Schlagwort-Archive: Sex

Da kann der Tag nur noch gut werden…

Da kann der Tag nur noch gut werden…

Schreibt mich eben eine 22-jährige auf Lesarion an:

na wie gehts dir? du bist richtig hübsch =) was suchste so? ich such eher nix festes

Das geht doch runter wie nochwas!

Fröhliches Eiersuchen wünscht fraulinde!

 

P.S.: um in Kontakt mit 22-jährigen zu bleiben, braucht man ICQ oder Skype – solche Späßchen schließt mein Computer leider aus. End of story.

Ding

Ding

Man man man, da schreibe ich monatelang nichts, und krieg immer noch mindestens 15 Klicks pro Tag. Das macht mich ein bisschen stolz. Die Menschen kommen hierher, weil sie wissen wollen, wie man Country Potatoes macht oder wo man Sex auf Gran Canaria findet (Antwort zum letzteren: überall).

Mir passieren ja ständig blogwürdige Dinge, allein fehlt mir die Zeit zum Schreiben. Heute habe ich sie.

Diese Woche. Gute Freundin (M). Sie hat ne Neue. Wir in unserer Lieblingskneipe. Bei mir gibt’s Veggie-Burger und französischen Rotwein, bei M Hefeweizen und die eine oder andere frittierte Kartoffel von meinem Teller. Mir läuft so richtig schön die Ketchup-Mayo über die Finger, der handgehäkelte Veggie-Burger zerbricht in Achtel. Perfekt!

Wisst ihr eigentlich, was das Altern mit sich bringt? Größere Zahnzwischenräume. Sowas hatte ich früher nie, aber seit ich ca. 33,5 bin, bleibt mir immer wieder etwas zwischen zwei Backenzähnen hängen. Ich habe zusätzlich zur Haupt-Zahseide fürs Bad eine zweite Zahnseide angeschafft, die ich immer in meinem Rucksack herumtrage.

Also hängt nach dem leckeren Mahl etwas zwischen meinen Zähnen. Mein Rucksack ist zuhause. Die Kneipe hält für so etwas Zahstocher bereit, allein aufstehen will ich nicht, wir sind wir eingekeilt zwischen einem Mann-Frau-Paar und zwei Männern. Ich frage die Männer, ob ich einen Zahnstocher ihrer Oliven haben könnten. Der eine entsetzt: “die sind doch gebraucht!” (na und, will ich mir deine Bakterien einfangen oder dir meine verpassen? Also.) Aber die Kellnerin eilt zum Tresen und bringt mir einen Zahnstocher. Das wollte ich ja auch nicht, sie wegen diesem Mini-Ding rennen lassen.

M fängt an, vom Sex mit ihrer Neuen zu erzählen. Ich halte die Hand vor den Mund und stochere. Stochere. Piekse. Probiere es von der anderen Seite. Kaue auf dem Zahnstocher. Nix. Wir reden über Oralsex, über Epiliergeräte und das erste Mal mit einer Neuen. Der Zahnstocher ist inzwischen von beiden Seiten stumpf. Die Freundin fragt: “haschs jetzt endlich”. Ich werde langsam verzweifelt. Mit Wein nachspülen hilft nicht. Ich überlege, eine dritte Zahnseide für Jacken anzuschaffen, gleich einem Labello-Arsenal.

M sagt, dass die Neue voll abgeht, und dass es ein Geben und Nehmen ist.

Besonders hartnäckig sind Salatstücke und Kraut, der Killer Topaz-Äpfel.

“Nimm doch ein Haar. Geh aufs Klo und nimm ein Haar,” quengelt M. Ich kenne die Neue noch nicht einmal, aber ich finde es schön, dass M und ich mal wieder so gut über Sex reden können. Da geh ich nicht aufs Klo. Ich fahre mir über den Kopf, suche die richtige Länge. Ziep. Als außer M gerade niemand zu gucken scheint, umwickle ich die Finger mit dem Haar und versuche mein Glück. Das Haar reißt.

Es geht um den intimen Geruch einer Frau und darum, ob man das gut finden muss / will, oder ob manchmal einfach eine Dusche angesagt ist. We agree to disagree.

M ist noch zum Kino verabredet. Auf dem Weg nach draußen verlange ich noch einen Zahnstocher, der genauso schnell stumpf wird. Eine halbe Minute später, und ich hätte den Bus nach Hause verpasst.

Die erste Zahnseide nach 1,5 Stunden Stochern? Unbezahlbar.

Das ist für dich, Frau K – herzlich willkommen

Das ist für dich, Frau K – herzlich willkommen

So, Frau K darf jetzt auch hier lesen :)

Und ich schreibe heute über ein Thema, das auf diesem Blog hier neu ist.

