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Dickometer II

Dickometer II

Hey,

wollte einfach mal alle grüßen, die hier aufgrund des Dickometers landen. Danke, dass ihr meine Blogstatistik so schön in die Höhe treibt. Ich komme mir deshalb ein bisschen wie DIE Autorität in Sachen Schwanzgröße vor. Ich, die nicht mal einen hat, zumindest keinen aus Fleisch und Blut. Und die sich auch nicht für Schwänze aus Fleisch und Blut interessiert. Finde es viel interessanter, dass alle so ein Theater um Schwänze machen.

Naja, ich bin praktisch umgeben von Männern, schwulen Männern, die ich schon auch mal in der Sauna oder der gemeinsamen Umkleide sehe. Und was ich da alles sehe, von String-Tangas im Leoparden-Look bis zu gepiercten Eicheln…

Egal, wollte einfach mal danke sagen. Hoffe, euch weiterhelfen zu können.

Mein erster Grand Prix

Mein erster Grand Prix

Ich habe keinen Fernseher zuhause. Mich hat der Grand Prix nie interessiert. Gestern war ich bei einer Freundin zum Kochen, die sich den Grand Prix Eurovision de la Chanson nicht entgehen lassen wollte.
Es ist ein bisschen wie mit den Dildos: Dildos sehen lustig aus, und die vibrierenden erinnern mit ihrem Brummgeräuschen an elektrische Zahnbürsten. Dildos sind eigentlich zum Schmunzeln, wenn man sie sieht. So ging es mir anfangs. Als ich sie mich berühren ließ, lachte ich nicht mehr sondern war total angetörnt.

Beim Grand Prix ist es ähnlich: gähnende Langeweile, eine hochgezogene Augenbraue und Schmunzeln verwandeln sich in orgasmische Lachanfälle. Miss Moldawien ist wie Heidi im Weltall, (oder Heidi auf LSD, wie meine Gastgeberin gestern meinte). Hinter ihr hüpften 5 Männer in Trachtuniform durch die Gegend. Heidi hatte auch so eine Art Dirndl an, mit extrem kurzem Rock, dazu rotgefärbte Haare. Den Song fand ich gut, die Frau witzig – nur war ich etwas irritiert, weil sich das Lila ihres Rockes ganz schlimm mit dem roten Geflimmer im Hintergrund biss.
Überhaupt die Bühne. Sie ist so groß, dass jeder Sänger sich scheinbar dazu genötigt sieht, mindestens 5 Tänzer auf die Bühne zu bringen. Auch müssen alle Interpreten im Vorfeld nicht nur ihren Song üben, sondern überlegen, welche Farben und welches Muster sie auf der Bühne haben wollen. Die meisten hopsen über die Bühne, die Bühne flimmert wie wild, und man kriegt gar nix mehr von den Liedern mit.

Man erinnert sich bei vielen Sängern nur noch an ihre “Accessoires”: den Sänger aus Griechenland in seinem weißen Anzug – zu einem Zeitpunkt bewegte sich ein Bühnenelement, so dass er aussah wie ein Mensch auf einem Laufband auf dem Flughafen. Yeah. Miss Ukraine war von komischen Rädern umgeben und trug ein knallrotes Lackkostüm. Der spätere Gewinner hatte eine Geige. Die Damen aus Serbien behaupteten, nobody parties like serbian girls do. Wer hätte das gedacht.

Am meisten erinnere ich mich an die Frau aus Malta, die eine schöne Ballade sang. Der Bühnenhintergrund war fast nicht wahrnehmbar, dafür weiß ich noch ihren Namen: Chiara. Sie hatte ein schwarzes Kleid mit einem Pailetten-besetzten Ausschnitt an.

Die estnische Sängerin war toll, die russische auch. Minimale Bühnenshow, gute Lieder, schöne Frauen, Verzicht auf Hupfdohlen.

Es ist, wie wenn die Dame, die ich gedatet habe, zu einem Vorstellungsgespräch zum Diplomarbeits-Praktikum eingeladen wird und einen schwarzen Polyester-Hosenanzug trägt – weil man das eben so macht. Es ist eine große, internationale Firma. Und an diesem Tag hat es 30 Grad. Wenn wir uns treffen, trägt sie sportlich-schicke Blusen, Tops mit passenden Ohrringen und sieht einfach super aus und so gestylt, dass ihr sportlich-femininer Typ unterstrichen wird. Madame, trau doch deinem Mundwerk, deinem Hirn und der Wettervorhersage; Europa: habt Vertrauen in eure Songs oder schreibt Songs, die auf einer minimalistischen Bühne bestehen.

Selten so gelacht. Vielen Dank! Irgendwie ist doch alles irgendwo und irgendwann zum Lachen: Musik, Dildos, Daten, Kochen, Vorstellungsgespräche. In diesem Sinne, gehabt euch wohl!

Zöllibat

Zöllibat

Vor ziemlich genau vier Jahren hatte ich das letzte Mal Sex mit einer anderen Person. Tja. Das gibt mir schon manchmal zu denken. Ich bin schließlich keine 80, wo man dann irgendwann denkt: ok, mir ist das nicht mehr so wichtig.

Mir ist es wichtig! In den letzten vier Jahren hab ich meine beiden Hände und eine kleine Auswahl an wohlgeformten Silikonteilen gedatet.

