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Absage, wertschätzende

Absage, wertschätzende

Die hier kam von einer Personalberatungsfirma (nennt man die so?) – eine Firma, die Führungskräfte für andere Firmen aussucht, wenn die Firma sich selbst nicht drum kümmern oder anonym bleiben will.

Persönlich – Vertraulich
Fraulinde
Fraulindestraße 44
44444 Fraulindestadt

Sehr geehrte fraulinde,

ich möchte mich heute nochmals für Ihre Bewerbung herzlich bedanken. Die gründliche Prüfung aller verfügbaren Informationen hat ergeben, dass mein Klient Ihre Bewerung nicht weiterverfolgen möchte.

Für die aufgewendete Zeit, für Ihre Mühe und das uns entgegen gebrachte Vertrauen möchte ich mich bei Ihnen ganz persönlich bedanken. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie anlässlich einer anderen Ausschreibung in der Zukunft den Kontakt zu mir wieder aufnehmen würden.

Für Ihre berufliche Zukunft wünsche ich Ihnen das Beste.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. (Assistentin)

xx yy
Vorstand

Da sie sich nach der (ebenfalls netten) Eingangsbestätigung eine Weile nicht gemeldet hatten, rechnete ich eh nicht mehr mit einer Einladung, und so habe ich mich über diese wohlformulierte Absage fast gefreut.

Diese Absage ist einfach einen Tick netter als die anderen. Ich finde es gut, dass der Mensch mir für meine Zeit und meine Mühe dankt und nicht davon ausgeht, dass Bewerbungsschreiber eh Assis sind, die gefälligst ihren Arsch in Jogginghose zum Schreibtisch zum produktiven Bewerbungsschreiben bewegen sollen. Und auch die Aussage, dass ich gerne wieder Kontakt mit ihm aufnehmen könnte, finde ich gut – klar ist es eine Floskel, aber es ist eben anders formuliert als in den restlichen Absagen und dadurch wirkt es echt. Auch dass er mir für meine berufliche Zukunft “das Beste” wünscht, gefällt mir – anstatt das übliche, abgedroschene “viel Erfolg”.

Und so hat die Firma einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Firmen: auch wenn ihr uns als potentielle Mitarbeiter aussortiert habt, hinterlasst bitte trotzdem einen guten Eindruck bei uns.

danke, Judith

danke, Judith

“Aber Micha starb nicht.”* So beginnt ‘Alice’, die neue Sammlung von Erzählungen von Judith Hermann.

Ich liebe es, wenn mich der erste Satz am Herzen packt und nicht mehr loslässt, etwas tief in mir anspricht, so dass ich am liebsten niederknien würde in Erfurcht vor der Autorin.

Ich mag Frau Hermanns Sprache sehr, weil sie als Autorin sich völlig zurücknimmt und ihre Figuren sprechen lässt.

Wie schön Sprache werden kann, wenn man alles Unnötige, Prahlerische weglässt.

Danke, dass Sie mir zeigen, wie es sein kann.

 

*ähm, ich meine zu glauben, dass der erste Satz so lautet. Vielleicht habe ich ihn mir in meiner Begeisterung auch falsch eingeprägt. Es ist nicht meine Absicht, falsch zu zitieren, schon gar nicht die Judith. Ich werde in den nächsten Tagen noch einmal ins Buch schauen und den Satz ggfs. berichtigen. Cheers!

Zeit

Zeit

für dich, Lesbomat, und danke fürs Quengeln! :)

Was mich manchmal ärgert, ist die unterschwellige Meinung von manchen Menschen, dass Arbeitslose Zeit haben, d.h. sehr viel Zeit im Vergleich zu arbeitetenden Menschen.

