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Welcome back to life… as a Honorarkraft

Welcome back to life… as a Honorarkraft

Yippie!

Habe heute einen kleinen Honorarjob klargemacht. Freu mich sehr. Seit ca. 2,5 Monaten habe ich gar keine Arbeit mehr gehabt, kein Geld verdient, viel zu viel Zeit auf Facebook vertrödelt und Bewerbungen geschrieben.

Ja, und dieser Job ist nur 4 Stunden pro Woche, mit einem schönen Stundensatz, in einem kleinen Team für einen gemeinnützigen Zweck.

Ohoh, da merke ich gerade, dass sich “kleines Team” und “gemeinnützig” nach meinem Ex-Job anhören. Aber ich freu mich riesig! Yeah!

Ich will keinen 40-Stunden-Job mehr. Es gibt so viele andere schöne Dinge auf der Welt. Bloggen z.B.

Daten z.B.

Nähen z.B.

Wer hat da noch Zeit zum jeden Tag arbeiten gehen? :)

Liebe Leserinnen und Leser, genießen Sie den Sommer!

zukünftige Ex-Honorarkraft

zukünftige Ex-Honorarkraft

meine Honorartätigkeit wurde mir heute mit dreiwöchiger Frist gekündigt.

Im Vertrag steht “vier Wochen Kündigungsfrist”. Egal.

Ich will nur, dass allen, die sich auf eine Honorartätigkeit einlassen, klar ist, was es bedeutet. Deshalb hier ein paar Tipps für Honorarkräfte, Selbständige – alles aus eigener Erfahrung, aber ohne Gewähr.

1) Egal wie sicher die Auftragslage, die Projekte etc. des Betriebs scheinen: als Honorarkraft hat man kaum Sicherheit. Theoretisch können sie einem wahrscheinlich auch von heute auf morgen kündigen.

2) Der Auftraggeber hat bei Honorarkräften auch die Möglichkeit, die Stundenzahl, die man pro Woche oder Monat arbeiten darf, zu reduzieren. Er kann z.B. sagen: im August ist bei uns wenig los, da kannst du zuhause bleiben. Oder: wir haben gerade wenig Aufträge, also darfst du nur noch 10 Stunden pro Woche arbeiten.

- das hört sich ja erstmal verständlich an. Aber du musst dann eben schauen, wie du eine Weile ohne oder mit weniger Geld klar kommst. Außerdem hast du ja vielleicht Fixkosten wie die Krankenversicherung, was ja schonmal bis zu 200 oder 300 Euro ausmachen kann.

3.) Urlaub und Krankheit sind natürlich unbezahlt. Allderings können sie dir auch nicht verbieten Urlaub zu machen. Blöd gucken können sie zwar, sie können es auch mental abspeichern als “die macht ja mit uns was sie will”, aber verbieten können sie es nicht.

4.) Als Honorarkraft bist du leichter loszuwerden als jemand fest Angestelltes. Wenn eine Dumpfbacke vor vielen Jahren mal einen unbefristeten Vertrag bekommen hat, und aufgrund ihrer Unfähigkeit immer wieder von Abteilung zu Abteilung geschoben worden, und nun für deine Abteilung vorgesehen ist – was passiert dann wohl? Die fitte, kreative multitaskingfähige Honorarkraft muss weichen.

5.) Man bekommt sein Gehalt nicht zum 1. des Monats, sondern muss – um überhaupt Geld zu bekommen – eine Rechnung schreiben, auf dieser ein Zahlungsziel angeben, die irgendwo einreichen, die wird dann bearbeitet, und irgendwann landet der Betrag dann auf deinem Konto. Da kann es dann auch mal der 1. des übernächsten Monats werden – muss nicht, aber kann.

