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Da kann der Tag nur noch gut werden…

Da kann der Tag nur noch gut werden…

Schreibt mich eben eine 22-jährige auf Lesarion an:

na wie gehts dir? du bist richtig hübsch =) was suchste so? ich such eher nix festes

Das geht doch runter wie nochwas!

Fröhliches Eiersuchen wünscht fraulinde!

 

P.S.: um in Kontakt mit 22-jährigen zu bleiben, braucht man ICQ oder Skype – solche Späßchen schließt mein Computer leider aus. End of story.

Und dann…

Und dann…

… ruft sie gestern auch noch an! Hatte ich das jemals, dass mich eine Frau nach dem ersten Date angerufen hat?

Ich glaube nicht. Und dabei ist sie in einer Beziehung. Und sie erzählt mir am Telefon, dass ihrer Freundin von unserem Treffen erzählt hat, vor allem, dass sie (Frau K) total viel bei unserem Treffen geredet hat. Und die Freundin so: echt, bei mir redest du doch nie so viel.

Frau K redet anscheinend auch bei anderen nicht so viel. Ich bin ja auch gerade bei fremden Menschen manchmal sehr schweigsam. Aber wir haben uns bei unserem Treffen unterhalten, dass es eine Freude ist.

Wir haben gestern eine Stunde telefoniert. Wahrscheinlich länger als sie mit ihrer Freundin.

Bin mal gespannt, wie sich das ins neue Jahr hinüber entwickelt.

D.A.T.E

D.A.T.E

Yeah, gestern hatte ich ein Date. Und was für ein herrliches.

Kennt ihr das, wenn ihr eine neue Person kennenlernt, die auch noch dem Geschlecht angehört, das ihr euch für Beziehungen ausgesucht habt (in meinem Fall: Frauen), und mit dieser Person redet, ihr gegenübersitzt und denkt: das ist sie. Die und keine andere. Mein Mensch.

Sie haut mich so richtig um. Sagt lauter richtige Sachen. Ich will ihre Hand nehmen, sie knutschen, und ich verkrafte es fast gar nicht, dass ich sie so toll finde und wir uns so gut verstehen und uns super-persönliche Sachen erzählen. Es ist schön mit ihr, dass es fast zu viel und zu schnell ist.

Und dann erwähnt sie nebenbei ihre Freundin. Ich lasse sie erstmal weiterreden und frage dann: habe ich das eben richtig verstanden, dass du eine Freundin hast?

Und sie so: ja.

Wir reden weiter. Sie ist immer noch toll, am liebsten würde ich rausgehen und heulen, stattdessen sieht sie mir an, dass mich etwas beschäftigt, sie nennt es so: die Gedanken rattern wie ein Zug durch dein Gehirn.

Und ich sage: hey, ich finde es gerade voll schade, dass du eine Freundin hast. Mit dir kann ich so gut reden und das haut mich gerade um.

Und sie so: ja, ich merke, diese Barriere ist gar nicht da.

Wir quatschen weiter, erzählen noch mehr persönliche Dinge. So gerne würde ich einiges davon hier schreiben, aber das möchte sie nicht. Skurrile, schöne Sachen sind das. Ich will dann auch nicht mehr heulen sondern bin so froh, dass wir das Thema “Beziehung” geklärt haben. Ich habe mich schon mit so vielen Single-Frauen getroffen und es blieb auf der freundschaftlichen Ebene und keine von uns hat angesprochen, ob aus der Beziehung mehr werden kann oder soll. Und was mir an dieser Frau am besten gefallen hat, ist, dass ich aus irgendeinem Grund sehr direkt und offen mit ihr reden kann, auch über schwierige Gefühle.

Yeah.

Schon wieder ‘n Date

Schon wieder ‘n Date

Mensch, das geht grad Zack auf Zack. Und die Treffen werden immer länger.

Also entweder ich bin ihre ehrenamtliche Bespaßungstante oder sie macht mir demnächst einen Heiratsantrag, ne?

Wobei: ich bin ja gerade dabei, mir so Erklärungen, bei denen ich mich selbst total abwerte (ehrenamtliche Bespaßungstante, hallo?!) abzugewöhnen. Also, wer auf diesen Artikel einen Kommentar schreibt, wird zur Hochzeit eingeladen. Keinen Stress, ihr habt noch ein paar Jahre Zeit, euch etwas Gescheites zu überlegen.

Bis dahin wünsche ich mir viel Spaß beim nächsten, xten Date.

bist du mein Mensch?

bist du mein Mensch?

“Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest seines Lebens ärgern kann.” Agatha Christie

Dieses Zitat beschreibt eine wie ich finde tolle neue Sichtweise auf Beziehungen. Genau so eine Beziehung wünsche ich mir.