Ich bin arbeitslos. Hab ich Zeit? Naja…

Zuerst einmal gehe ich 14 Stunden pro Woche arbeiten, verteilt auf 3 Arbeitstage, plus 3 Stunden Fahrzeit insgesamt. Dann habe ich noch ein bis zwei Ehrenämter. Zeitaufwand pro Woche: 2-3 Stunden. (Da sind wir schon bei 20 Stunden). Dann gibts natürlich noch den Haushalt, ca. 4-5 Stunden, inkl. Einkaufen und Kochen. Ok, das hat jeder Berufstätige auch.

Ja, ich habe Zeit. Aber nicht so viel, um sie zu verschwenden. Ich habe keine Zeit dafür, fünf Mal den Supermarkt abzulaufen, weil ich kein Mehl, keinen Joghurt, keinen Tiefkühl-Spinat finde und mich dabei von Plätschermusik bedudeln zu lassen, die mich noch genervter macht, weil ich dann die Musik aus meinem MP3-Player nicht höre.

Ich habe auch keine Zeit, mich online bei einem Bewerberportal zu bewerben, schön ordentlich meine tausend einzelnen Tätigkeiten einzugeben, nur um am Ende vergeblich auf die Bestätigungsmail zu warten. Als ich da heute anrief, sagte man mir, die Bewerbung wäre tatsächlich nicht angekommen. Die Daten sind auch nicht irgendwo zwischengespeichert worden. Die Dame dort war sehr nett und ich konnte sie in dem Zusammenhang gleich ein paar gute Sachen zur Stelle fragen und gleichzeitig meine Qualifikationen dafür herausstellen.Wer weiß also, wofür es gut war…

Zwischenfazit: ja, ich habe viel Zeit, die ich mir frei einteilen kann, aber ich möchte auch diese viele freie Zeit für Dinge nutzen, die mir wichtig sind: meinen Roman schreiben, bei anderen Projekten mitmachen, mit Freunden kochen, Sport machen, Bloggen… Ich möchte meine Zeit nicht verschwenden.

Und ich sehe Online-Formulare für Bewerbungen als zusätzliche Zeitbelastung, fast als Schikane, weil man alle Jobs und Praktika, Fremdsprachen einzeln eingeben muss (und das sind viiiiiele bei mir) und dann eh noch einmal alles als Anschreiben und im Lebenslauf formuliert. Doppelte Arbeit. Und wenn die Formulare dann noch so unzuverlässig sind wie das gestern! Man konnte während der Eingabe, die ca. eine halbe Stunde gedauert hat, nicht zwischenspeichern. Wenn ich also versehentlich den Browser geschlossen hätte, wäre alles weg gewesen. Aber wieso sollte ein IT-Fachmann auch für so ein luxuriöses Feature wie Zwischenspeichern Stunden aufschreiben? Denn Bewerber haben ja Zeit.

Ich glaube, manche Menschen finden, dass man Arbeitslose mit Extrem-Bewerbungsschreiben belasten darf. So: “ja, sollen die ruhig viele Bewerbungen schreiben, gerne auch Online-Formulare ausfüllen, alles besser als Fernzusehen.”

Bewerbungen zu erstellen ist überhaupt eine der stumpfsinnigsten und müßigsten Tätigkeiten. Immer wieder das eigene Leben zu durchforsten, zu überlegen, wie kann ich meine Erfahrung und meine Persönlichkeitszüge so hindrehen, dass sie auf die Stelle passen. So zu tun, als sei man die eierlegende Wollmilchsau und hätte sein ganzes Leben lang auf diese Stellenanzeige gewartet. Und natürlich bewerben sich auf viele Stellen einfach mal 200 Menschen. [Ein Medikament, das eine "Trefferquote" von 0,5% hat, würde nie zugelassen.]