Und es gab da noch eine Frau, mit der ich einen Spaß-Zungenkuss ausgetauscht hab – die Frau hatte eine wahnsinns-erotische Ausstrahlung, aber die Art wie sie mir die Zunge in den Mund geschoben hat war so gewollt scharf, dass es mich abgetörnt hat.

Und dann gabs da noch eine Frau, die ich beim zweiten Date so begrabscht habe (und sie mich), wie es eben in der Öffentlichkeit bzw. unter dem Kneipentisch geht. Stundenlang haben wir die Arme umeinander gelegt, Oberschenkel gestreichelt, Händchen gehalten, die Haut unter dem Ärmel gestreichelt, bis ich am Kochen war. Sie wollte nicht bei mir übernachten, sie wollte nicht mal einen Kuss von mir zum Abschied, und ließ mich allein zurück, geiler als jeder Seeman kurz vorm Heimaturlaub.

Und das ist es, mein “Sexleben” in den letzten vier Jahren. Und das eine ist, dass ich selbst meine beste Liebhaberin bin. Und das andere ist, dass ich mir die Nähe von einer anderen Person wünsche.

Und ich date und date und merke schon, wie leicht es mir fällt, mich mit unbekannten Frauen zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich kann mich mit ihnen unterhalten, ohne vor Schüchternheit unter den Tisch zu kriechen, oder aus dem Stottern nicht mehr rauszukommen. Manchmal kommt mir das Daten wie ein Job vor, wie eine Pflicht, so wie Lebensmittel einkaufen. Es ist ja auch immer interessant und nett. Aber bisher teile ich mein Bett allenfalls mit meinen heißgeliebten schwulen Freunden oder mit verheirateten Freundinnen von auswärts.

Kann es vielleicht einmal richtig knallen?!

Dickometer

Dickometer

Jaja, ich weiß, hier sollte es eigentlich um Essen und Kochen und Restaurants gehen. Stattdessen schreib ich hier ständig über Bewerbungen und Sex. Aber das ist zur Zeit irgendwie interessanter.

Wer sagt, dass Schwule nur Sex im Kopf haben, hat… RECHT! Bei uns Lesben, bei unserer online-community Lesarion gehts schön züchtig zu. In unseren Frauenzentren gibt’s Tupperware-Parties neben Existenzgründungsberatungen, Vollmondwanderungen und Entspannungsnachmittagen. Yeah. Bei Lesarion ist die einzige Größe, die man angeben kann, die Körpergröße – also die von Fuß bis Scheitel. Und damit hat sich’s. Keine Oberweite, keine Taillenweite, keinen Hüftumfang, keine Fingerlänge, Haarlänge, keine Dildopräferenz oder was weiß ich sonst noch.

Bei Gayromeo, dem schwulen Pendant zu Lesarion, kann man natürlich seine Schwanzgröße angeben. Man kann seine Suche nach Männern aufgrund der Schwanzgröße filtern. Zur Auswahl steht alles von S bis XXL.

Hm, aber es liegt doch nahe, dass die meisten Männer ihren eigenen Schwanz als mindestens XL oder XXL einschätzen? Nun, die Macher von Gayromeo sind nicht blöd und haben den Dickometer entwickelt, um zu vermeiden, dass Männer ihre Schwanzgröße überschätzen (0der unterschätzen, man weiß ja nie!). Schaut mal unter http://www.gayromeo.com/j41O524omiowHws8TsNg6lNMXAjV4ZcO/sexfun/dickometer/. Man drucke diese Schablone aus, lege sie an seinen Schwanz an, und schon hat man die Länge (S, M, L, etc.) Aber damit noch nicht genug. Wichtig ist ja nicht nur die Länge, sondern auch der Umfang. Dafür widmet man sich der anderen Seite der Schablone, stanzt dieses eine Loch aus und legt diese Schablone um seinen Schwanz – Achtung, Schnittkanten können scharf sein – autsch! Je nach Umfang muss man dann vom ermittelten Buchstaben (S-XXL) noch eine Größe abziehen oder addieren.

Ich liebe es, wenn sich bei Männern Geilheit mit Ordnungssinn verbindet. Und wisst ihr was? Deswegen häng ich so viel mit Schwulen rum. Weil’s einfach Spaß macht. Und ich finde es zugleich schade, dass wir Lesben nicht auf so lustige, sinnfreie, erotische Erfindungen wie den Dickometer kommen. Ich will, dass das autonome Frauenzentrum zumindest einmal im Jahr zum Darkroom umfunktioniert wird. Und damit meine ich nicht, dass die Frauen dort dann ihre Fotos entwickeln, sondern mal schön Sex miteinander haben. Ich will, dass es bei Lesarion eine Kategorie gibt, wo man zumindest seine Körbchengröße angeben kann. Oder die Mindestgröße von Dildos, unter der man gar nicht anfängt sich auszuziehen. Würde davon wirklich die Welt untergehen? Ich will, dass es in Frauenzentren neben Tupperparties wenigstens auch mal einen Abend gibt, wo Sextoys vorgestellt und verkauft werden (das kann man ja sicher auch gut miteinander kombinieren).

Eine Bekannte trug mir zu, dass selbst die Macherinnen von Frauenzentren Sex haben. So lauten Sex sogar, dass die Mieterin über ihr praktisch nur mit Augenringen durch die Gegend läuft. Vielleicht sollten wir sie mal bitten, einen Workshop zu geben, wie man so tollen Sex hat, dass die Nachbarinnen nicht mehr schlafen können. Im autonomen Frauenzentrum. Ich würde hingehen.