Und die Dame vom Sonntag könnte ich mir gut vorstellen, eine Weile meines Lebens zu ärgern (mit “für den Rest meines Lebens” tu ich erst einmal langsam). So. Ihr hat es genauso wie mir gefallen, während des Deutschlandspiels gegen England mit mir im Biergarten OHNE Fernseher zu sitzen. Später in meiner Wohnung waren wir uns einig darüber, wie man eine schnelle Tomatensoße mit Zucchini zubereitet. Anschließend saßen wir uns auf meinem Balkon gegenüber, beide barfuß, tranken ein bisschen Sekt und redeten über Beziehungen, übers Kinder haben – ganz allgemein natürlich, und ich fand es einfach gut und interessant, so viel Neues über sie zu erfahren, nachdem ich sie schon einige Monate lang kenne. Es kribbelte nicht bei mir, und während des Gesprächs habe ich mich schon immner wieder gefragt und innerlich angestupst: hey, wieso kribbelt es gerade nicht bei dir, ist doch alles voll toll gerade?!

Aber eigentlich… eigentlich komm ich gerade runter von diesem “Es muss so richtig knallen”.

Ich will eine Beziehung. Keine Sommeraffäre, keine Fernstbeziehung, keinen One Night Stand, sondern jemanden, mit dem ich ein paar Jahre meines Lebens teilen kann. Es tut so gut, diesen Stress loszulassen, mich nicht zu fragen, ob es bei mir kribbelt, wenn sie mir gegenübersitzt, ob mein Pferdeschwanz noch perfekt sitzt, ob ich Gloss nachlegen soll… Darauf kommt es auf einmal überhaupt nicht mehr an.

Sondern auf unsere Bedürfnisse. Ich muss erst einmal meine Bedürfnisse erkennen. Bisher habe ich mir immer überlegt, was ich tun muss, um der anderen zu gefallen – und es endete damit, dass ich mich total verbogen habe und mich abhängig fühlte. Aber wenn ich über meine Bedürfnisse nachdenke, ganz ruhig und ehrlich mit mir selbst, mache ich mich frei (nicht so wie beim Arzt, sondern ihr versteht schon) und bekomme Klarheit. Dann kann ich – jenseits von: aber sie ist so cool und ich will so gerne eine Freundin – in Ruhe überlegen, ob es so ungefähr passen könnte.

Und je mehr ich mir über meine Bedürfnisse klar werde, desto mehr entdecke ich, dass sie ein paar davon erfüllt (und ein paar nicht). Ratet mal, was das in mir auslöst?

Kribbeln.

Herzklopfen.

Sehnsucht.

Kaiserschmarrn, verliebter

Kaiserschmarrn, verliebter

Ich möchte heute einmal ein Rezept der anderen Art vorstellen: Kaiserschmarrn, wenn man keinen klaren Gedanken fassen kann.

Am Wochenende telefonierte ich mit meiner Herzensdame. Ich brauchte eine kleine Info von ihr, aber wir quatschten dann doch eine Weile über alles, was uns in den 1,5 Tagen seit unserem letzten Treffen passiert ist. Das fand ich so schön, und ich bekam auch richtig Hunger.

Also machte ich mir, nachdem das Telefonat beendet war, einen Kaffee und Kaiserschmarrn. Kaiserschmarrn kann ich eigentlich im Schlaf, aber unter diesen Umständen, mit den Gedanken komplett bei der Madame, tat ich Folgendes:

Ich nahm zwei Eier und schlug sie auf – so weit, so gut.

Ich verquirlte die beiden Eier mit einem Schneebesen und gab anschließend Zucker hinzu und verquirlte auch ihn. Immer noch alles im grünen Bereich. Ich habe sogar daran gedacht, etwas Zimt und ein Prise Salz zuzufügen, yeah!

Dann griff ich zu einer Tupperdose und schüttete den Inhalt kräftig in das Ei-Gemisch. Heraus kam: Müsli (tjaha, denn bis vor einem Jahr hatte ich in genau dieser Tupperschüssel Mehl gelagert. Dennoch ziehe ich dieses Tupperdose täglich für mein morgendliches MÜSLI hervor)! Hm, super, voll der Öko-Kaiserschmarrn. Aus Trotz gab ich absichtlich eine weitere Öko-Zutat hinzu, Dinkelkleie – fein! Und natürlich etwas Mehl, gefolgt von Milch.

Bis auf ein paar verstreute Haferflocken sah der Schmarrn-Teig wie immer aus, also ab damit in die Pfanne mit heißem Fett. Ich ließ den Teig wie immer leicht stocken und zerrupfte dann alles mit Hingabe.

Ich aß, trank Kaffee, träumte von Madame, freute mich, und beim letzten Bissen fiel mir auf, dass ich die ROSINEN vergessen hatte. Und ich mag Rosinen so sehr, dass ich Kaiserschmarrn praktisch nur wegen der Rosinen zubereite.

