wie schwer das für mich ist. Dass ich damit meine Bedürfnisse umgehe und meine Gefühle bremse. Und auch wenn mir die Freundschaften mit den Frauen Nähe und Spaß und Verstehen geben, habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu rennen, ich fühle mich ausgeliefert.

Da ist so viel in mir, das ich zu geben habe, und ich gehe damit von Frau zu Frau, wie eine Marktfrau, die ihre Waren anbietet, die immer wieder bei der selben Frau vorbeigeht und fragt: willst du nicht doch meine tollen Waren, sie werden dich auch bestimmt glücklich machen. Nein? Wirklich nicht?

Und die Frauen sagen: also gut, Sex habe ich schon, Liebe will ich nicht, aber Vertrauen, Zuhören und Nähe, geht das?

Und ich sage: “ok” und knirsche mit den Zähnen und fühle mich als Opfer und bemitleidenswert, weil ich an die falschen Frauen gerate.

Ist es zu spät für Vorsätze? Ich gehe ab heute zu der Frau, die das Gesamtpaket nimmt, und die auf dem Markt auf mich zugerannt kommt und sagt: gerne!

Drei

Drei

die eine habe ich letztes Jahr am 1. Weihnachtsfeiertag kennengelernt und bis August gedatet – vollkommen sexfrei, aber ich überlegte die ganze Zeit, ob wir zueinander passen. Mit ihr ist nichts mehr, und sie fühlt sich gerade so jammerig und langweilig, dass sie sich anderen Menschen nicht zumuten will. Ich überlege, ob und wie ich ihr noch einen netten Weihnachtsgruß schreibe.

die andere habe ich erst einmal im Frühjahr gesehen, dafür fand ich sie da richtig klasse. Power, Witz, schönes Lächeln. Außerdem ist sie nicht in Deutschland geboren und verfügt über meinen liebsten Lieblingsakzent (wer diesen kennt, schreibe mir einen Kommentar und bekommt Ende Januar die noch übrigen Plätzchen zugesandt – falls noch welche übrig sein sollten, was ich nicht glaube, aber schreibt trotzdem, büdde!) Und sie studiert im Moment in UK und hat mich eingeladen, sie zu besuchen. Das würde ich wirklich gerne tun.

die dritte: wir haben soeben, keine halbe Stunde her, das erste Mal miteinander telefoniert. Sie hört sich sehr sehr nett an. Auch witzig, aber besonnen, und so, als ob sie ihre Gedanken und auch Bedenken sehr gut äußern kann. Selbstironisch. Sie sprach mir aus der Seele, als ich ihr viel Spaß beim Feiern und Essen wünschte: “die Hüftrolle will gehegt und gepflegt werden.” Genau das denke ich mir auch immer. Wir treffen uns nächste Woche.

Meine Freundinnen kommen immer durcheinander mit meinen ganzen Frauen. Ich lerne alle möglichen interessanten Frauen kennen, schreibe mir mit ihnen, treff mich mit ihnen, und die Freundinnen blicken gar nicht mehr durch. Ich manchmal auch nicht. Für das neue Jahr sagt mir meine imaginäre Kristallkugel: nur eine Frau, aber mit der wirst du eine Beziehung haben, nur einen Job, aber der wird dich ernähren.

bist du mein Mensch?

bist du mein Mensch?

“Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest seines Lebens ärgern kann.” Agatha Christie

Dieses Zitat beschreibt eine wie ich finde tolle neue Sichtweise auf Beziehungen. Genau so eine Beziehung wünsche ich mir.

Und die Dame vom Sonntag könnte ich mir gut vorstellen, eine Weile meines Lebens zu ärgern (mit “für den Rest meines Lebens” tu ich erst einmal langsam). So. Ihr hat es genauso wie mir gefallen, während des Deutschlandspiels gegen England mit mir im Biergarten OHNE Fernseher zu sitzen. Später in meiner Wohnung waren wir uns einig darüber, wie man eine schnelle Tomatensoße mit Zucchini zubereitet. Anschließend saßen wir uns auf meinem Balkon gegenüber, beide barfuß, tranken ein bisschen Sekt und redeten über Beziehungen, übers Kinder haben – ganz allgemein natürlich, und ich fand es einfach gut und interessant, so viel Neues über sie zu erfahren, nachdem ich sie schon einige Monate lang kenne. Es kribbelte nicht bei mir, und während des Gesprächs habe ich mich schon immner wieder gefragt und innerlich angestupst: hey, wieso kribbelt es gerade nicht bei dir, ist doch alles voll toll gerade?!