6.) Versuch mal, als alleinstehende Honorarkraft einen Kredit zu bekommen! Hah! Auch wenn heute selbst Daimler Kurzarbeit macht und Leute entlässt und selbst der Stempel auf der Stirn “Daimler-Mitarbeiter” nicht mehr heißt als “ich arbeite heute, jetzt, in diesem Moment bei Daimler”. Du bist Honorarkraft. Aber sicher auch redegewandt – ich wünsch es dir. Auch bei der Wohnungssuche sind die Vermieter inzwischen schon so schlau, dass sie sich mit “ich bin berufstätig” nicht mehr zufrieden geben, sie fragen sofort auch nach Befristungen, bzw. ob man angestellt ist.

7.) Als schlecht bezahlte Honorarkraft kann man eh kaum etwas zur Seite legen. Aber du musst dennoch damit rechnen, dass du irgendwann irgendwo etwas nachzahlen musst oder ab sofort doch monatliche Beträge abführen musst.

a) bei der Steuer: Wenn du nicht schon jeden Monat Vorsteuer oder Umsatzsteuer abführen musst, musst du erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Batzen auf einmal zahlen – und zwar dann, wenn du die Einkommenssteuererklärung gemacht hast: dann wird ermittelt, wieviel Umsatzsteuer und Einkommenssteuer du zahlen musst. Das musst du dann dem Finanzamt überweisen. Also dafür solltest du unbedingt etwas zur Seite legen.

b) Krankenversicherung. Das ist ein für mich immer noch etwas undurchsichtiges Kapitel. Je nach Familienstand (ja, eheähnliche Gemeinschaften zählen auch), Gesamthaushaltseinkommen, sonstige Vermögen, Arbeitsstunden pro Woche, Monatseinkommen… musst du ganz unterschiedliche Beiträge zahlen. Am besten überlegst du dir zu Beginn der Tätigkeit, welche Stundenzahl und welches Monatseinkommen sinnvoll ist.

Aber Achtung: wehe, es ändert sich etwas an deiner Stundenzahl oder dem Einkommen, oder dein/e Partner/in verliert auf einmal den Job oder läuft dir ganz davon… Dann sieht es mit der Krankenversicherung alles wieder ganz anders aus und du musst unter Umständen wieder höhere Beiträge abführen. Also dafür auch vielleicht irgendeine Reserve haben… ja, ich weiß…

c) Rentenversicherung: sagen wir mal so: in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen darfst du als Honorarkraft immer. Gute Nachrichten, oder?! Aber je nach Art der Tätigkeit MUSST du in die RV einzahlen – meines Wissens z.B. bei Lehrtätigkeiten, und zwar 19,5 % vom Gehalt. Eine Freundin hat das jetzt nach einem Jahr Lehrtätigkeit erfahren… Existenzgründer können sich machmal auch befreien lassen, aber bei manchen Tätigkeiten geht das wohl nicht. Das Gute bei der Rentenversicherung ist, dass man zwar monatliche Beiträge abführen muss, es aber später wieder ausgeglichen wird, wenn man den Steuerbescheid einreicht und ersichtlich ist, wieviel du tatsächlich verdient hast – ähnlich wie bei der Gas-/Stromrechnung.

Ich weiß, manchmal hat man keine Wahl, ob man einen Job als Honorarkraft annimmt oder nicht – viele Jobs sind nur auf Honorarbasis ausgeschrieben. Ich will euch nicht abschrecken, aber es muss euch einfach klar sein, was da auf euch zukommen kann.

My thoughts on Wirtschaftskrise

My thoughts on Wirtschaftskrise

Abgesehen davon, dass ich das Wort W-Krise nicht mehr hören kann, abgesehen davon, dass ich an die Krise nicht glaube…

Die Banken wünschen sich bei einem größeren Kredit, dass der Antragssteller eine Festanstellung hat und aus der Probezeit raus ist. Die Vermieter wollen natürlich auch, dass man in einer unbefristeten Beschäftigung ist. Klar, ich würde auch gerne mal mit Gisele Bündchen schlafen, aber leider ruft sie nie zurück.