Das ist also Kaiserschmarrn à la verliebte fraulinde. Ich würde euch gerne sagen, ob er geschmeckt hat, aber ich war so mit Träumen beschäftigt, dass ich beim Essen nicht aufgepasst habe.

mehr als just a little crush

mehr als just a little crush

Mich hat es ganz schön erwischt. Die Dame, die ich gerade date, kann mit ihren Händen nicht nur bügeln, sondern auch sehr gut massieren. Sanft, zärtlich, mit gerade soviel Druck und Zielstrebigkeit, dass sie meine Verspannung in der Schulter wegkriegt. Mit soviel Beherrschung, dass sie mir vorsichtig, aber bestimmt die BH-Träger zur Seite schiebt. Entschuldigt sich mehrmals, dass sie gerade kein Massageöl zur Hand hat (wir sind in einem Museum auf der Dachterrasse) und es ohne eigentlich gar nicht richtig geht. Aber ich mag es, ihre von der Arbeit leicht rauhen Finger auf meiner Haut zu spüren.
Ich kriege Gänsehaut davon; das alles schwebt so schön auf der Linie zwischen Freundschaft und Erotik. Es ist klar, wo wir beide hinwollen, aber wir trauen uns noch nicht so viel mehr auf einmal. Mein Kopf ist so schön leer, und die Kunstwerke im Museum, die wir uns eigentlich anschauen wollten, ergeben keinen Sinn mehr.

Bei der Arbeit am nächsten Tag hat sie nur meine Brüste im Kopf. Ich soll bei der Arbeit etwas Seriöses texten und mir fallen nur Worte für SIE ein. Bitte, ich will keine Tipps, wie man das wieder wegkriegt.

It’s f cking scary to fall in love

It’s f cking scary to fall in love

Es jagt mir eine Heidenangst ein mich zu verknallen. Ok, das ist eine Übertreibung, aber es geht nichts über einen catchy ersten Satz.

Sagen wir so: es ist mir unheimlich, mich zu verknallen. Ich will ja gar nicht von Liebe sprechen. Aber einher mit Verknallen gehen immer auch ein Kontrollverlust und Zweifel.

Kontrollverlust: ich kann meine Hände nicht bei mir behalten, sondern sie wandern zu ihren Händen, ich will eng mit ihr tanzen, ich will über meine Gefühle reden, über ihre Gefühle reden, ich sage nur die Wahrheit.

Zweifel: und wenn sie mich irgendwann schlecht behandeln, verlassen, betrügen wird? Gibt es unter den mindestens zwei Milliarden Frauen auf der Erde nicht noch eine, die besser zu mir passt, die mir mehr den Atem raubt? Passen wir überhaupt zusammen?

Sie sagt: ich mach mir zuviele Gedanken. Sie hat recht. Wir bequatschen unsere Gefühlszustände laufend, und jeder Fortschritt in Richtung körperliche Nähe wird ebenfalls ausdiskutiert (sie will nicht die ganze Zeit Händchen halten – ich ja auch nicht, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen von “nicht die ganze Zeit”: ich will viel öfter als sie)

Kleiner Zwischenruf an alle, die seit ein paar Monaten mitfiebern: ja, fraulinde hat es getan, sie hat die Hand einer Frau gehalten und eng mit ihr getanzt. Wir erinnern uns, einst saß fraulinde mit hübschen Frauen auf dem Sofa und behielt ihre Finger bei sich.

So, und irgendwie ist es total schön, was da gerade passiert, aber ich habe auch Angst. Ich will ihr körperlich näher kommen, ich sehne mich danach, aber gleichzeitig hab ich Angst, dass sie mich verletzt, oder dass ich mich total in sie verknalle, wenn wir Sex haben, und sie es aber nur als Affäre sieht. Der Freund mit den Speckröllchen hat mich gestern gefragt, wieviel Risiko ich bereit bin einzugehen. Ich hab geantwortet: am liebsten gar keins.

Ich glaube, ich bin eigentlich schon bereit, ein Risiko einzugehen, nur ist meine Einstellung irgendwie so, dass ich gar nicht glaube, “gewinnen” zu können. Als ob ich erwarte, dass sie mir weh tun wird und es gar nicht anders kommen kann. Gleichzeitig bin ich so optimistisch, weil ich mehr für sie fühle als für die anderen Frauen, die ich bisher gedatet habe. Und weil ich bei ihr ich selbst sein kann.

Will keep you posted

Schlampe

Schlampe

Und wenn die Handwerker Haare auf dem Boden sehen, Fußabdrücke, ungespültes Geschirr, ein nicht perfekt gemachtes Bett, ein Stofftier im Bett, und wenn das alles auch mein Vermieter sieht und sie alle denken, ich bin schlampig und dreckig und eklig… So what. Hier ist der Stinkefinger. Was können sie tun? Sie können im Auto auf dem Rückweg in die Firma sitzen und den Kopf schütteln über mich. Sie können über Sex mit mir fantasieren.

Die Frau, die ich gerade date und absolut klasse finde, denkt so. Es ist ihr egal, was die anderen Leute über sie denken. Und wenn fremde Leute meine Ausgaben vom “lesbischen Auge” oder das Lesbensexbuch im Regal sehen. So what. Es kann irgendwie echt nix passieren. Oder wenn sie meine dreckige Unterwäsche sehen – egal. Die Leute können so viel denken, Dinge, die jenseits sogar meiner komplizierten Gedankengänge sind. Oder sie können sich gar keine Gedanken machen. Es kann ihnen so egal sein, was in meinen ungemachten Bett passiert, warum das Geschirr von einer Woche rumsteht.