Aber eigentlich… eigentlich komm ich gerade runter von diesem “Es muss so richtig knallen”.

Ich will eine Beziehung. Keine Sommeraffäre, keine Fernstbeziehung, keinen One Night Stand, sondern jemanden, mit dem ich ein paar Jahre meines Lebens teilen kann. Es tut so gut, diesen Stress loszulassen, mich nicht zu fragen, ob es bei mir kribbelt, wenn sie mir gegenübersitzt, ob mein Pferdeschwanz noch perfekt sitzt, ob ich Gloss nachlegen soll… Darauf kommt es auf einmal überhaupt nicht mehr an.

Sondern auf unsere Bedürfnisse. Ich muss erst einmal meine Bedürfnisse erkennen. Bisher habe ich mir immer überlegt, was ich tun muss, um der anderen zu gefallen – und es endete damit, dass ich mich total verbogen habe und mich abhängig fühlte. Aber wenn ich über meine Bedürfnisse nachdenke, ganz ruhig und ehrlich mit mir selbst, mache ich mich frei (nicht so wie beim Arzt, sondern ihr versteht schon) und bekomme Klarheit. Dann kann ich – jenseits von: aber sie ist so cool und ich will so gerne eine Freundin – in Ruhe überlegen, ob es so ungefähr passen könnte.

Und je mehr ich mir über meine Bedürfnisse klar werde, desto mehr entdecke ich, dass sie ein paar davon erfüllt (und ein paar nicht). Ratet mal, was das in mir auslöst?

Kribbeln.

Herzklopfen.

Sehnsucht.

Gemüsebrühe

Gemüsebrühe

Was tun, wenn man am Sonntag abend noch aufgedreht ist, z.B. vom Tatort? Wenn es draußen noch kalt ist?

Gemüsebrühe kochen! Das ist ein Befehl, Hände hoch! Haha!

Im Ernst, ich finde, Gemüsebrühe zu kochen hat so etwas Heimeliges, Kuscheliges, Wohliges wie eine Wollmütze stricken oder mit der Liebsten auf dem Sofa zu kuscheln. Genau, Gemüsebrühe selbst zu kochen ist Freundin-Ersatz!

Also nochmal: mir macht es einfach total Spaß. Und kommt mir bitte nicht mit “es gibt doch so gute Gemüsebrühpulver, -Würfel, -Fertigfonds, alles Bio und ohne Geschmacksverstärker, blabla”. Es geht nicht darum, Zeit zu sparen, sondern darum, sich etwas Gutes zu tun, die Wohnung mit herrlichem Duft zu erfüllen.

Hier für alle ohne Freundin, die es ein bisschen friert, der Ansatz einer Anleitung.

Setze einen großen Topf mit Wasser auf den Herd und schalte die Platte auf mittel. Mach deinen Kühlschrank auf. Nimm das Gemüse, das nicht mehr so taufrisch ist (Frisches knackiges Gemüse geht aber auch). Waschen / schälen und kleinschnippeln. Gemüsebrühe ist super, um Reste zu verwerten. Schau nach Gemüsen wie Lauch oder Fenchel, bei denen man das Grün nicht so gut mitessen kann. Das Grün kann man aber super für die Brühe verwenden (nur den Stengel vom Lauch vorher auseinandernehmen und die einzelnen Lagen gut waschen, da sich darin oft Dreck versteckt). Schnippeln und rein damit.

Beim Schnippeln bitte nicht verkünsteln – grobe Stücke reichen – Symmetrie muss nicht sein – wird eh alles nachher abgeseiht.

Ziemlich unverzichtbar sind: Karotten, Knollensellerie, Zwiebeln und Knoblauch, ein paar schwarze Pfefferkörner, 1-2 Nelken, 3 Lorbeerblätter. (Und wenn ich das sage, heißt das nicht, du sollst in Panik ausbrechen, wenn du am Sonntag Abend an einer dieser Zutaten nicht rankommst, sondern ich sage: koch die Brühe trotzdem und berichte mir.)

