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Welcome back to life… as a Honorarkraft

Welcome back to life… as a Honorarkraft

Yippie!

Habe heute einen kleinen Honorarjob klargemacht. Freu mich sehr. Seit ca. 2,5 Monaten habe ich gar keine Arbeit mehr gehabt, kein Geld verdient, viel zu viel Zeit auf Facebook vertrödelt und Bewerbungen geschrieben.

Ja, und dieser Job ist nur 4 Stunden pro Woche, mit einem schönen Stundensatz, in einem kleinen Team für einen gemeinnützigen Zweck.

Ohoh, da merke ich gerade, dass sich “kleines Team” und “gemeinnützig” nach meinem Ex-Job anhören. Aber ich freu mich riesig! Yeah!

Ich will keinen 40-Stunden-Job mehr. Es gibt so viele andere schöne Dinge auf der Welt. Bloggen z.B.

Daten z.B.

Nähen z.B.

Wer hat da noch Zeit zum jeden Tag arbeiten gehen? :)

Liebe Leserinnen und Leser, genießen Sie den Sommer!

Gleicher

Gleicher

Da mein sozialversicherter Job ausgelaufen ist, muss ich leider wieder meiner “Lieblingstätigkeit” nachgehen und Bewerbungen schreiben. Da ruft mich eine Bekannte an, die einen kleinen Übersetzungsauftrag für mich hat. Und sie bestärkt mich darin, meinen Weg zu gehen, Geduld zu haben und damit zu rechnen, dass es Jahre dauern kann, bis man erste Erfolge sieht.

Sie hat 10 Jahre gebraucht, bis sie mit ihrem “Unternehmen” und ihrem besonderen Mix aus Dienstleistungen erste Erfolge erzielt hat. Sie sagt, ich soll Mut haben, das zu tun, was ich liebe. Und wenn man das tut, was man liebt, merken das die Leute, werden auf einen aufmerksam, möchten, dass man etwas für sie macht.

Das hat so gutgetan. Ich überlege mir gerade ernsthaft, mich hauptberuflich selbständig zu machen, aber ich biete so meiner Meinung nach völlig verschiedene Dienstleistungen an, die gar nicht zusammenpassen. Ich weiß gar nicht, wie ich damit auftreten soll. Aber ich denke, das Ganze kann sich entwickeln, die Idee kann sich entwickeln, und irgendwann wird etwas “Rundes” daraus. Es hat keinen Sinn, mich in irgendeine Schublade zu pressen, nur damit ich wie die anderen bin.

“Wer ständig versucht, wie die anderen zu sein, wird vor allem eins: gleicher.” Das ist leicht abgewandelt aus dem Buch “Alles, außer gewöhnlich” von Peter Kreuz und Anja Förster. Und irgendwie kann es ja – als Unternehmerin oder überhaupt – nie der Sinn sein, das gleiche anzubieten.

Beispiel: mein Wintermantel ist fertig. Er ist rostrot. Weniger als 1 % der Bevölkerung trägt rote Wintermäntel. Das heißt, ich falle auf mit dem Ding. Zwei Freunde haben – unabhängig voneinander – den Mantel als Nikolauskostüm gesehen, das nur noch durch eine rote Mütze mit blinkenden Herzchen ergänzt werden müsste. (Ich hab Euch trotzdem lieb!) Mir gefällt der Mantel, muss mich aber auch erst an seine Andersartigkeit und seine Blickfang-Qualitäten gewöhnen. (was sollte ich auch sonst machen als das Werk lieben lernen und es tragen, bis es sich auflöst?).

Meine Mutter hat mir als Kind und Jugendliche immer sehr viel genäht. Und selten sahen diese Klamotten aus wie die der anderen. Und so sehr ich meine Mutter liebe: manchmal habe ich mich für ihre selbstgenähten Klamotten geschämt, weil ich überzeugt war, dass man sieht, dass sie selbst genäht sind. Dass alle denken, wir haben nicht genug Geld, um Klamotten zu kaufen. Selbst nähen hat für mich so etwas Ärmliches – auch wenn’s meine Mutter nähtechnisch voll drauf hat.

Ich wollte nicht anders aussehen, ich wollte nicht auffallen. Ich wollte einfach nur die trendigen Klamotten, die auch meine Mitschüler hatten – sogar die Jeans mit Ledereinsatz an der Seite! (oh je, gabs das wirklich mal?) Ich wollte natürlich auch nicht die Billigversion aus irgendeinem Restpostengeschäft, sondern die coole, die so aussah wie alle anderen.