Aber dennoch steckt man Hartz IV-Empfänger in Seminare, in denen sie 8 Stunden am Tag Bewerbungen schreiben müssen, egal ob sie auf diese Stellen passen oder nicht. Bewerbungen schreiben sehen Arbeitsagentur-Angestellte vielleicht als  Therapie gegen Arbeitslosigkeit und Verwahrlosung. Bewerbungen schreiben ist fast wie Buße tun, Buße an der Gesellschaft, der man auf der Tasche liegt. Deshalb darf das Bewerbungen schreiben auch weh tun und mühsam sein, muss es vielleicht sogar, denn Bewerbungen schreiben nur Menschen, die schuldig geworden sind. Ich glaube, Bewerbungen schreiben ist die heutige Form von sich auspeitschen lassen oder sich selbst zu geißeln.

Es ist nur: niemand außer der Kirche hat jemals von Selbst-Geißelungen gehabt. Niemand außer der Arbeitsagentur hat etwas von Extrem-Bewerbungen-Schreiben.

Und ich glaube manchmal, Unternehmen verwenden diese Online-Formulare als eine Art Gütesiegel. Denn so ein Ding auszufüllen ist Fleißarbeit und erfordert Sorgfalt. Es ist vielleicht eine erste Hürde, an der Menschen, die es mit einer Bewerbung vielleicht nicht so ernst meinen, es sein lassen. Und es zeigt nach außen: wir setzen auf motivierte, fleißige und zuverlässige Mitarbeiter. Der offensichtliche Nutzen von so Online-Masken ist z.B., dass man alle Bewerbungen nach bestimmten Stichwörtern scannen kann, dass das System sofort Lücken im Lebenslauf ausrechnet und ausgibt, und dass der arme Personaler, der ja sowieso die allerbedauernswerteste Figur in unserer Gesellschaft ist, die hunderte von Bewerbungen schön vereinheitlicht vor sich hat.

Dabei könnte man das Bewerbungen schreiben auf ein sinnvolles Maß begrenzen, und stattdessen den Menschen, die vielleicht wirklich nicht wissen wohin mit ihrer freien Zeit, anbieten, sich ehrenamtlich bei Projekten zu engagieren oder mal für eine gemeinnützige Institution Flyer verteilen, bei einem Fest mithelfen und so vielleicht wichtige Kontakte zu knüpfen.

So!

Post Schreibwerkstatt

Post Schreibwerkstatt

Strike!

Da hatte ich also einen komplett unfertigen Text eingschickt, um mich für die Teilnahme an der Schreibwerkstatt zu bewerben – weiter hatte ich die Erzählung bis zum Einsendeschluss einfach nicht bekommen. Ich hatte sie sogar einen Tag zu spät eingereicht. Sie war ungefähr so roh wie ein Haus, bei dem gerade erst die Betonwände frisch gegossen wurden.

Naja, immerhin hat die Erzählung gereicht, um ausgewählt zu werden (16 hatten sich beworben, 8 wurden ausgewählt). Da saßen wir nun, 8 unveröffentlichte Autorinnen mit dem Dozenten, dessen letzen Roman Elke Heidenreich gelobt hatte. Und dieser Dozent erzählt erst einmal, dass er beim Spiel Deutschland gegen Serbien auf Serbien gesetzt und 50 Euro gewonnen hat.

Ich grummle in mich hinein. Es war eigentlich geplant, dass wir alle die zu besprechenden Texte vorher bekommen. Aber nein, da lief etwas schief und wir hatten keinen Reader. Jeder musste also seinen Text, den er als Bewerbung eingereicht hatte, vorlesen, und die anderen mussten durch bloßes Zuhören den Text erfassen und anschließend möglichst konstruktive Kritik geben – nach nur einmal Hören.

Ich war innerlich auf 180. Ärgerte mich, dass ich so meine Zeit verschwendete. Der Autor krittelte an sprachlichen Feinheiten herum. Die anderen äußerten Kritik in der Form von:

“ich fand die Geschichte gut, aber

A

B

C

D”

Hilfe! Zum Rummeckern wollte ich wirklich nicht angetreten sein, aber ich merkte dann, dass ich mich von den anderen anstecken ließ und mein Feedback nach dem selben Muster äußerte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich tatsächlich irgendwann meine Geschichte mit lesbischer Thematik vorlesen konnte, diesen Haien zum Fraß vorwerfen würde. Ich hatte richtiggehend Panik und lief am ersten Abend mit so einem Hals aus der Veranstaltung.