Weitere Dinge, die nicht unbedingt notwendig, aber nice to have sind: frische Kräuter, Ingwer, trockene Gewürze wie Fenchelsamen, Koriander, Bockshornklee etc.

Nicht empfehlen kann ich – obwohl das oft vorgeschlagen wird – getrocknete Tomaten und Parmesanrinde. Die getrockneten Tomaten ergeben einfach einen seltsamen Geschmack. Die Parmesanrinde schmilzt so komisch beim Kochen, sieht unappetitlich aus und tut nichts für den Geschmack.

Inzwischen müsste der ganze Ansatz langsam heiß sein oder sogar kochen. Wenn alles kocht, herunterschalten und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Irgendwann ausmachen und noch eine Weile stehen lassen. Erst dann abseihen. Manche mögen es auch, das zerkochte Gemüse zu essen. Ich nicht, aber probier’s einfach mal, bevor du es wegwirfst.

Nun kann man die Brühe einige wenige Tage lang im Kühlschrank aufbewahren, einfrieren, sofort verputzen… Fürs Einfrieren empfehle ich diese Einweg-Eiswürfel-Beutel. Die normalen Eiswürfel-Förmchen aus Plastik nehmen oft den Geschmack der Gemüsebrühe an, und wenn man dann mal Eiswürfel für Cocktails machen will…

Ich behaupte nicht, dass Gemüsebrühekochen ach so einfach ist und gar keine Mühe macht und so nebenher geht. Ich bin ja schließlich fraulinde und kein so sternedekorierter Fernsehkoch, der schon alles hübsch geschnippelt in weißen Schälchen vor sich stehen hat und die Schälchen nur noch ausleeren muss. Aber es ist eine gute, schöne, herzerwärmende Sache. Also Menschen, macht Gemüsebrühe!

Ich würde sogar sagen, man kann das alles auch VOR dem Tatort ansetzen, Tatort gucken, zwischendurch den Herd abschalten, und wenn der Mörder gefangen ist, ist auch die Brühe fertig. Ne?!

Sauna

Sauna

Ach, da könnt ich Geschichten erzählen. Ich mag Sauna ja sehr. Meine schwulen Freunde auch. Zwei von ihnen müssen in einer neuen Stadt erst einmal die örtliche schwule Sauna abchecken. Mit einem anderen schwulen Freund geh ich nach der Squashstunde immer saunieren.

Und eigentlich habe ich mich schon oft gefragt, wie wohl eine Sauna für Lesben wäre. Wo man nicht hauptsächlich zum Saunieren hingeht, sondern um mit fremden Frauen Sex zu haben. In Toronto, meiner emotionalen Heimat, gibt es sowas, zumindest an ein paar Abenden im Jahr: http://www.pussypalacetoronto.com/.  Habs bis jetzt noch nicht dorthin geschafft, würde mich das vielleicht auch gar nicht trauen. Aber nett fände ich es schon, mal in einer hitzigen Umgebung zusammen mit anderen schönen, nackten, homosexuellen Frauen zu sein, und dann mal gucken, was passiert.

Es heißt, dass in einem bestimmten öffentlichen Stadteilbad meiner Stadt zur Damensauna besonders viele Lesben auftauchen. Und deswegen gehe ich da diese Woche mit meinen guten lesbischen Freundinnen hin.

Sowas nennt man investigativen Journalismus, und wenn nichts Besonderes passiert dort, werde ich an dieser Stelle sicher darüber lästern.

This one goes out to…

This one goes out to…

… my North American friends. Yes, I will write in English.

Or German, or both.

Ja, Sex wird überbewertet. Sex is completely overrated. It can never be as hot or mind-blowing or just plain beautiful for it to be worth all the fuss about it. Maybe it’s like cooking. Sex is like cooking – back to the original theme of this blog. Why all the fuss about cooking? Why Jamie Oliver, why Tim Mälzer, why all the other cooking shows? Surveys have shown that people who like watching these shows eat food out of a can or frozen pizza. Instead of being inspired by the fancy recipes and yummy-looking dishes, they eat a pizza with processed cheese (in German we say Analog-Käse, that is: cheese made from water and flavors and fats). They might think that they will never cook as well as the chefs on TV do – so why bother.