Und seit ich meinen rostroten Mantel ausführe, merke ich, dass ich diese leichte Angst immer noch habe: dass jemand merkt, dass der Mantel selbst genäht ist: nicht weil der Schnitt oder die Verarbeitung schlecht sind (das sind sie nämlich nicht), sondern weil er anders ist. Dass die Leute denken: wieso trägt sie sowas? Hat sie das nötig? Gerade ist doch lila in. Und der Kragen ist total unmodern, ebenso wie Raglan-Ärmel. Dass sie es fast als Beleidigung empfinden, dass ich so rumlaufe.

Am ersten Abend, als ich den Mantel anhatte, bin ich nachts eine halbe Stunde lang mit dem Zug nach Hause gefahren und es saßen 3 Weihnachtsmarkt-trunkene Mädels Anfang 20 um mich herum. Sie trugen alle schwarze Jacken. Und ich fühlte mich unwohl ob meines Mantels. Ich hatte Angst, dass sie mich anstarren, sich über mich lustig machen, denken: was ist das denn für eine Komische, die selbstgemachte Sachen trägt? Ich will nicht in diese langweilige Ökoschublade gesteckt werden… Ich will eher, dass die Leute denken: hey geil, wo hast du das denn her? (das sagen auch manche)

Oh je, das ist echt so ne Sache mit Selbermachen. Da braucht man schon auch Selbstbewusstsein. Immerhin tu ich mir die Klamotten freiwillig an – meine Mutter hilft mir beim Nähen, da ich Anfängerin bin. Es ist nicht so leicht, den eigenen Stil durchzuziehen. Oder habe ich nur Angst vor meinem eigenen Mut?

show me the money

show me the money

In letzter Zeit hatte ich drei Mal den Fall, wo ich nach meiner Gehalts- bzw. Honorarvorstellung gefragt wurde. Ich habe überlegt, was ich verlangen soll. Hab mir den Job bzw. den zu übersetzenden Text angeschaut. Nochmal angeschaut und mir überlegt, wielange ich dafür brauchen würde, wieviel Schmerzensgeld angemessen ist. Ich habe versucht, den Aufwand realistisch einzuschätzen, ebenso meine Qualifikationen. Und habe eine Zahl gesagt.

Ich habe alle drei Jobs bzw. Aufträge nicht bekommen, weil die Zahl zu hoch war. Einmal wollten sie 25% weniger, in einem anderen Fall nur ein Drittel von meiner Honorarvorstellung zahlen.

Lustig, wie mir das immer passiert. Man muss dazu sagen: auf den Job und die beiden Aufträge war ich nicht besonders scharf, und ich dachte: wenn ich das mache, dann muss es wenigstens gut entlohnt werden.

Aber es ist so: wenn ich eine Übersetzung mache, wenn ich egal welchen Job mache, mache ich ihn sehr gut. Fraulindes Übersetzung kostet vielleicht das doppelte, aber eine Übersetzung, von der sich die Übersetzerin nicht mal ein warmes Essen kaufen kann, macht auch nicht glücklich. Klar, manchmal reicht eine einfache Übersetzung, der man ihre Übersetztheit anmerkt und sogar noch auf die Originalsprache schließen kann. Aber bei sowas sträubt sich mir alles. Ich geb die Übersetzung erst aus der Hand, wenn sie meinem Anspruch an stilistisch einwandfreies Deutsch genügt (diesem Anspruch genüge ich hier selbst oft nicht, i know, aber das ist was anderes).

Tja, was tun?! Übersetzungen machen mir nur Spaß, wenn ich mir dafür etwas Zeit lassen kann. Und es ist auch schwierig, für eine Übersetzung viel Geld zu verlagen mit dem Argument, dass man sie besonders gut macht – denn gute Übersetzungen fallen nicht auf. Keiner liest ein Buch und sagt: Mensch, das ist aber eine super Übersetzung. Nein, wenn die Übersetzung gut ist, sagt der Leser: whow, das ist aber ein tolles Buch und der Autor kann so treffend schreiben.

Cheers to all translators! Falls jemand eine Tabelle mit Übersetzerhonoraren weiß, bitte einen Kommentar hinterlassen!