Heute durfte ich mal wieder einen kurzen Einblick in eine schwule Beziehung erhaschen. Ich organisiere ehrenamtlich eine Veranstaltung für Schwule und Lesben mit, und heute war ich mit dem Chef-Organisator um 10 Uhr verabredet. Ich klingelte also bei einem Mann, den ich erst einmal zuvor gesehen hatte, an der Wohnungstür – auf dem Schild stand noch ein zweiter Nachname. Er macht mir auf, bittet mich herein, und mein erster Blick fällt auf einen Mann im Nebenzimmer, in Unterhose und T-Shirt.
Ich schaue betreten auf den Boden vor mir, sage hallo zu dem Freund, während der Organisator durch die Wohnung flitzt und mit seinem Freund diskutiert. Ich schaue mich vorsichtig in der Wohnung um, im Flur steht ein Wäscheständer mit 8 gleichen Unterhosen in verschiedenen Farben. Der Freund steht vor dem Computer und versucht, einen Stadtplanausschnitt auszudrucken. Wir werden heute den Veranstaltungsort besichtigen und brauchen dafür anscheinend den Stadtplan. Zwischendurch schimpft er mit Organisator: „Und wegen sowas muss ich um 10 aufstehen“. Der Organisator bietet mir etwas zu trinken an, und irgendwann kommt der Mann in Unterhosen mit einem ausgedruckten Stadtplanausschnitt an: „Ich habs einfach in Word kopiert.“ Geht zurück ins Nebenzimmer, und meckert: „toll, jetzt bin ich wach. Ich geh jetzt duschen.“ Und der Organisator sagt: „Na also, du wolltest doch heute eh bügeln.“ Sein Freund zeigt ihm den Stinkefinger.
So etwas rührt mich. Später nennt ihn der Organisator „meinen Göttergatten“.
Ich glaube, ich würde mit meiner Partnerin genauso reden.
Ach ja, sorry für den reißerischen Titel. Beide sind keine Tucken. Aber die wenigsten Zicken sind Zicken.