Der Abend bestand in einer Frauenparty, wo ich auch meine Herzensdame antraf und mich erst einmal bei ihr auskotzte über die Schreibwerkstatt. Sie hörte zu, verstand, und ich war noch verknallter als bisher.

Am nächsten Morgen war ich chillig. Alles war gut (und nein, wir haben nicht miteinander geschlafen oder uns geküsst, nichts dergleichen, was mir das Hirn so schön hätte frei machen können), kein Drama, ich würde den zweiten Teil der Werkstatt einfach auf mich zukommen lassen.

Und dann las ich tatsächlich meine Erzählung vor. Und die anderen waren so toll. Sie haben mir beschrieben, wie die Figuren und die Beziehung auf sie wirkt, haben mir Tipps gegeben, wie ich weiterschreiben könnte – unser seminarleitender Chefautor hat gesagt, dass ich doch noch diesen einen Aspekt hereinbringen soll, und es würde womöglich ein supergefragter Roman mit einer bisher völlig unbearbeiteten Thematik. Mind-blowing! (Das Thema bleibt erstmal noch geheim, ne?! Einen Roman zu schreiben ist schon ganz großes Tennis!)

Nach Ende des Seminars regte eine Teilnehmerin noch einen gepflegten Drink auf einem Straßenfest an – nur ich begleitete sie, wir redeten, ich outete mich (bei der Diskussion meines Textes ging es glücklicherweise gar nicht darum, ob ich lesbisch bin oder nicht – hat ja auch mit der Geschichte NIX zu tun), wir fanden heraus, dass – obwohl sie sich eher als hetero begreift – sie schon mehr Frauen als ich geküsst hat. Sie lud mich anschließend in ihre schicke Wohnung ein, auf Weißweinschorle und Pistazienkerne, ich lernte ihren tollen Freund kennen, und wir quatschten bis in die Nacht.

So kann’s gehen.

Schreibwerkstatt, Baby!

Schreibwerkstatt, Baby!

Ich freue mich, euch mitzuteilen, dass ich am Wochenende an einer Schreibwerkstatt teilnehmen werde. Dort wird ein Autor, dessen Buch Elke Heidenreich gelobt hat, mit mir und anderen Schreibenden an unseren Prosatexten arbeiten.

Man musste sich mit einer Kurzgeschichte bewerben, und sie haben mich tatsächlich ausgewählt. Ich konnte es kaum glauben und bekam sofort Panik! So etwas empfinde ich als Glück und Strafe zugleich.

Da mag ich mal eine Anekdote einstreuen. Zu Oberstufen-Zeiten war eine Kollegin aus dem Französisch-Leistungskurs in einem Blockflöten-Quartett, das regelmäßig bei Jugend-Musiziert-Wettbewerben mitmachte. Das Quartett war sehr gut und spielte moderne, sehr schwierige Stücke. Für meine Kollegin gab es ein Horror-Stück, in dem sie viele schwierige, gut hörbare Stellen hatte. Als sie dieses Stück bei einem Wettbewerb aufführten, war sie schrecklich nervös und empfand es als Qual. Sie brachte es aber gut hin, und das Quartett gewann den ersten Platz.

Was tat die Kollegin, als ihre Gruppe als Sieger ausgerufen wurde? Sie heulte, weil der erste Platz auch bedeutete, in die nächste Runde zu kommen, und das bedeutete wiederum, das Stück bei einem weiteren Wettbewerb aufführen zu müssen.