Unbefristet Beschäftigte, die nicht von Kurzarbeit betroffen sind, die mehr als 1300 Euro netto verdienen, und die von heute aus gesehen bis zur Rente bei ihrer Firma bleiben können, sind wie Supermodels. One in a million. Das macht uns die W-Krise bewusst.

Wenn mir jemand etwas gibt, Geld leiht oder eine Wohnung vermietet, will er sich sicher fühlen. Sicher, dass ich die Rate oder die Miete zahlen kann. Und der Banker, der mich wegen einer Kreditanfrage berät, ist sicher so ein Supermodel. Der denkt, naja, so viel verlangt ist das doch nicht, ein unbefristeter Job.

DOCH, ist es. Sogar Ingenieure werden befristet eingestellt. Sogar die Stadtverwaltungen befristen ihre Neueinstellungen, zwar bis zum 1. Juli 2012 oder dem 25. August 2016 (der Banker denkt dabei wahrscheinlich: schön blöd, wer sich auf einen 3-Jahres-Vertrag einlässt).

Und let s face it: die Wirtschaftskrise hat nicht alles unsicherer gemacht. Es war alles schon immer unsicher. Die Krise hat es uns nur gezeigt. Im Leben ist nicht nur der Jobverlust das größte Risiko. (obwohl gerade alle so tun, als wäre es das). Es gibt noch Krankheit, Unfall, Liebesentzug, Einsamkeit, Obdachlosigkeit, Mangel an Ideen und Visionen.

Wenn ich meinem Banker sagen würde, meinem Supermodel: “hey, ich hab nur befristete Verträge, einer davon ist eine Honorartätigkeit, aber ich konnte bisher immer meine Miete gut bezahlen.” Oder: “ich habe viele Kontakte, so dass ich bald wieder etwas Neues finde, wenn ein Vertrag mal endet. Mir fällt immer was ein.”

Was fällt dem Banker ein? Der guckt mich kurz an, ob meines selbstbewussten Auftretens, als hätte er gerade ein Einhorn gesehen, greift zu seinem Taschenrechner und sagt: “tut mir leid, bei diesem Einkommen kann ich Ihnen keinen Kredit geben. Aber es spricht ja für Sie, dass Sie so ehrlich sind.”

Jeder will Sicherheit. Aber die gibts nicht. Die Personalchefs wollen Studienabschlüsse und Zertifikate und Weiterbildungen und 5 Jahre Berufserfahrung, und anschließend, wenn er nicht aufpasst, kriegt sich die neue Kollegin mit einer alten in die Haare, weil diese aus einem Dorf stammt, das mit ihrem Heimatdorf verfeindet ist. Oder die Kandidatin mit 5 Jahren exakt passender Berufserfahrung hat ein Gedächtnis wie ein Sieb. Mir sagte mal ein Chef, dass er keinen türkischen Mitarbeiter einstellen kann, da einer seiner Kollegen Albaner ist. Mir sagten Vermieter, ganz im Vertrauen: “Und das mit den Ausländern hält sich hier wirklich in Grenzen”. Sie dachten, es würde für die Wohnung und für sie als Vermieter sprechen. Tja.

Jeder will Sicherheit. Aber wie schon John Lennon sagte: Life is what happens to you while you re busy making other plans. (Leben ist das, was dir passiert, während du andere Pläne schmiedest)

Honorarkraft

Honorarkraft

Ich übe in Teilzeit eine Honorartätigkeit aus. Am Montag ging ich zu meiner Chefin und meinte, dass ich gerne die nächsten 4 Wochen frei hätte. Sie guckt mich an, atmet tief ein und meint, dass sie es mir nicht verbieten kann. Weil ich Honorarkraft bin. Weil ich ein Mädchen bin, weil ich Honorarkraft bin. Aber trotzdem denk ich: sie erwartet, dass ich meinen Urlaub frühzeitig anmelde. Tja. In der heutigen Zeit muss man froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Oder? Und ich mach 4 Wochen Urlaub. Der mir natürlich nicht bezahlt wird, weil ich Honoarkraft bin. Das gäb echt nen guten Song. Weil ich Honorarkraft bin. Hey ich nehm mir Urlaub wann ich will und krieg mein Geld erst irgendwann weil ich Honorarkraft bin, weil ich Honorarkraft bin. Keine Widerrede man, weil ich ja sowieso verlier weil ich Honorarkraft bin, weil ich Honorarkraft bin.