Selbstbefriedigung.

Hier ging es ja schon oft um Sex zwischen zwei Menschen. Tatsache ist jedoch, dass ich sehr viel mehr Sex mit mir selbst als mit einer anderen Person habe. Also warum sollte ich nicht einmal über Solo-Sex schreiben?!

Aber was nur?

Gibt es eigentlich so etwas wie lesbische Selbstbefriedigung? (es gibt ja auch “lesbischen Sex”) Befriedigt sich eine Lesbe anders als eine Hetero-Frau? Gibt’s da Studien dazu? Was meint ihr?

Das würde mich echt brennend interessieren.

Mir fallen da keine Unterschiede ein. So, wie Hetero-Frauen dabei vielleicht Fantasien von Frauen haben, habe ich manchmal Fantasien von Männern.

Ein schwuler Bekannter meinte vor kurzem: er ist zu alt, um es sich noch selbst zu machen. Sprich: wenn er Bock auf Sex hat, sucht er sich jemanden.

Aber ich finde das so: warum sollte ich mir die Mühe machen, eine Frau anzusprechen, anzubaggern, abzuschleppen – was heißt Mühe – ich stehe eh nicht mehr auf One Night Stands – wenn ich doch nur einen Orgasmus will?! Das ist ein bisschen wie: warum soll ich nach Los Angeles zur Filmpremiere fliegen, wenn ich mir zuhause die DVD angucken kann?

Und ich finde inzwischen gar nicht mehr, dass Selbstbefriedigung ein trauriger Ersatz für Sex mit einer anderen Person ist. Im Gegenteil: es ist einfach eine andere Art von Sex: schön, unkompliziert, fast immer und überall möglich, heiß, entspannend. Ich tue mir dabei selbst etwas Gutes, ich ehre meine Bedürfnisse und meinen Körper.

Es ist wie mit dem Kochen (ist eigentlich nicht alles im Leben “wie mit dem Kochen”, fällt mir gerade ein?!): das eine Mal kaufe ich mir leckere Zutaten und koche etwas Feines für mich und genieße es alleine. Und das andere Mal kaufe ich auch leckere Zutaten und koche mit einer anderen Person etwas Feines, quatsche mit ihr dabei, gucke ihr während des Essens in die Augen und wir genießen zusammen. Aber die nächstbeste von der Straße zerren und sagen: hey, iss heute abend mit mir, weil ich unbedingt essen muss und für mich alleine nichts kochen mag?

Nö.

Und manchmal ist es schön, dass ich mir beim Solo-Sex nicht noch Gedanken um eine andere Person machen brauche, sondern einfach mit mir alleine bin (übertragen aufs Kochen: dass ich mir nicht überlegen brauche, ob es der anderen auch schmeckt, und ob sie meine Art Zwiebeln zu schneiden mag). Und manchmal kommt man eben erst mit einer anderen Person auf neue Ideen.

Kann eure Kommentare kaum erwarten :)

Geraten

Geraten

Ich bin ganz offen: ich gerate seit Jahren an Frauen, die aus irgendwelchen Gründen keine Beziehung mit mir möchten. In der Hinsicht bin ich ein Trüffelschwein (äh, Moment, passt das Bild? Naja, ich meine einfach nur, dass ich mir mit der Zielstrebigkeit eines Trüffelschweins vergebene oder beziehungsunwillige Frauen aussuche, mit einer Ausnahme).

Und die Frauen, die ich in diesem Zusammenhang bisher gedatet habe, sind toll. Wir haben uns gut verstanden, uns gut unterhalten, lustige bis sehr lustige Dinge getan. Und immer habe ich gedacht: sie wird schon zu mir kommen, sie braucht nur etwas Zeit (um über ihre Ex hinwegzukommen, um zu erkennen, dass sie zwar eigentlich keine Beziehung will, aber mit mir schon, oder, um sich von ihrer Freundin zu trennen).

Und irgendwie merke ich, wie schwer das für mich ist. Dass ich damit meine Bedürfnisse umgehe und meine Gefühle bremse. Und auch wenn mir die Freundschaften mit den Frauen Nähe und Spaß und Verstehen geben, habe ich das Gefühl, gegen eine Wand zu rennen, ich fühle mich ausgeliefert.

Da ist so viel in mir, das ich zu geben habe, und ich gehe damit von Frau zu Frau, wie eine Marktfrau, die ihre Waren anbietet, die immer wieder bei der selben Frau vorbeigeht und fragt: willst du nicht doch meine tollen Waren, sie werden dich auch bestimmt glücklich machen. Nein? Wirklich nicht?