So geht’s mir gerade, wenn ich daran denke, meine vielleicht gerade zu 20% fertige Kurzgeschichte, die sich auch noch um ein lesbisches Paar dreht, von einem erfolgreichen Autor und anderen Schreibenden diskutieren zu lassen. Gut, man sollte ausdrücklich eine unfertige Erzählung einreichen, mit denen man weiterarbeiten kann. Mit so einer selbst geschriebenen Geschichte öffne ich mich, auch wenn sie nicht autobiographisch ist. Es ist ein Werk, das in mein Herz blicken lässt, ein Werk mit vielen Fehlern und Mängeln, aber wohl auch Stärken, sonst hätten sie mich nicht für die Werkstatt ausgewählt. Puh.

mehr als just a little crush

mehr als just a little crush

Mich hat es ganz schön erwischt. Die Dame, die ich gerade date, kann mit ihren Händen nicht nur bügeln, sondern auch sehr gut massieren. Sanft, zärtlich, mit gerade soviel Druck und Zielstrebigkeit, dass sie meine Verspannung in der Schulter wegkriegt. Mit soviel Beherrschung, dass sie mir vorsichtig, aber bestimmt die BH-Träger zur Seite schiebt. Entschuldigt sich mehrmals, dass sie gerade kein Massageöl zur Hand hat (wir sind in einem Museum auf der Dachterrasse) und es ohne eigentlich gar nicht richtig geht. Aber ich mag es, ihre von der Arbeit leicht rauhen Finger auf meiner Haut zu spüren.
Ich kriege Gänsehaut davon; das alles schwebt so schön auf der Linie zwischen Freundschaft und Erotik. Es ist klar, wo wir beide hinwollen, aber wir trauen uns noch nicht so viel mehr auf einmal. Mein Kopf ist so schön leer, und die Kunstwerke im Museum, die wir uns eigentlich anschauen wollten, ergeben keinen Sinn mehr.

Bei der Arbeit am nächsten Tag hat sie nur meine Brüste im Kopf. Ich soll bei der Arbeit etwas Seriöses texten und mir fallen nur Worte für SIE ein. Bitte, ich will keine Tipps, wie man das wieder wegkriegt.

Fabulous

Fabulous

Warum sind eigentlich meine ganzen Überschriften auf Englisch? Kann mir das jemand sagen? Hm.

Wegen Zöllibat und so: das Ende des Zöllibats ist ja bei mir schon ne Weile her. Also das Ende des Zöllibats vor dem jetzigen Zöllibat. Mit anderen Worten: die Zeit, in der ich Sex hatte und eine Beziehung.

Ich bin der Meinung, dass ich damals, kurz bevor ich meine letzten Erfahrungen gemacht hatte, fabulous war. Ich hab mich toll gefühlt und hatte eine tolle Ausstrahlung. Ich war entspannt, hab viel geraucht, hab in ner WG gelebt, in einem anderen Land, hab Kurzgeschichten geschrieben, meine ersten schwulen Freunde gehabt, tolle Klamotten getragen, war ein paar Gramm leichter… Eigentlich bin ich seither noch toller geworden. Ich rauche nicht mehr, habe längere Haare, bin bei fast allen geoutet, habe aufrichtigere, tiefere Freundschaften, …

Damals war ich offen für alles. Fürs Schreiben, für Abenteuer, für neue Leute. Hm. Inzwischen bin ich umgeben von so vielen tollen Leuten, dass ich gar nicht mehr so offen für neue Freunde bin, vielleicht.

Ich will eigentlich von ganzem Herzen eine Beziehung. Aber wenn ich dann eine Frau kennenlerne, die zu mir passen könnte, denke ich: was, die? Es gibt doch sicher noch hübschere, jüngere, größere, femininere Frauen als sie. Und wenn ich mich mit ihr einlasse, dann wars das erstmal mit Frauen daten. Die Vorstellung, nicht mehr zu daten, ist so ungewohnt. Nicht weil ich das Daten so liebe, sondern weil ich es einfach gewohnt bin. Gewohnt zu suchen, zu zittern, auf Gefühle zu warten, auf Zeichen von ihr, zu überlegen, was ich will… Dass das auf einmal wegfällt ist eine komische und beängstigende Vorstellung.