Ist irgendwie ein tolles System: als Honoarkraft in Teilzeit muss man einen anderen Job dazunehmen. Oder zwei andere. So wie ich. Drei Jobs machen mich aber so fertig, dass ich abwechselnd Urlaub von einem Job nach dem anderen nehmen muss, um einen Nervenzusammebruch zu verhindern. Ich nehme Urlaub zum Bewerben, um aus dieser Situation irgendwann mal rauszukommen. Nehme Urlaub für den Friseur, für längst überfällige Arztermine, für Wohnungssuche.

Heute habe ich im Buch von dem Hirschhausen gelesen, dass das eigentliche Ziel der Tiere ist, sich möglichst lange auszuruhen und zu schlafen. Je weniger Zeit sie für die Nahrungssuche verwenden müssen, desto länger können sie schlafen. Ich bin schon lange der Ansicht, dass 40 Stunden Arbeit pro Woche zu viel sind. Das tut keinem Menschen gut.

Ok, das wars an Meckern für heute.

show me the money

show me the money

In letzter Zeit hatte ich drei Mal den Fall, wo ich nach meiner Gehalts- bzw. Honorarvorstellung gefragt wurde. Ich habe überlegt, was ich verlangen soll. Hab mir den Job bzw. den zu übersetzenden Text angeschaut. Nochmal angeschaut und mir überlegt, wielange ich dafür brauchen würde, wieviel Schmerzensgeld angemessen ist. Ich habe versucht, den Aufwand realistisch einzuschätzen, ebenso meine Qualifikationen. Und habe eine Zahl gesagt.

Ich habe alle drei Jobs bzw. Aufträge nicht bekommen, weil die Zahl zu hoch war. Einmal wollten sie 25% weniger, in einem anderen Fall nur ein Drittel von meiner Honorarvorstellung zahlen.

Lustig, wie mir das immer passiert. Man muss dazu sagen: auf den Job und die beiden Aufträge war ich nicht besonders scharf, und ich dachte: wenn ich das mache, dann muss es wenigstens gut entlohnt werden.

Aber es ist so: wenn ich eine Übersetzung mache, wenn ich egal welchen Job mache, mache ich ihn sehr gut. Fraulindes Übersetzung kostet vielleicht das doppelte, aber eine Übersetzung, von der sich die Übersetzerin nicht mal ein warmes Essen kaufen kann, macht auch nicht glücklich. Klar, manchmal reicht eine einfache Übersetzung, der man ihre Übersetztheit anmerkt und sogar noch auf die Originalsprache schließen kann. Aber bei sowas sträubt sich mir alles. Ich geb die Übersetzung erst aus der Hand, wenn sie meinem Anspruch an stilistisch einwandfreies Deutsch genügt (diesem Anspruch genüge ich hier selbst oft nicht, i know, aber das ist was anderes).

Tja, was tun?! Übersetzungen machen mir nur Spaß, wenn ich mir dafür etwas Zeit lassen kann. Und es ist auch schwierig, für eine Übersetzung viel Geld zu verlagen mit dem Argument, dass man sie besonders gut macht – denn gute Übersetzungen fallen nicht auf. Keiner liest ein Buch und sagt: Mensch, das ist aber eine super Übersetzung. Nein, wenn die Übersetzung gut ist, sagt der Leser: whow, das ist aber ein tolles Buch und der Autor kann so treffend schreiben.

Cheers to all translators! Falls jemand eine Tabelle mit Übersetzerhonoraren weiß, bitte einen Kommentar hinterlassen!