Und die Frauen sagen: also gut, Sex habe ich schon, Liebe will ich nicht, aber Vertrauen, Zuhören und Nähe, geht das?

Und ich sage: “ok” und knirsche mit den Zähnen und fühle mich als Opfer und bemitleidenswert, weil ich an die falschen Frauen gerate.

Ist es zu spät für Vorsätze? Ich gehe ab heute zu der Frau, die das Gesamtpaket nimmt, und die auf dem Markt auf mich zugerannt kommt und sagt: gerne!

Sex, guter alter lesbischer

Sex, guter alter lesbischer

Ach ja, der gute alte lesbische Sex.

Es gibt da Lizzy the Lezzy, eine Comicfigur. Lizzy the Lezzy redet von muff munching… Im Deutschen könnte man das ebenfalls alliterativ mit “Mösen-Mampfen” übersetzen. Alles nur auf Englisch. Sie redet von Oralsex. Sie gibt die ganzen Klischees wieder, die Nicht-Lesben von uns haben. Wer mag, google Lizzy the Lezzy oder finde sie auf Facebook.

Manchmal denke ich, dass alle (einschließlich mir) denken: wir Lesben tun nichts anderes, als uns gegenseitig zu lecken. Lesbischer Sex = Lecken. Überhaupt:

Lesbische Beziehung = Lecken.

Wir tun nichts anderes. Wir sind die leckenden Lesben.

Ich bin ja selbst voll auf diese Vorstellung fixiert. Ich finde Oralsex scharf, keine Frage, aber warum reduziere ich lesbischen Sex und lesbische Beziehungen auf das? Geht es wirklich darum? Ist das unsere USP- unsere unique selling proposition (zu deutsch: Alleinstellungsmerkmal)? Vor allem an die Hetero-Frauen: “Meine Damen, bei uns gibts das beste muff munching. Von Frauen – für Frauen.”

Jajaja, Sex ist ja total wichtig in einer Beziehung, mir ist er total wichtig, ich mag auch muff munching sehr.

Aber geht es darum? Ich bin eine Lesbe und lecke Pussy. Nun ja, wenn ich eben eine Partnerin habe, ne? Ich muss erst einmal so weit kommen, dass ich eine Partnerin habe oder zumindest jemanden für eine Nacht. Und da liegt die Schwierigkeit.

Ich bin kein “muff muncher” wie Lizzy the Lezzy. Theoretisch ja, aber praktisch nicht.

Viele Fragen – vielleicht habt ihr ja die Antworten?

Sauna

Sauna

Ach, da könnt ich Geschichten erzählen. Ich mag Sauna ja sehr. Meine schwulen Freunde auch. Zwei von ihnen müssen in einer neuen Stadt erst einmal die örtliche schwule Sauna abchecken. Mit einem anderen schwulen Freund geh ich nach der Squashstunde immer saunieren.

Und eigentlich habe ich mich schon oft gefragt, wie wohl eine Sauna für Lesben wäre. Wo man nicht hauptsächlich zum Saunieren hingeht, sondern um mit fremden Frauen Sex zu haben. In Toronto, meiner emotionalen Heimat, gibt es sowas, zumindest an ein paar Abenden im Jahr: http://www.pussypalacetoronto.com/.  Habs bis jetzt noch nicht dorthin geschafft, würde mich das vielleicht auch gar nicht trauen. Aber nett fände ich es schon, mal in einer hitzigen Umgebung zusammen mit anderen schönen, nackten, homosexuellen Frauen zu sein, und dann mal gucken, was passiert.

Es heißt, dass in einem bestimmten öffentlichen Stadteilbad meiner Stadt zur Damensauna besonders viele Lesben auftauchen. Und deswegen gehe ich da diese Woche mit meinen guten lesbischen Freundinnen hin.

Sowas nennt man investigativen Journalismus, und wenn nichts Besonderes passiert dort, werde ich an dieser Stelle sicher darüber lästern.

Wiedersehen

Wiedersehen

mit der Ex.

Ja, genau, die Hundepostkarte hat gewirkt. Wir wollen uns zum Aussprechen treffen.

Ich habe sie seit 3 Monaten nicht gesehen.

Ich mag sie immer noch und würde mir etwas Ernsthaftes mit ihr wünschen. Sie mag mich auch, will aber keine Regelmäßigkeit.

Ich versuch jetzt mal, das alles gaaaaar nicht zu bewerten, ohne Erwartungen hinzugehen.

Ich hoffe einfach, dass wir neu anfangen können, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, eine andere Art, miteinander umzugehen. Respektvoller, ehrlicher, liebevoller, verbindlicher. Ich glaube, ich kann ein Stück weit damit klar kommen, dass wir uns unregelmäßig sehen. Aber sie muss mir trotzdem vermitteln, dass sie mich mag und dass ich ihr wichtig bin.