The sex I have will never be as great as my phantasies about it. And believe me – I had a some time for creating phantasies, and they kept getting better the longer I wasn’t getting any. And when I ended up having sex, it was sex. Just that. And it is enough. It is ok to make a tomato sauce from the most inexpensive canned tomatoes with dried herbs instead of fresh ones, without adding red wine, without fancy olive oil. IT IS OK! Just because some chef on TV is getting off on the tomato sauce he made doesn’t mean you have to be as good as him. Just do your own thing. My partner in bed will never be as beautiful as the chicks on L-Word, but she is real. REAL. The last one I shared my bed with goes to tanning studios and has a mark on her butt which for some reason doesn’t tan.

So there you go.

Was ist eine “gute Freundin”?

Was ist eine “gute Freundin”?

a) eine, mit der man geschlafen hat und sagt, sie will keinen Sex mehr, sondern nur noch gut befreundet sein?

b) eine, die sich die Geschichte zum Thema a) anhört und sagt: “na wenn sie den Hauptgewinn nicht will…”

c) eine, die einem theoretische Bücher über die Liebe leiht, wenn eine quasi-Affäre-Beziehung rum ist?

Danke, b und c!

Logik

Logik

Ab sofort kommen mir nur noch Frauen ins Bett, die irgendwann mal, z.B. im Rahmen des Philosophie-Studiums, ein Proseminar in Logik gemacht haben. Und die Klausur bestanden haben. Krass?

Wie kann man eine Beziehung führen mit jemandem, der nur A und B kennt. Der sagt, wenn du nicht A sagst, meinst du B. Ok, Beispiel:

Die Frau, die ich datete, sagte mir gestern: “ich bin nicht in dich verliebt, deshalb kann ich nicht mehr mit dir schlafen.”

Ich sage:  “ich kann nicht mit dir platonisch befreundet sein (nein, platonisch habe ich nicht gesagt, da sie dieses Wort nicht kennt, genausowenig wie PMS: ich sagte: nur so mit dir befreundet sein), da wir miteinander geschlafen haben und ich dich als Liebhaberin/Freundin sehe. “

Sie sagte: “Also ging es dir doch nur um Sex.”

Ich sagte: “Nein!”

Also: Sex plus Freundschaft ergibt … hm, eine Affäre, eine heiße Freundschaft, den Beginn einer Beziehung vielleicht. Friends with benefits.  Wenn man dann das eine Element, in unserem Fall Sex, herausnimmt, abzieht, heißt das nicht, dass nur Freundschaft übrig bleibt. An der “Freundschaft” hängt noch die Erinnerung an Sex, und an die Nähe mit dieser Person.

Ihr ist Sex nicht so wichtig. Sie braucht das nicht so. ICH AUCH NICHT, auch wenn ich hier ständig davon schreibe. Aber ich muss Sex auch nicht meiden wie andere Leute Kohlehydrate. Aber das nur am Rande.

Hätte sie besagtes Logik-Proseminar besucht, könnte sie vielleicht solche Feinheiten nachvollziehen: dass A plus B mehr ist als die Summe seiner Teile. Man lernt dort z.b.:

  1. Der Satz “Nicht alle Vögel sind schwarz” bedeutet nicht unbedingt, dass einige Vögel weiß sind.
  2. “Kein Vogel fliegt” bedeutet das gleiche wie “Alle Vögel fliegen nicht.”
  3. “Einige Vögel zwitschern” heißt nicht, dass die anderen Vögel schweigen…

An die Frau, die ich datete: ja, es ging mir “nur” um Sex. Es ging mir um die Nähe, die ich dabei zu dir hatte. Wie kann ich jemals so tun, als wärst du eine normale Freundin, als wüsste ich nicht, wie sich die Haut zwischen deinen Brüsten, wie sich deine Zunge anfühlt? Wie groß und strahlend deine Augen sind, wenn du neben mir liegst?

Und abgesehen davon: Sex macht einfach zuviel Spaß, um ihn zu lassen! Besonders wenn man jemanden hat, mit dem man sich gut versteht. Kuscheln würde sie übrigens noch mit mir. Das kann ich aber wiederum mit ihr nicht, ohne total scharf zu werden. Kuscheln geht bei mir nur mit schwulen Freunden.

Äh, das wird mir jetzt auch zu durcheinander; ich sollte mich zum Wintersemester zu einem Logikseminar an der Uni anmelden. Und mir dabei gleich die passende Frau suchen.