Man muss es auch aushalten, geliebt und verehrt zu werden. Ich bin da nicht so gut darin. Als das letzte Mal zwei Kolleginnen begeistert von meinem Outfit waren und sich gar nicht mehr einkriegten (“und die Ohrringe passen so gut zu dem Oberteil, und ein Zopf steht dir super, und dann dieser tolle Kragen”) war mir das peinlich und ich hätte am liebsten “hört auf” gerufen. Klar will ich toll aussehen. Klar will ich gut tanzen können. Klar will ich geliebt werden. Aber wehe jemand macht mir ehrlich gemeinte Komplimente.

Ich muss es langsam angehen lassen. Ich bin immer noch fabulous, aber auf eine andere Weise. Ruhiger, gesetzter. Was immer das heißen mag.

Paul Auster reading

Paul Auster reading


Talking about working for little or no money – I would like to share something I wrote for a creative writing class back in 2004. Cheers to all Paul Auster fans!

The reading with Paul Auster took place on a cold January night at a church in Harvard Square, Cambridge. It was so cold that the presenter from Wordsworth Books thanked Paul Auster for coming out on such a cold night, who then thanked the about 100 people for coming out that night.

I made the trip to Harvard Square – and showed up 30 minutes early – because I wanted to see the man in person who for me had achieved in Leviathan what I want to do with my own writing: having a compelling story, a page turner, with a deeper level of philosophical reflection about chance and coincidence.  Leviathan has two in one: a page turner and food for thought, for those people who want philosophical problems being played out in a story.

Two friends – Auster fans also – back home in Germany envied me for getting to see him.  Anyway, I admired the man who always says such deep things in interviews and who was asked via satellite at a German talk show how he experienced 9/11 right after it happened, because he could see everything from his apartment in Brooklyn Heights.

The other novels I read or started to read by him were disappointing and seemed too intellectual and constructed, the characters a mere tool to act out some abstract ideas, but having no life of their own.

I was surprised how few people came to this reading.  Even latecomers didn’t have to worry about a seat.  In Germany a Paul Auster reading would be sold out in advance and people would sit on the floor. When Auster appeared and stood in front of the altar he didn’t seem to be the famous author he is, but rather a regular person reading from a book, or even a priest.  I liked that at the beginning, to see that even successful writers are just normal people.  He had his left hand in his jeans pocket during the entire reading, he was wearing reading glasses, a black woolen sweater with a shirt underneath it.  He read the beginning of his latest novel, Oracle night. The story stretched itself around a blocked writer buying writing utensils.  The descriptions were endless, the action minimal, and Auster didn’t seem too enthusiastic with his writing himself.  His voice was rather monotonous and indifferent, and while I took this for modesty first, after I while I thought it was depreciation for his audience, “I have to do it, but I don’t like it”. I felt like in church, when I was made to go and had to sit still.  Auster was our preacher, delivering his sermon of meaningless action and ideas and morals.  I was sitting a few feet away from the man who in Germany is considered to be one of American’s best contemporary novelists, and was bored and indifferent.

And then I heard a voice coming from the entrance of the church.  A man with white disorderly hair was yelling at us, and the only words I understood was “Hypocrites”.  He had a few seconds time to stare at us in despair, hoping to have reached and woken us up with his words, before a security person escorted him.  I couldn’t stop laughing, and I wanted to thank this man for giving me a chance to laugh out loud at this strange, pointless reading, at my disillusionment, at 100 people braving the cold to listen to a writer preaching his doctrine.  Paul Auster said “Next time” to the man.

At least I was sitting in the front, and was therefore at the beginning of the line, when it was time to get the books signed for my jealous German friends.