Ich will nicht nur für kostenlosen Sex da sein.

Drückt mir die Daumen

Miss you

Miss you

Hab ne Postkarte von der Ex bekommen. Ein trauriges Hundebaby guckt mich an.

Hinten drauf steht, sie vermisst mich sehr. Dass ich mich doch mal wieder melden soll.

Dafür gibts sicher eine Hotline und das ist nicht meine Festnetznummer.

Hast du nicht gesagt, du liebst mich nicht? Hast du nicht gesagt, Sex ist dir nicht so wichtig? Hast du nicht gesagt, du willst keine Beziehung? Warum auf einmal dieses Hundebaby, wo du doch weißt, dass ich Katzen lieber mag? Es rührt mich trotzdem.

Aber sag mir: was willst du?

Was ist eine “gute Freundin”?

Was ist eine “gute Freundin”?

a) eine, mit der man geschlafen hat und sagt, sie will keinen Sex mehr, sondern nur noch gut befreundet sein?

b) eine, die sich die Geschichte zum Thema a) anhört und sagt: “na wenn sie den Hauptgewinn nicht will…”

c) eine, die einem theoretische Bücher über die Liebe leiht, wenn eine quasi-Affäre-Beziehung rum ist?

Danke, b und c!

Logik

Logik

Ab sofort kommen mir nur noch Frauen ins Bett, die irgendwann mal, z.B. im Rahmen des Philosophie-Studiums, ein Proseminar in Logik gemacht haben. Und die Klausur bestanden haben. Krass?

Wie kann man eine Beziehung führen mit jemandem, der nur A und B kennt. Der sagt, wenn du nicht A sagst, meinst du B. Ok, Beispiel:

Die Frau, die ich datete, sagte mir gestern: “ich bin nicht in dich verliebt, deshalb kann ich nicht mehr mit dir schlafen.”

Ich sage:  “ich kann nicht mit dir platonisch befreundet sein (nein, platonisch habe ich nicht gesagt, da sie dieses Wort nicht kennt, genausowenig wie PMS: ich sagte: nur so mit dir befreundet sein), da wir miteinander geschlafen haben und ich dich als Liebhaberin/Freundin sehe. “

Sie sagte: “Also ging es dir doch nur um Sex.”

Ich sagte: “Nein!”

Also: Sex plus Freundschaft ergibt … hm, eine Affäre, eine heiße Freundschaft, den Beginn einer Beziehung vielleicht. Friends with benefits.  Wenn man dann das eine Element, in unserem Fall Sex, herausnimmt, abzieht, heißt das nicht, dass nur Freundschaft übrig bleibt. An der “Freundschaft” hängt noch die Erinnerung an Sex, und an die Nähe mit dieser Person.

Ihr ist Sex nicht so wichtig. Sie braucht das nicht so. ICH AUCH NICHT, auch wenn ich hier ständig davon schreibe. Aber ich muss Sex auch nicht meiden wie andere Leute Kohlehydrate. Aber das nur am Rande.

Hätte sie besagtes Logik-Proseminar besucht, könnte sie vielleicht solche Feinheiten nachvollziehen: dass A plus B mehr ist als die Summe seiner Teile. Man lernt dort z.b.:

  1. Der Satz “Nicht alle Vögel sind schwarz” bedeutet nicht unbedingt, dass einige Vögel weiß sind.
  2. “Kein Vogel fliegt” bedeutet das gleiche wie “Alle Vögel fliegen nicht.”
  3. “Einige Vögel zwitschern” heißt nicht, dass die anderen Vögel schweigen…

An die Frau, die ich datete: ja, es ging mir “nur” um Sex. Es ging mir um die Nähe, die ich dabei zu dir hatte. Wie kann ich jemals so tun, als wärst du eine normale Freundin, als wüsste ich nicht, wie sich die Haut zwischen deinen Brüsten, wie sich deine Zunge anfühlt? Wie groß und strahlend deine Augen sind, wenn du neben mir liegst?

Und abgesehen davon: Sex macht einfach zuviel Spaß, um ihn zu lassen! Besonders wenn man jemanden hat, mit dem man sich gut versteht. Kuscheln würde sie übrigens noch mit mir. Das kann ich aber wiederum mit ihr nicht, ohne total scharf zu werden. Kuscheln geht bei mir nur mit schwulen Freunden.

Äh, das wird mir jetzt auch zu durcheinander; ich sollte mich zum Wintersemester zu einem Logikseminar an der Uni anmelden. Und mir dabei gleich die passende Frau suchen.